Das Spiel zum Wochenende: Violett

Das Spiel zum Wochenende: Violett

Violett im Wunderland

Das polnische Entwicklerstudio Forver Entertainment entführt Adventure-Spieler in eine liebevoll gezeichnete Welt, die einer wilden Mischung aus Alice im Wunderland, Salvador Dali und M.C. Escher gleicht. Abenteurer brauchen allerdings einen recht großen Forscherdrang.

Sichtlich widerwillig zieht die kleine Violett mit ihren Eltern in ein neues Haus auf dem Land, weit ab von ihren Bekannten und Freunden. Als sie frustriert ihr neues Zimmer in Augenschein nimmt, fällt ihr plötzlich ein Mauseloch in der Wand auf. Aus ihr fischt Violett ein kleines magisches Amulett, das umgehend zu leuchten beginnt und Violett in eine merkwürdige, fremde Welt katapultiert. Als wäre das noch nicht genug, gerät das Mädchen direkt in die Gefangenschaft einer bösen Spinnenkönigin. Während die schon einmal ein gefangenes Insekt auf ihrem Küchentisch zerteilt, baumelt Violett in einem eisernen Käfig an der Decke.

Indem man mit der Maus am Käfig zieht, bringt man ihn in Bewegung.

Indem man mit der Maus am Käfig zieht, bringt man ihn in Bewegung.

Schiebung

Im Point-and-Click-Adventure Violett lenkt der Spieler die Geschicke des titelgebenden Mädchens. Ein Klick auf einen Gegenstand genügt, damit ihn Violett aufhebt oder benutzt. Eingesammelte Objekte landen in einem Rucksack und lassen sich später mit anderen Gegenständen kombinieren. Auf diese Weise gilt es zahlreiche Rätsel lösen. So lässt sich etwa ein eingerosteter Wasserhahn erst mit einem entsprechenden Hebel öffnen.

Sobald Violett gleich oben auf der Treppe ankommt, pustet sie die aufmerksame Teekanne wieder herunter.

Sobald Violett gleich oben auf der Treppe ankommt, pustet sie die aufmerksame Teekanne wieder herunter.

Auf ihrer Flucht muss Violett immer wieder Leinen ziehen, Flaschen umkippen und Kisten verschieben. Im Gegensatz zu anderen Point-and-Click-Adventures muss der Spieler hierzu die Maus in die entsprechende Richtung über den Gegenstand ziehen. So rutscht ein Knopf erst dann über den Boden, wenn ihn der Spieler anklickt, die Maustaste gedrückt hält und dann die Maus nach links zieht. Dabei gelten gleichzeitig die physikalischen Gesetze. Um etwa Violetts Käfig hin- und herschwingen zu lassen, muss ihn der Spieler in den richtigen Momenten mit der Maus von links nach rechts schubsen. Schon recht früh im Spiel erlernt Violett zudem Telekinese. Damit kann sie auch weiter entfernte Objekte bewegen und teilweise sogar durch die Luft fliegen lassen.

Solche hilfreichen Schriftstücke finden sich immer wieder in den Räumen. Sie erzählen nicht nur ein wenig die Geschichte, sondern liefern auch dezente Hinweise auf die Lösung.

Solche hilfreichen Schriftstücke finden sich immer wieder in den Räumen. Sie erzählen nicht nur ein wenig die Geschichte, sondern liefern auch dezente Hinweise auf die Lösung.

Mit oder ohne Lala

Das polnische Entwicklerstudio Forever Entertainment verkauft Violett über die Plattform Steam für knapp 10 Euro [3]. Im Preis inbegriffen ist der Soundtrack. Wer auf ihn verzichten kann, erhält Violett alternativ für 6,50 Euro bei Desura [2]. Dort lässt sich das Spiel auch ohne die Installation eines Client-Programms herunterladen und spielen. Sofern das Programm nach dem Start nur Englisch spricht, sollte man einen Blick in die Einstellungen (Options) werfen. Dort lässt es sich unter anderem auf Deutsch umschalten.

Gespräche laufen über solche Gesprächsblasen ab.

Gespräche laufen über solche Gesprächsblasen ab.

Fazit

Die Entwickler haben sich sichtlich bei Alice im Wunderland, M.C. Escher und Dali inspirieren lassen. Die detailreichen und mit Objekten vollgestopften Landschaften erinnern dabei teilweise an ein Wimmelbildspiel. So muss der Spieler nicht nur selbst herausfinden, welche Gegenstände sich auf welche Weise manipulieren lassen, viele benötigte Gegenstände verstecken sich auch unter anderen Kollegen. Die Rätsel sind recht knackig aber durchweg logisch, mitunter muss man etwas um die Ecke denken.

Dieses Labyrinth verbindet die einzelnen Räume miteinander. Dabei sieht es wilder aus, als es tatsächlich ist – vorausgesetzt, man lässt sich von den optischen Täuschungen nicht irritieren.

Dieses Labyrinth verbindet die einzelnen Räume miteinander. Dabei sieht es wilder aus, als es tatsächlich ist – vorausgesetzt, man lässt sich von den optischen Täuschungen nicht irritieren.

Kenner von klassischen Adventures dürften zunächst mit der Steuerung hadern: So reicht für viele Aktionen nicht mehr nur ein einfacher Mausklick. Stattdessen sind ganz bestimmte und wohldosierte Bewegungen erforderlich. Nachdem viele Spieler diese an sich recht pfiffige Steuerung bemängelt hatten, lässt sie sich mittlerweile in den Einstellungen abschalten. Es genügt dann ein Mausklick auf ein Objekt, damit es Violett bewegt.

Hier muss Violett im wahrsten Sinne des Wortes mehrere Strippen ziehen.

Hier muss Violett im wahrsten Sinne des Wortes mehrere Strippen ziehen.

Obwohl die Grafik auf den ersten Blick an ein Kinderspiel erinnert, stößt Violett hin und wieder auf gruselige oder surreale Gestalten. Auch im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad richtet sich das Spiel somit eher an etwas größere Kinder und natürlich jung gebliebene Erwachsene. Die 6,50 Euro ist das Adventure durchaus wert, gleiches gilt für die zusätzlichen 3,50 Euro für den stimmungsvollen Soundtrack.

Violett

Bezugsquelle:  http://violettgame.com/?lang=en
Entwickler: Forever Entertainment SA
Lizenz: Kommerziell
Preis: 6,50 Euro (Desura), 10 Euro (Soundtrack Edition auf Steam)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mit ab 2 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit OpenGL 2.1 kompatibel (empfohlen ist eine Grafikkarte der Klasse Nvidia 8800 oder besser)
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