Das Spiel zum Wochenende: Trine 3 – The Artifacts of Power

Das Spiel zum Wochenende: Trine 3 – The Artifacts of Power

Gespaltene Persönlichkeiten

Der Entwickler Frozenbyte wollte mit dem dritten Teil seiner überaus erfolgreichen Jump-and-Run-Reihe Trine neue Maßstäbe setzen – und hat sich an den eigenen Ansprüchen (fast) übernommen.

Der starke Ritter Ponitus verfolgt gerade einen Schafdieb, um ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen. Zur gleichen Zeit versucht die flinke Diebin Zoya, einen wertvollen grünen Edelstein zu stehlen. Zauberer Amadeus wiederum weilt gerade mit seiner Familie im Urlaub an einem wunderschönen Sandstrand. Den Alltag der drei unterbricht ein magisches Artefakt, der sogenannte Trine. Er verschmilzt Pontius, Zoya und Amadeus zu einem einzigen Helden. Beim Versuch der Drei den lästigen Trine loszuwerden, zerbricht dieser und entfesselt einen uralten bösen Zauberer.

Der starke Ritter kann unter anderem auch Plattformen zum Schwingen bringen.

Der starke Ritter kann unter anderem auch Plattformen zum Schwingen bringen.

Dreisatz

Im Jump-and-Run-Spiel Trine 3 übernimmt der Spieler die Steuerung der drei Helden. Mit ihnen hüpft und rennt er durch eine wunderschön modellierte Fantasy-Welt. Zu Beginn des Spiels scheucht man noch jede Figur einzeln durch die Level. Später wechselt der Spieler per Tastendruck zwischen Pontius, Zoya und Amadeus.

Zoya gelangt recht oben auf den Vorsprung, indem sie ihr Seil am Ring festmacht und sich dann hochschwingt.

Zoya gelangt recht oben auf den Vorsprung, indem sie ihr Seil am Ring festmacht und sich dann hochschwingt.

Jeder Held hat seine ganz eigenen Fähigkeiten. So kennt Zoya einen Doppelsprung, mit dem sie etwa zwischen schmalen Felsspalten flink nach oben klettern kann. Gegner erledigt sie aus der Distanz mit Pfeil und Bogen. Mit ihrem Seil kann sie zudem entweder entfernte Kisten heranziehen oder sich wie Indiana Jones mit seiner Peitsche über einen Abgrund schwingen.

Mit dem Schild kann sich Pontius unter anderem gegen diese glühenden Geschosse schützen.

Mit dem Schild kann sich Pontius unter anderem gegen diese glühenden Geschosse schützen.

Ritter Pontius hingegen ist ein starker Nahkämpfer. Mit seinem Schwert zerstört er im Weg stehende Holzkisten und bekämpft heranstürmende Gegner. Sein Schild wehrt nicht nur Geschosse ab, es dient auch als Gleitschirm, mit dem er elegant größere Abgründe überwindet. Zauberer Amadeus wiederum kann mit Magie Gegenstände aus der Distanz bewegen. Darüber hinaus darf er eine recht schwere Kiste beschwören. Die einzelnen Fähigkeiten muss der Spieler gezielt einsetzen, um in den Leveln voranzukommen. Beispielsweise muss Amadeus erst eine Kiste beschwören und diese auf einer Bodenplatte absetzen, bevor sich ein Tor zum nächsten Abschnitt öffnen.

Amadeus kann Kisten beschwören und durch die Luft wirbeln.

Amadeus kann Kisten beschwören und durch die Luft wirbeln.

Dritte Dimension

„The Artifacts of Power“ ist bereits der dritte Teil aus der beliebten Trine-Serie. Während in den beiden vorherigen Teilen die Spielfiguren wie in klassischen Jump-and-Run-Spielen ausschließlich nach links und rechts laufen konnten, dürfen in Trine 3 die Helden auch in den Raum hinein gehen. Entwickler Frozenbyte nutzt diese Möglichkeit wiederum bewusst für entsprechende Rätsel aus. So muss beispielsweise Zoya eine automatisch zufallende Tür öffnen. Dazu befestigt sie zunächst ihr Seil an der Tür, läuft dann einmal um eine Säule herum und knotet das Seil fest. Vollständige Bewegungsfreiheit erhält der Spieler aber nicht: Das Level-Design schreibt den Weg und die Puzzles strikt vor.

Mit seinem Schild kann der Ritter auch größere Abgründe überfliegen.

