Das Spiel zum Wochenende: Ned et les maki

Das Spiel zum Wochenende: Ned et les maki

Geschobenes Sushi

Immer weniger Entwickler stellen ihre Spiele unter eine Open-Source-Lizenz. Eine Ausnahme ist Ned J. Sein kleiner Sokoban-Klon ist zwar noch nicht ganz fertig, hinterlässt aber schon einen netten Eindruck.

Der kleine Koala Ned trägt eine weiße Maske und Ringelsocken. Bei einem Streifzug durch einen Wald gelangt er in ein merkwürdiges Dorf. Die Einwohner stürmen eilig herbei und bitten Ned um Hilfe. Ohne überhaupt nachfragen zu können, treiben ihn die Bewohner in einen großen Turm und schließen die Tür hinter ihm ab. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als einen Weg in das oberste Stockwerk zu finden.

Das erste Stockwerk zeigt, wie das Spielprinzip funktioniert: Der kleine Koala muss nur die grüne Sushi-Rolle ...

Das erste Stockwerk zeigt, wie das Spielprinzip funktioniert: Der kleine Koala muss nur die grüne Sushi-Rolle …

Schubweise

Jede Etage besteht aus quadratischen Spielfeldern. Auf einigen von ihnen stehen bunte Sushi-Röllchen herum. Jedes von ihnen muss Ned auf ein gleichfarbiges Feld schieben. Erst dann öffnet sich die Tür zum nächsten Stockwerk.

… auf das grüne Feld schieben. Damit öffnet sich links unten das Gitter zum Treppenhaus.

… auf das grüne Feld schieben. Damit öffnet sich links unten das Gitter zum Treppenhaus.

Die Betonung liegt dabei allerdings auf schieben – ziehen kann Ned die Sushi-Röllchen nicht. Zudem hat der Bauherr des Turms die Wände wie in einem Labyrinth angeordnet. Daher muss der Spieler genau überlegen, wohin er Ned wann welches Sushi-Röllchen schieben lässt. Landet ein Röllchen in einer Ecke, lässt es sich dort nicht wieder herausholen. Wer in solch eine Sackgasse gerät, kann die letzten Schritte per Mausklick zurücknehmen oder die Etage wieder in ihren Ausgangszustand versetzen. Im späteren Spielverlauf behindern zudem Steinquader die Arbeit. Immerhin darf Ned die Klötzchen an die Seite drücken – vorausgesetzt die Raumaufteilung lässt dies zu.

Die grauen Steine kann Ned einfach an die Seite schieben.

Die grauen Steine kann Ned einfach an die Seite schieben.

Heißer Kaffee

Wer eine Runde Sushi verschieben möchte, installiert zunächst ein Java Runtime Environment mindestens in Version 7. Unter Linux kann man dabei zum OpenJDK greifen, das die meisten Distributionen in ihren Repositories vorhalten. Anschließend wechselt man auf der Homepage des Spiels [1] zum Punkt Get it und klickt dann auf den grün unterstrichenen Punkt other platforms. Jetzt ruft man in einem Terminal den folgenden Befehl auf:

java -jar nedetlesmaki-installer-0.3.jar

Es startet ein Installationsassistent, dem man einfach folgt. In der Regel kann man einfach immer auf Next klicken. Nachdem der Assistent das Spiel installiert hat, startet man es entweder über das Startmenü oder aber durch den Aufruf des Skripts run_linux.sh im Installationsverzeichnis.

Hier müssen die die grünen Sushi-Rollen auf die grünen Felder, die roten Exemplare hingegen auf die roten Felder.

Hier müssen die die grünen Sushi-Rollen auf die grünen Felder, die roten Exemplare hingegen auf die roten Felder.

Bedienung!

Nach einem Klick auf Start beginnt die Hintergrundgeschichte. Zum nächsten Bildschirm gelangt man über einen Klick auf den Pfeil. Sobald die Ansicht mit dem Turm erscheint, klickt man einfach auf eine der Stockwerknummern. Anfänger sollten mit der 01 beginnen. Die Steuerung erfolgt über die Pfeiltasten oder indem man mit der Maus auf ein benachbartes Feld klickt. In letztem Fall zeigt ein Pfeil die Laufrichtung an. Die Sushi-Röllchen verschiebt Ned automatisch, wenn er gegen sie läuft.

Das Stockwerk darf man frei wählen, ein Klick auf die Nummer genügt. Je höher die Nummer desto schwieriger ist das Rätsel.

Das Stockwerk darf man frei wählen, ein Klick auf die Nummer genügt. Je höher die Nummer desto schwieriger ist das Rätsel.

Ned et les maki befindet sich derzeit noch in der Entwicklung. Spielen lassen sich in der aktuellen Version 0.3 die ersten 13 Etagen sowie das letzte 30. Stockwerk. Wer mag, darf sich jedoch eigene Level basteln. Der Entwickler Ned J. empfiehlt dazu die Anwendung Tiled [2]. Das Spiel selbst steht unter der offenen MIT-Lizenz, der Quellcode von Ned et les maki liegt auf GitHub [3].

Fazit

Ned et les maki ist sichtlich ein Sokoban-Klon [4]. Die Grafik ist jedoch nett gezeichnet, zudem garnieren die Entwickler das alte Spielprinzip mit neuen eigenen Elementen. So rutschen im 30. Stockwerk die Sushi-Röllchen nach dem Anstoßen einfach so lange weiter, bis sie auf ein Hindernis treffen.

Auf der obersten Etage rutschen die Sushi-Rollen solange über den Boden, bis sie ein Hindernis treffen.

Auf der obersten Etage rutschen die Sushi-Rollen solange über den Boden, bis sie ein Hindernis treffen.

Liebhaber von Sokoban oder Knobelspielen sollten daher Ned et les maki unbedingt anspielen. Leider stagniert die Entwicklung im Moment etwas, die letzten Arbeiten liegen drei Monate zurück. Bleibt zu hoffen, dass der Entwickler sein Spiel fertigstellt oder sich Helfer finden. Der kleine lustige Koala mit den Ringelsöckchen hätte es verdient.

Ned et les maki

Bezugsquelle:  http://en.geekygoblin.org/ned-et-les-maki/
Entwickler: Ned J / Geeky Goblin
Lizenz: MIT License (Code), Art License (Musik, Grafik)
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Dual-Core Prozessor mit mindestens 1,6 GHz

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://en.geekygoblin.org/ned-et-les-maki/

[2] Level-Editor:
http://www.mapeditor.org/

[3] Quellcode:
https://github.com/devnewton/nedetlesmaki

[4] Sokoban-Artikel auf Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sokoban

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