Dicke Reifen, Monstertrucks und skurrile Rundkurse – das versprechen Mindwedge mit ihrem etwas ausgefallenen Rennspiel. Das Entwicklerstudio setzt dabei vor allem auf Masse.
In „Monster Minis Extreme Off-Road“ rasen mehrere Monstertrucks über ausgefallene Buckelpisten. Bevor der Spieler an den Start geht, darf er zunächst in der Werkstatt sein Vehikel auf- und umrüsten. So kann er unter anderem andere Reifen aufziehen, die Karosserie austauschen und die Lackierung verändern. Während die letzten beiden Maßnahmen rein optische Auswirkungen haben, schlagen sich andere Änderungen auf das Fahrverhalten nieder. Beispielsweise lässt sich mit der richtigen Reifenwahl die Haftung erhöhen. Neue Reifen und anderes nützliches Zubehör erhalten Spieler für besonders gut bestrittene Rennen. Im Laufe des Spiels lassen sich sogar Limo-Monstertrucks freischalten.

In Monster Minis Extreme Off-Road treten Monstertrucks auf teilweise aberwitzigen Strecken gegeneinander an.
Rundherum
Nachdem man seinen Wagen ausgerüstet hat, gilt es auf einer von insgesamt 90 verschiedenen Rennstrecken möglichst als Erster über die Ziellinie zu fahren. Beim Überholen der Gegner hilft vor allem der eingebaute Nitrobooster: Sobald man ihn zündet, erreicht der Monstertruck kurzzeitig eine extrem hohe Geschwindigkeit. Gemeinerweise wirkt der Nitrobooster nur für ein paar Sekunden, danach muss er sich erst wieder aufladen. Darüber hinaus lässt sich der Nitrobooster nicht bei seiner Arbeit unterbrechen. Man sollte ihn folglich nicht direkt vor einer Haarnadelkurve zünden.

Mit aktiviertem Nitrobooster beschleunigt der Monstertruck für ein paar Sekunden in einer extrem hohen Geschwindigkeit.
Die Strecken führen durch 18 teils surreale Umgebungen. Neben einem Strand muss der Spieler seinen Monstertruck unter anderem auch über den Mond und durch eine Spuklandschaft steuern. In ihnen warten nicht nur jede Menge Hügel und Sprungschanzen, auf den Strecken liegen auch kleine Objekte, die bei einer Berührung explodieren. Zwar erleiden die Monstertrucks keinen Schaden, können aber durch die Luft fliegen oder umkippen. Das dann notwendige Zurücksetzen auf die Fahrbahn kostet wertvolle Zeit. Als wäre das noch nicht genug, muss man vorgegebene Checkpoints durchfahren. Eine Kurve lässt sich somit nicht querfeldein abkürzen.
Günstiges Alter
Monster Minis Extreme Off-Road stammt zwar aus dem Jahr 2012, taucht aber immer wieder in Sonderaktionen auf. Derzeit ist es Bestandteil des „Step on it 2 Race Bundle“ der „Bundle Bandits“ [3]. Regulär kostet das Spiel bei Desura 6,50 Euro [2]. Dort gibt es auch eine Demo-Version, mit der Interessenten auf drei Strecken eine Probefahrt unternehmen können. Um das Demo herunterzuladen, klickt man rechts im Bereich Releases auf Demo Release, folgt dann dem leicht zu übersehenen Link download direct und entscheidet sich dann für den Punkt Demo TAR.GZ. Das so erhaltene Archiv muss man lediglich entpacken und dann das Skript MonsterMinis.sh starten. Das Spiel liegt nur als 32-Bit-Programm vor.
Fazit
Monster Minis Exterme Off-Road könnte ein lustiges kleines Rennspiel für zwischendurch sein, wären da nicht die zahlreichen kleinen Schwächen. Das beginnt bereits mit der viel zu hektisch reagierenden Steuerung. Bei jeder Kollision mit einem Hindernis schlägt der eigene Wagen sofort unrealistische Purzelbäume – und das selbst bei geringen Geschwindigkeiten. Von der versprochenen, realistischen Fahrphysik ist im Spiel nichts zu merken.

Die Monstertrucks tendieren schnell zum Umkippen. In dieser Lage dürften sich Einsteiger häufiger wiederfinden.
Wer nur minimal von der Fahrbahn abkommt, sieht einen entsprechenden Warnhinweis. Steuert man dann nicht innerhalb von drei Sekunden zurück, greift das Spiel ein, was wiederum wertvolle Sekunden kostet. Die computergesteuerten Gegner fahren in der Regel fest in einem Pulk, nur selten lässt sich einer von ihnen zurückfallen. Die Grafik ist karg und besteht aus den immer gleichen Elementen – selbst wenn man das Alter des Spiels berücksichtigt. Hier kann selbst das Open-Source-Rennspiel Stunt Rally hübschere und weitaus besser gestaltete Rennstrecken vorweisen [4].

Immer wieder fährt der Spieler an Werbeplakaten vorbei. Der kleine Kürbis entpuppt sich beim Überfahren übrigens als Bombe.
Zudem bombardiert Monster Minis Exterme Off-Road seine Spieler mit den immer gleichen Werbeplakaten real existierender Unternehmen. Nicht nur deshalb wirkt der Preis von 6,50 Euro deutlich überteuert. Die Entwickler hätten sich weniger auf die 90 Rennstrecken konzentrieren, sondern ihrem Spiel mehr Feinschliff zukommen lassen sollen. Wer Rennspiele mag, sollte daher unbedingt die Demo-Version anspielen und dann entscheiden, ob er die 6,50 Euro berappt, bei einer Sonderaktion zuschlägt oder sich lieber Stunt Rally zuwendet.
Monster Minis Extreme Off-Road
| Bezugsquelle: | http://www.monsterminis.com/ |
| Entwickler: | Mindwedge |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 6,50 Dollar |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.monsterminis.com/
[2] Online-Shop (Desura):
http://www.desura.com/games/monster-minis-extreme-off-road
[3] Bundle Bandits:
http://bundlebandits.com/bundle?bid=86
[4] Das Autorennspiel Stunt Rally, Tim Schürmann: „Fesche Flitzer“, EasyLinux 01/2013
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/EasyLinux/2013/01/Das-Autorennspiel-Stunt-Rally/%28language%29/ger-DE







