Das Spiel zum Wochenende: Anomaly Defenders

Das Spiel zum Wochenende: Anomaly Defenders

Normale Anomalie

Die 11bit Studios begeisterten vor drei Jahren mit einem umgedrehten Tower Defence Spiel: Statt Verteidigungstürme aufzustellen, musste man vorhandene zerstören. Mit ihrem aktuellen Strategiespiel drehen sie das umgedrehte Spielprinzip wieder um.

Anomaly Defenders ist der vierte und wahrscheinlich letzte Teil der Anomaly-Reihe. Während sich in den vorherigen Teilen die Erdenbürger gegen eindringende Außerirdische wehren mussten, verteidigt der Spieler in Anomaly Defenders die Außerirdischen gegen die nun angreifenden Menschen.

Wie in jedem anderen Tower-Defense-Spiel platziert man zunächst die Geschütztürme (mit den weißen Balken) …

Wie in jedem anderen Tower-Defense-Spiel platziert man zunächst die Geschütztürme (mit den weißen Balken) …

Standardkost

Damit ändert sich auch gleichzeitig das Spielprinzip: Auf schwebenden Plattformen im All muss der Spieler seine Basis gegen die in Wellen hereinfallenden menschlichen Angreifer verteidigen. Kann er dies eine vorgegebene Zeit durchhalten, geht es auf einer anderen Plattform weiter. Die Angreifer kommen durch eines oder mehrere Tore und fahren auf vorgegebenen Straßen. Um die voranschreitenden Trupps aufzuhalten, stellt der Spieler Verteidigungsanalgen auf. Diese darf er allerdings ausschließlich an den dazu vorgesehenen Bauplätzen errichten.

… dann fahren die Gegner ein, die …

… dann fahren die Gegner ein, die …

Jeder der Selbstschussanlagen hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. So gibt es kleine, schnell feuernde Gewehre, die nur wenige Treffer einstecken können. Demgegenüber blockieren dicke Geschütze unter Umständen auch einen benachbarten Stellplatz. Sie bieten sich vor allem für eine Aufstellung in der zweiten Reihe an. Jede Abwehreinheit hat zudem einen ganz bestimmten Sichtbereich. Erst wenn der Gegner in ihn hineingerät, nimmt ihn der Geschützturm auch unter Beschuss.

… von den Geschütztürmen pulverisiert werden. Hoffentlich.

… von den Geschütztürmen pulverisiert werden. Hoffentlich.

Geld regiert das All

Der Bau eines Geschützes kostet Diamanten, im Spiel Carusaurum genannt. Das erhält man entweder für jeden abgeschossenen Feind oder aber indem man es in entsprechenden Minen abbaut. Die Einrichtung einer Mine kostet jedoch ebenfalls Carusaurum, zudem versiegt die Mine nach einer bestimmten Zeit. Des Weiteren muss man neben der Basis auch die Mine vor den Angreifern beschützen. Einige Aktionen, wie etwa eine Reparatur, verschlingen kein Geld, sondern einen bestimmten Batzen Energie. Die wiederum hinterlassen abgeschossene Einheiten in Form von blauen Kugeln, die der Spieler explizit mit einem Mausklick einsammeln muss.

Im Forschungsbaum kann man die gewonnenen Forschungspunkte gegen neue Geräte und Funktionen eintauschen.

Im Forschungsbaum kann man die gewonnenen Forschungspunkte gegen neue Geräte und Funktionen eintauschen.

Nach einer Schlacht erhält man Forschungspunkte gutgeschrieben. Mit ihnen kann man in einem Forschungsbaum neue Geschützarten freischalten oder Aufrüstmöglichkeiten entwickeln lassen. Letztgenannte kann man im Spiel dann nachkaufen – für jeden Geschützturm freilich extra. Damit halten sie dann jedoch unter anderem mehr Treffer aus oder können für kurze Zeit um sich herum einen Schutzschild aufbauen.

Ein Mausklick auf einen Bauplatz oder einen Geschützturm öffnet ein Menü mit allen möglichen Aktionen (und ihren Preisen).

Ein Mausklick auf einen Bauplatz oder einen Geschützturm öffnet ein Menü mit allen möglichen Aktionen (und ihren Preisen).

Anomaly Defenders verkauft der Hersteller 11bit Studios für 10 Euro im Humble Store [2] und auf Steam [3]. Im Online-Shop von Desura findet sich zur Zeit nur die Windows-Version, die zudem zwingend ein Steam-Konto voraussetzt [4]. Wer im Humble Store kauft, erhält eine kopierschutzfreie Version. Darüber hinaus ist das Spiel noch bis Anfang nächster Woche Teil des Humble Bundle PC and Android 11 [5]. Bei dieser Aktion bekommt man für 11 Dollar (etwa knapp 9 Euro) neben Anomaly Defenders auch noch 12 weitere Linux-Spiele. Die Einnahmen gehen zu einem Teil an gemeinnützige Organisationen.

Auf dieser Karte schlagen immer wieder Meteoriten ein. Die roten Kreise markieren den Ort und den Zeitpunkt der nächsten Einschläge.

Auf dieser Karte schlagen immer wieder Meteoriten ein. Die roten Kreise markieren den Ort und den Zeitpunkt der nächsten Einschläge.

Fazit

Im Gegensatz zu zu Anomaly Warzone Earth [6] ist Anomaly Defenders wieder ein klassisches Tower-Defence-Spiel. Von den unzähligen anderen Genrekollegen hebt es sich dabei kaum ab, sämtliche Spielelemente kennt man bereits zu genüge. Die Grafik ist karg und die vorgegebenen Stellplätze lassen nur wenige taktische Freiheiten. Ebenfalls uninspiriert wirken die angreifenden und gerade einmal acht verschiedenen Einheiten.

Die Gegner haben es immer zunächst auf die Minen abgesehen (hier links) und nehmen dafür auch Umwege in Kauf – was man wiederum taktisch ausnutzen kann.

Die Gegner haben es immer zunächst auf die Minen abgesehen (hier links) und nehmen dafür auch Umwege in Kauf – was man wiederum taktisch ausnutzen kann.

Dennoch macht Anomaly Defenders durchaus Spaß. Die Angriffswellen und Level sind gut durchdacht und der Forschungsbaum motiviert, die Spiele besonders gut zu meistern. Dank der unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade finden auch Einsteiger schnell ins Spiel, während Kenner des Genres in der höchsten Stufe eine gut zurechtgelegte Taktik benötigen.

Die verlangten 10 Euro sind jedoch für die gelieferte Standardkost zu viel Geld. Interessenten sollten daher bei einer Sonderaktion zuschlagen.

Anomaly Defenders

Bezugsquelle:  http://www.11bitstudios.com/games/17/anomaly-defenders
Entwickler: 11bit Studios
Lizenz: Kommerziell
Preis: 10 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor der Klasse Intel Core 2 Duo mit 2.4 GHz oder besser, mindestens 2 GByte Hauptspeicher
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