Das Spiel zum Wochenende: Ironclad Tactics

Das Spiel zum Wochenende: Ironclad Tactics

Rauchende Karten

Man kreuze ein rundenbasiertes Strategiespiel mit einem Kartenspiel, verfrachte das Ganze in den amerikanischen Bürgerkrieg und füge zum Abschluss noch ein paar dampfbetriebene Roboter hinzu. Fertig ist ein kurzweiliges Strategiespiel von Zachtronics.

Das Strategiespiel Ironclad Tactics spielt sich wie ein aufgebohrtes Schachspiel: Auf einem aus kleinen Quadraten zusammengesetzten Schlachtfeld stehen sich die Spielfiguren zweier Parteien gegenüber. Ziel ist es, die eigenen Einheiten möglichst unbeschadet auf die andere Seite zu bringen – und den Gegner bei genau dem gleichen Vorhaben zu behindern.

Das kurze Tutorial zeigt das Spielprinzip: Der Roboter links fährt in jedem Zug automatisch nach rechts und bleibt vor Hindernissen stehen. Mit einer der Karten kann man ihn dann ein Feld nach oben oder unten setzen.

Das kurze Tutorial zeigt das Spielprinzip: Der Roboter links fährt in jedem Zug automatisch nach rechts und bleibt vor Hindernissen stehen. Mit einer der Karten kann man ihn dann ein Feld nach oben oder unten setzen.

Pokerface

Die Figuren zieht das Spiel abwechselnd automatisch ein Feld weiter nach rechts beziehungsweise links. Der Spieler kann seine Spielfiguren jedoch jederzeit anhalten. Zusätzlich besitzt jeder Spieler fünf Spielkarten, die ausgespielt eine Spezialaktion ausführt. So gibt es Karten, die eine neue Spielfigur auf das Schlachtfeld herbeirufen, während andere Karten die Spielfigur eine Spielfeldreihe nach oben oder unter verschieben.

Die schwarzen und weißen Kegel auf dem Boden zeigen die Schussweite an. Sobald ein Gegner in diesen Kegel gerät, eröffnet die Einheit automatisch das Feuer.

Die schwarzen und weißen Kegel auf dem Boden zeigen die Schussweite an. Sobald ein Gegner in diesen Kegel gerät, eröffnet die Einheit automatisch das Feuer.

Gemeinerweise lässt sich jede Karte nur auf bestimmte Einheiten anwenden. So darf man beispielsweise ein Gewehr nur einem Roboter in die Klauen drücken. Die menschliche Infanterie bringt hingegen bereits mehr oder weniger durchschlagkräftige Schießprügel mit. Der Einsatz einer Karte kostet zudem immer eine bestimmte Anzahl Aktionspunkte. Die wiederum sind stark limitiert: Einen neuen Aktionspunkt erhält jeder Spieler immer nur nach jeder abgelaufenen Runde. Weitere Aktionspunkte sammelt man durch spezielle Manöver, bei denen man beispielsweise seine Soldaten ein paar entsprechend gekennzeichneten Schützengräben besetzen lässt.

Vor jedem Einsatz muss sich der Spieler ein Deck aus genau zwanzig Karten aussuchen.

Vor jedem Einsatz muss sich der Spieler ein Deck aus genau zwanzig Karten aussuchen.

Sammeltrieb

Neue Karten mit weiteren Spezialfähigkeiten erhält der Spieler nach einer gewonnenen Partie. Aus dem so wachsenden Bestand muss sich der Spieler vor jeder Schlacht genau 20 Karten aussuchen. Aus diesem Deck legt Ironclad Tactics dann wiederum dem Spieler in jeder Runde immer fünf Karten vor. Dabei kommt in jeder Runde immer eine neue Karte hinzu. Konnte man in dieser Runde keine Karte spielen, fliegt folglich eine der vorhandenen wieder raus.

Wer auf dieser Karte einen der Schützengräben mit einem menschlichen Infanterist erobert, der erhält zusätzliche Aktionspunkte – was hier auch dringend nötig ist.

Wer auf dieser Karte einen der Schützengräben mit einem menschlichen Infanterist erobert, der erhält zusätzliche Aktionspunkte – was hier auch dringend nötig ist.

Wer nicht alleine gegen den Computer antreten möchte, kann gemeinsam mit einem Freund eine spezielle Co-Op-Kampagne in Angriff nehmen. Alternativ dürfen die menschlichen Spieler auch gegeneinander antreten. Schließlich kann man sich auch noch über das Internet mit Gleichgesinnten duellieren.