Mit seinem Schild kann der Ritter auch größere Abgründe überfliegen.

Wer die Geschichte um die drei Helden nicht alleine erleben möchte, kann auch mit bis zu zwei weiteren Spielern gemeinsam durch die Trine-Welt streifen. In diesem Fall übernimmt jeder Spieler einen der Helden. Die Spieler können sich dabei vor einem Computer versammeln oder sich online treffen. Neben der Kampagne bietet das Spiel zudem noch mehrere spezielle Level, in denen man jeweils einen Helden durch einen besonders kniffligen Parkour loten muss.

Zoya ist auch eine starke Kletterin, die sich an solchen Streben entlanghangeln kann.

Zoya ist auch eine starke Kletterin, die sich an solchen Streben entlanghangeln kann.

Frozenbyte verkauft Trine 3 für rund 22 Euro auf Steam [2], im Humble Store [3] und auf Gog.com [4]. Bei den beiden zuletztgenannten Einkaufsquellen erhält man eine kopierschutzfreie Version, die aber nur auf 64-Bit-Systemen läuft. Im Humble Store gibt es zudem noch einen Key, mit dem man das Spiel auf Steam freischalten kann. Derzeit ist Trine 3 auch noch Teil des Humble Indie Bundle 16 [5]. Dort bekommt man für einen frei wählbaren Kaufpreis gleich mehrere Linux-Spiele. Trine 3 gibt es allerdings erst, wenn man mindestens den aktuellen Durchschnittspreis überweist. Zum Redaktionsschluss waren das 5,86 Dollar.

In diesem Puzzle muss der Zauberer die miteinander verbundenen Aufzüge geschickt nutzen, um weiter nach oben zu gelangen.

In diesem Puzzle muss der Zauberer die miteinander verbundenen Aufzüge geschickt nutzen, um weiter nach oben zu gelangen.

Fazit

Auf den ersten Blick erscheint die dritte Dimension eine gute Idee: Gegenüber den beiden ersten Trine-Teilen gibt es frische Rätsel, zudem erlaubt sie komplexere Sprungpassagen. Die Steuerung ist allerdings ziemlich fummelig geraten. Insbesondere Anfänger springen häufiger mal daneben oder verpassen den rettenden Vorsprung. Schuld daran trägt auch die nicht immer optimale und stets fest vorgegebene Kameraposition.

Hier zieht Zoya mit ihrem Seil eine Tür auf.

Hier zieht Zoya mit ihrem Seil eine Tür auf.

Des Weiteren existieren zahlreiche unpolierte Stellen, die Spielzeit ist mit gerade einmal rund 5 Stunden recht kurz geraten und das offene Ende lässt viele Fragen offen. Wie die Entwickler in einer entsprechenden Nachricht auf Steam zugeben, war ursprünglich auch ein längeres Spiel geplant [6]. Spieler der ersten beiden Teile dürften sich zudem über die stark zusammengestrichenen Fähigkeiten der Heldern wundern. So kann der Zauberer nur noch Kisten in einer Größe beschwören und Zoya ihr Seil an vorgegebenen Stellen einhaken. Ebenfalls ersatzlos gestrichen haben die Entwickler das Erfahrungssystem, mit dem die Helden nach und nach ihre Fähigkeiten verbessern konnten.

Die Grafik ist zwar nett anzusehen, anders als in den vorherigen Teilen reißt sie aber nicht mehr zu Begeisterungsstürmen und verlangt zudem noch eine extrem leistungsfähige Grafikkarte – andernfalls ruckelt schon das Hauptmenü. Für das kurze Erlebnis verlangt Frozenbyte auch noch über 20 Euro.

Wer Jump-and-Run-Spiele mag und sich nicht an einem offenen Ende stört, sollte daher möglichst bei einer Sonderaktion wie dem aktuell laufenden Humble Indie Bundle zugreifen. Trine 3 ist kein schlechtes Spiel, kann aber auch nicht mehr an die Serienvorgänger anknüpfen.

Trine 3 – The Artifacts of Power

Bezugsquelle:  https://trine3.com/
Entwickler: Frozenbyte
Lizenz: Kommerziell
Preis: 22 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor der Klasse Intel Core i3/i5/i7 mit 1.8 GHz oder besser, mindestens 4 GByte Hauptspeicher (besser 8 GByte), aktuelle Grafikkarte mit OpenGL 4.1 von AMD oder Nvidia mit den proprietären Treibern
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