Das Spiel zum Wochenende: Slipstream

Das Spiel zum Wochenende: Slipstream

Klassische Raserei

Der Brasilaner Sandro Luiz de Paula arbeitet derzeit an einer Hommage an die Rennspielklassiker Out Run und Lotus. Wie dereinst flitzen Spieler in rasanter Pseudo-3D-Grafik durch idyllische Landschaften. Das macht auch in der vorab veröffentlichten, kostenlosen Version schon eine Menge Spaß.

In Slipstream brettert der Spieler mit einem gelben Sportwagen durch abwechslungsreiche Landschaften. Unter anderem führen die Straßen durch eine Großstadt und an einem Strand entlang. Jeden Streckenabschnitt muss der Spieler in einer vorgegebenen Zeit meistern. Schafft er das nicht, ist auch die Fahrt umgehend zu Ende. Für den ersten Streckenabschnitt stehen 90 Sekunden zur Verfügung, für jeden weiteren komplett durchfahrenen Abschnitt addiert das Spiel 60 Sekunden auf das Zeitkonto.

Zu Spielbeginn erhält man 90 Sekunden, für jeden gemeisterten Abschnitt weitere 60 Sekunden auf sein Zeitkonto.

Zu Spielbeginn erhält man 90 Sekunden, für jeden gemeisterten Abschnitt weitere 60 Sekunden auf sein Zeitkonto.

Countdown

Einfach nur Gas geben, reicht allerdings nicht aus. Die freie Fahrt behindert vor allem der auf den Straßen herrschende Verkehr. Bei einer Kollision nimmt der gelbe Flitzer zwar keinen Schaden, er bremst aber deutlich ab, was wiederum wertvolle Sekunden kostet. In den teils recht engen Kurven bricht der Wagen zudem gerne zum Kurvenrand hin aus. Neben der Fahrbahn wird der eigene Wagen langsamer, ein Zusammenstoß mit einem dortigen Hindernis führt sogar umgehend zu einer Notbremsung. Das Spiel setzt den Wagen dann wieder auf die Straße, was ebenfalls ein paar Sekunden kostet.

Die Pfeile weisen auf besonders enge Kurven hin.

Die Pfeile weisen auf besonders enge Kurven hin.

Slipstream orientiert sich an Klassikern wie Out Run aus dem Jahr 1986 [4] und der in den 1990er Jahren äußerst beliebten Lotus-Reihe [5]. Da die Möglichkeiten der damaligen Hardware recht begrenzt waren, verwendeten diese Rennspiele eine Pseudo-3D-Grafik. Dabei setzt sich die Landschaft aus einigen wenigen 2D-Grafiken zusammen, die das Spiel je nach ihrer Entfernung passend skaliert. Diese recht hardwareschonende Technik erzeugte so recht trickreich das Gefühl einer extrem hohen Fahrgeschwindigkeit. Zusammen mit der Pixelgrafik ergab sich zudem eine ganz eigene Optik. Entwickler Sandro Luiz de Paula kopiert in seinem Rennspiel absichtlich diese alte Technik.

In den Kurven kommt man kaum um Drifts herum.

In den Kurven kommt man kaum um Drifts herum.

Unfertig

Slipstream befindet sich noch in der Entwicklung. Sandro Luiz de Paula stellt jedoch schon eine gut spielbare, kostenlose Demo-Version bereit [2]. Sie beendet sich automatisch nach drei durchfahrenen Streckenabschnitten – wenn man denn soweit kommt. Die Linux-Version benötigt eine installierte Java-Umgebung in der Version 1.7 oder höher. Ob eine solche vorhanden ist, verrät der Befehl java -version auf der Kommandozeile. Anschließend lädt man sich unter [2] das .JAR-Archiv herunter und entpackt die ZIP-Datei auf der Festplatte. Der Befehl java -jar SlipstreamDemo2.1.jar startet dann das Spiel. Dort steuert man sein Vehikel über die Pfeiltasten.

Insbesondere am Strand sieht man deutlich die sich ständig wiederholenden Objekte.

Insbesondere am Strand sieht man deutlich die sich ständig wiederholenden Objekte.

Fazit

Wer die fotorealistische Grafik von Need for Speed oder einem anderen modernen Rennspiel gewohnt ist, dürfte beim Anblick von Slipstream etwas zusammenzucken, ein Kenner von Out Run oder Lotus hingegen verzückt in Erinnerungen schwelgen. Slipstream fängt den Geist von Out Run äußerst gut ein. Das Fahrgefühl ähnelt dem Klassiker, die Grafik ist durchaus abwechslungsreich und die stets irgendwie immer zu knappe Zeit motivierend.

Berg- und Talfahrten wirken sich derzeit kaum auf das Fahrverhalten aus.

Berg- und Talfahrten wirken sich derzeit kaum auf das Fahrverhalten aus.

Zumindest in der Demo hat man jedoch irgendwann alles gesehen. In die Kaufversion sollte Sandro Luiz de Paula nicht nur die geplanten 12 weiteren Stecken, sondern auch noch weitere Spielmodi einbauen. So bietet etwa das Vorbild Lotus einen extrem spaßigen Mehrspielermodus. Wann die finale Version von Slipstream erscheint, steht derzeit noch nicht fest, die entsprechende Steam-Seite spricht von „Late 2015“.

Slipstream

Bezugsquelle:  http://ansdor.itch.io/slipstream-demo-2
Entwickler: Ansdor
Lizenz: Kommerziell
Preis: Demo kostenlos, Preis noch unbekannt
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Java ab Version 1.7

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.ansdor.com/slipstream

[2] Demo:
http://ansdor.itch.io/slipstream-demo-2

[3] Steam:
http://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=479097756

[4] Out Run:
https://de.wikipedia.org/wiki/Out_Run

[5] Lotus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lotus_%28Spieleserie%29

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