Das Spiel zum Wochenende: Kingdom Rush

Das Spiel zum Wochenende: Kingdom Rush

Angriff der niedlichen Killer-Trolle

Nach wie vor setzen viele Strategiespiele auf das simple Tower-Defense-Prinzip, bei dem Gegnerhorden eine Festung zu stürmen versuchen. Das gilt auch für ein Spiel des Ironhide Game Studios, die allerdings ein paar nette Echtzeit- und Rollenspielelemente hinzufügen.

In Kingdom Rush muss der Spieler seine Burg vor den heranstürmenden gegnerischen Truppen verteidigen. Dazu errichtet er auf ausgewiesenen Bauplätzen Abwehrtürme. Zur Auswahl stehen dabei verschiedene Geschützarten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. So nehmen etwa die auf einem Steinturm platzierten Bogenschützen gleich mehrere Gegner unter Beschuss, ihre Pfeile besitzen dafür aber nur eine recht geringe Durchschlagskraft. Die dicken Kanonen richten größeren Schaden an, benötigen aber immer ein paar Sekunden Zeit zum Nachladen.

Auf den ausgewiesenen Bauplätzen darf man eines von vier Bauwerken errichten.

Auf den ausgewiesenen Bauplätzen darf man eines von vier Bauwerken errichten.

Fertighäuser

Die Kaserne wiederum bildet Soldaten aus, die sich auf die Straße stellen und im Nahkampf die Gegner aufhalten. Idealerweise platziert man deshalb die Kaserne zwischen zwei anderen Geschütztürmen. Da die Bauplätze limitiert sind, muss man jedoch genau abwägen, welche Geschütztürme man wo aufbaut. Jeder Turm kostet zudem einen mehr oder weniger großen Batzen Geld. Dieses erhält man entweder für getötete Gegner oder aber indem man einen der gebauten Türme wieder abreißt und den Schutt verkauft.

Auf dieser Karte strömen die Gegner von gleich zwei Seiten herein. Möglichst keiner von ihnen sollte die blauen Fähnchen auf der linken Seite passieren.

Auf dieser Karte strömen die Gegner von gleich zwei Seiten herein. Möglichst keiner von ihnen sollte die blauen Fähnchen auf der linken Seite passieren.

Die Gegner greifen immer in Wellen an. Dazwischen bleiben dem Spieler ein paar Sekunden Zeit zum Verschnaufen und zur Planung. Konnte man eine vorgegebene Anzahl Angriffswellen überstehen, geht es auf einer neuen Karte von vorne los. Mit jeder neuen Karte steigt auch der Schwierigkeitsgrad. Nicht nur werden die Gegner immer stärker und zahlreicher, auch die Wege verästeln sich immer weiter. Letzteres hat zur Folge, dass die Monsterhorden sich aufteilen und die Geschütztürme von gleich zwei Seiten unter Beschuss nehmen. Hin und wieder trifft man auch auf einen besonders dicken Gegner (Bosskampf). Dieser steckt besonders viele Treffer ein und lässt sich nur mit einer ganz bestimmten Taktik erledigen. Schaffen es mehrere Gegner bis hinter die Markierung am gegenüberliegenden Bildschirmrand, ist das Spiel verloren.

Im späteren Spielverlauf darf man einen Helden bemühen …

Im späteren Spielverlauf darf man einen Helden bemühen …

Rollenspiel

Netterweise lassen sich die Geschütztürme gegen einen Obolus aufrüsten. So schießt dann etwa die Kanone mit explodierendem Dynamit, während der Steinturm ein paar Treffer mehr aushält. Im weiteren Verlauf darf man zudem einen von insgesamt 9 Helden engagieren. Dieser besitzt spezielle Fähigkeiten und lässt sich direkt mit der Maus über die Karte scheuchen. Ergänzend erhält der Spieler zwei magische Sprüche für den Notfall. So darf er zunächst einen mächtigen Feuerball auf die Gegner herabschleudern. Dieser richtet nicht nur einen großen Schaden an, er wirkt auch in einem recht weiten Radius.

… der dann im Kampf unter anderem gegen einen Boss wie diesen raktetenwerfenden antritt.

… der dann im Kampf unter anderem gegen einen Boss wie diesen raktetenwerfenden antritt.

Zusätzlich kann der Spieler zwei Einwohner seines Reiches abkommandieren und diese dann frei auf der Karte als zusätzliche Soldaten platzieren. Das Duo hält dann ähnlich wie die Kollegen aus der Kaserne die Gegner auf, verschwindet aber nach einiger Zeit wieder. Nach dem Auslösen einer der beiden Bonusfunktionen dauert es immer einen Moment, bis sie sich erneut abrufen lassen. Die Soldaten stehen dabei prinzipiell schneller zur Verfügung als die Feuerbälle.

Jeder Gegner hat seine ganz individuellen Stärken und Schwächen. Der Bandit ist etwa ein schneller und sehr guter Nahkämpfer.

Jeder Gegner hat seine ganz individuellen Stärken und Schwächen. Der Bandit ist etwa ein schneller und sehr guter Nahkämpfer.

Nachdem man eine Karte gemeistert hat, verteilt das Spiel Bonuspunkte, mit denen man die Abwehranlagen weiterentwickeln kann. So lässt sich etwa der Feuerball sukzessive verstärken oder der Bau der Geschütztürme beschleunigen. Da die Bonuspunkte begrenzt sind, muss man stets abwägen, in welche Weiterentwicklung man sie investiert.

Die einzelnen Gebäude lassen sich in diesem Forschungsbaum sukzessive verbessern – vorausgesetzt, man hat genügend Sterne.

Die einzelnen Gebäude lassen sich in diesem Forschungsbaum sukzessive verbessern – vorausgesetzt, man hat genügend Sterne.

Das Ironhide Game Studio verkauft Kindom Rush auf Steam [2], im Humble Store [3] und via Gog.com [4] für jeweils knapp 9 Euro.

Fazit

Kingdom Rush ist ein nettes kleines Tower-Defense-Spiel. Es erfindet das Rad nicht neu, integriert die Rollenspielelemente aber sinnvoll und mit Bedacht. Die Grafik ist äußerst knuffig, wenngleich die Landschaften etwas naiv und schnell gezeichnet wirken. Da die Gegner gerade auf größeren Monitoren etwas klein erscheinen, kann man nicht immer auf Anhieb erkennen, um was für einen Gegnertyp es sich gerade handelt.

Die Gebäude lassen sich gegen Geld aufrüsten und so etwa besser gegen Angriffe schützen.

Die Gebäude lassen sich gegen Geld aufrüsten und so etwa besser gegen Angriffe schützen.

Der Schwierigkeitsgrad zieht im genau richtigen Maße an, zudem darf der Spieler vor dem Start einer Karte zwischen drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen. Die taktischen Möglichkeiten sind durch die vorgegebenen Bauplätze und die lediglich vier verschiedenen Abwehranlagen etwas beschränkt – das können auch die zahlreichen Aufrüstmöglichkeiten nicht kaschieren. Unter dem Strich bleibt somit ein nettes Strategiespiel für zwischendurch, das für Tower-Defense-Liebhaber durchaus 9 Euro wert ist.

Kingdom Rush

Bezugsquelle: http://www.kingdomrush.com/home.html
Entwickler: Ironhide Game Studio
Lizenz: Kommerziell
Preis: ca. 9 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Dual-Core-Prozessor, mindestens 1 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit OpenGL 3.0-Treiber und mindestens 512 MByte Speicher
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