Ironclad Tactics erzählt die Hintergrundgeschichte der Kampagne als Comic.

Ironclad Tactics erzählt die Hintergrundgeschichte der Kampagne als Comic.

Nur mit Dampf

Zachtronics verkauft sein Spiel für 15 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [3]. Mittlerweile gibt es auch Zusatzkampagnen, die man einzeln für 5 Euro erwerben kann. Wer 23 Euro zahlt, erhält die Deluxe Edition mit allen Spielinhalten. Die Deluxe Editition ist derzeit auch Teil des Humble PC and Android Bundle 12 [4]. Bei dieser Aktion darf man für mehrere Spiele zahlen, was man möchte. Ironclad Tactics gibt es allerdings erst, wenn man mindestens den aktuellen Durchschnittspreis berappt – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels waren das knapp 5,10 Dollar.

Jede Einheit besitzt sogenannte Siegpunkte (VP). Sobald die Einheit die gegenüberliegende Seite erreicht hat, erhält der Spieler diese Punkte gutgeschrieben. Der erste Spieler, der eine vorgegebene Anzahl Siegpunkte ergattern kann, gewinnt die Partie.

Jede Einheit besitzt sogenannte Siegpunkte (VP). Sobald die Einheit die gegenüberliegende Seite erreicht hat, erhält der Spieler diese Punkte gutgeschrieben. Der erste Spieler, der eine vorgegebene Anzahl Siegpunkte ergattern kann, gewinnt die Partie.

Schlägt man beim Humble Bundle oder im Humble Store zu, darf man das Spiel nicht nur auf Steam freischalten, man erhält zusätzlich auch eine kopierschutzfreie Version. Der fehlen allerdings einige Inhalte, wie etwa die Zusatzkampagnen. Die kopierschutzfreie Linux-Version von Ironclad Tactics liegt zudem ausschließlich als 32-Bit-Version vor. Diese stürzte zudem in unseren Tests beim Start der Kampagne ab. Schuld war eine nicht gefundene Bibliothek. Beheben kann man das Problem, indem man das Startskript ironcladtactics.sh mit einem Texteditor öffnet und die zweite Zeile durch folgende ersetzt:

SDL_VIDEO_X11_LEGACY_FULLSCREEN=0 MONO_CFG_DIR=etc MONO_PATH=. LD_LIBRARY_PATH=. ./mono Game.exe "$@"

Fazit

Ironclad Tactics ist eine äußerst interessante Mischung aus Strategie- und Kartenspiel. Die gezeichnete comichafte Grafik ist gut gelungen und stimmig. Das Steampunk-Szenario ist allerdings nicht jedermanns Sache. Die Hintergrundgeschichte wirkt zudem etwas aufgesetzt, ist aber spannend und durch die Comics nett inszeniert. Schließlich steigt auch der Schwierigkeitsgrad recht schnell an.

Auf dieser Karte können Infanteristen die Kanonen erobern. Diese richten Sie dann binnen einer Runde auf die gegnerische Seite. In jeder weiteren Runde erhält der Spieler dann einen Siegpunkt gutgeschrieben.

Auf dieser Karte können Infanteristen die Kanonen erobern. Diese richten Sie dann binnen einer Runde auf die gegnerische Seite. In jeder weiteren Runde erhält der Spieler dann einen Siegpunkt gutgeschrieben.

Im Gegenzug sorgen immer neue Spielelemente und Einheiten für Abwechslung. Da das Spiel die Figuren automatisch ein Feld weiterziehen lässt, hat jeder Spieler für seinen Zug nur wenige Sekunden Zeit. Die Partien laufen dadurch extrem rasant ab, weshalb auch Freunde von Echtzeitstrategiespielen einen Blick auf Ironclad Tactics werfen sollten. Wer rundenbasierte Strategiespiele mag und sich nicht an der Steam-Bindung stört, sollte schnell noch beim Humble Bundle zugreifen.

Ironclad Tactics

Bezugsquelle:  http://www.zachtronics.com/ironclad-tactics/
Entwickler: Zachtronics
Lizenz: Kommerziell
Preis: Zwischen 15 Euro und 23 Euro auf Steam
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik (OpenGL 2.0-Standard), Prozessor mit mindestens 2 GHz, ab 2 GByte Hauptspeicher
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