Das Spiel zum Wochenende: The Bridge

Das Spiel zum Wochenende: The Bridge

Optische Täuschung

M. C. Escher trifft auf Isaac Newton. So beschreiben die Spieleentwickler Ty Taylor und Mario Castañeda ihr Knobelspiel. Das begeistert mit einem abgedrehten Szenario und knackigen Schwerkrafträtseln.

In The Bridge muss der Spieler lediglich einen älteren Herrn in mehreren Räumen zu einem Ausgang führen. Dazu kann er den Protagonisten nicht nur nach links und rechts laufen lassen, sondern auch die komplette Umgebung rotieren.

Die Tür in der ersten Etage erscheint unerreichbar. Legt man den Raum jedoch im richtigen Moment auf die Seite …

Die Tür in der ersten Etage erscheint unerreichbar. Legt man den Raum jedoch im richtigen Moment auf die Seite …

Verwindungssteif

Die besitzt allerdings eine unmögliche Architektur und sieht aus, als hätte sie der Künstler M. C. Escher gezeichnet: Mal sind Stangen ineinander verwoben, dann wieder führt ein Weg in einer physikalisch unmöglichen Schleife zu seinem eigenen Anfang. Jeder zu durchquerende Raum ist mit optischen Täuschungen nur so vollgestopft. Genau die muss man geschickt ausnutzen, um überhaupt zum Ausgang zu kommen. Steht der alte Herr beispielsweise vor einer Wand, dreht man die Landschaft auf die Seite und läuft dann einfach auf der Wand weiter.

… wird der Balken zum Boden und somit begehbar.

… wird der Balken zum Boden und somit begehbar.

In einigen Räumen liegen Gegenstände, die wie der Protagonist den physikalischen Gesetzen unterliegen. So fallen etwa bewegliche Wände nach dem Rotieren der Landschaft nach unten und versperren dabei womöglich den Weg. Als wäre das noch nicht genug, sind einige Ausgänge abgeschlossen, der oder die passenden Schlüssel liegen irgendwo in der Landschaft. Mit jeder Rotation rutschen die Schlüssel durch den Raum – und mit etwas Pech vom Protagonisten weg.

Dreht man dieses Gebilde zu oft, rutschen die Schlüssel irgendwann aus den Schnecken heraus ins Bodenlose – womit das Spiel ebenfalls gestoppt wäre.

Dreht man dieses Gebilde zu oft, rutschen die Schlüssel irgendwann aus den Schnecken heraus ins Bodenlose – womit das Spiel ebenfalls gestoppt wäre.

Zurück in die Vergangenheit

Mit einigen Gegenständen sollte man zudem unbedingt den Kontakt vermeiden. So gibt es beispielsweise eine schwarze Kugel mit einem grinsenden Gesicht. Berührt man sie, gilt das Rätsel als nicht gelöst. Das Spiel ist damit jedoch alles andere als beendet: The Bridge friert das Geschehen erst einmal nur ein. Über die Leertaste darf man dann die Zeit zurückspulen. Das funktioniert übrigens auch jederzeit im laufenden Spiel.

Jede Berührung mit dem Ball stoppt das Spiel.

Jede Berührung mit dem Ball stoppt das Spiel.

Im späteren Spielverlauf kommen noch weitere Gemeinheiten wie parallele Dimensionen und Gravitationsstrudel hinzu. Insgesamt muss der Spieler 48 Räume durchqueren, wobei jeder Raum ein anderes Vorgehen erfordert. Wer alle Puzzle gelöst hat, darf sich an besonders schwierigen Varianten der 24 Haupträtsel versuchen. Kann man auch diese meistern, belohnt das Spiel mit einem alternativen Ende.

Hier gibt es gleich zwei fiese Fallen: Zum einen muss man jede Berührung mit dem an der Kette baumelnden Grinseball zu vermeiden, zum anderen darf man auch nicht aus der Landschaft herausfallen.

Hier gibt es gleich zwei fiese Fallen: Zum einen muss man jede Berührung mit dem an der Kette baumelnden Grinseball zu vermeiden, zum anderen darf man auch nicht aus der Landschaft herausfallen.

Günstige Gemälde

Ty Taylor und Mario Castañeda verkaufen ihr Spiel über ihre Homepage für 15 Dollar [1]. Auf Steam kostest es 9,99 Euro [2], im Humble Store zahlt man nur 8,99 Euro [3]. Derzeit laufen zudem noch zwei Sonderaktionen: Zum einen bekommt man The Bridge im Humble Store bis Montag für 1,25 Euro. Zum anderen ist das Spiel Teil des Humble Indie Bundle 12, bei dem man für mehrere Spiele zahlen darf, was man möchte [4]. Um The Bridge zu erhalten, muss man allerdings den jeweils aktuellen Durchschnittspreis überbieten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels lag er bei knapp 7,50 Dollar. Allerdings läuft auch diese Aktion nur noch bis Anfang nächster Woche.

Um die Tür zu öffnen, muss man sich den Schlüssel schnappen. Um wiederum den zu erreichen, muss man erst einmal das lange Buch aus dem Weg räumen.

Um die Tür zu öffnen, muss man sich den Schlüssel schnappen. Um wiederum den zu erreichen, muss man erst einmal das lange Buch aus dem Weg räumen.

Fazit

The Bridge gehört zu den Puzzlespielen, die einfach zu erlernen, aber schwer zu meistern sind. Liegt die Lösung in den ersten Räumen noch auf der Hand, muss man in den folgenden gleich mehrfach um die Ecke denken. Die einzelnen Räume sind liebevoll und detailliert in schwarz-weiß gezeichnet und den Vorlagen von M. C. Escher durchaus ebenbürtig.

Die Räume mit den Rätseln befinden sich im Haus des netten Herrn.

Die Räume mit den Rätseln befinden sich im Haus des netten Herrn.

Der Spielablauf bleibt jedoch immer gleich: Im richtigen Moment muss man die Welt drehen und mit dem Protagonisten an die richtige Stelle laufen. Daran ändern auch die zusätzlichen Objekte und Gravitationsstrudel nichts. Die verlangten 15 Dollar respektive 10 Euro erscheinen daher doch etwas hoch.

Nichtsdestotrotz begeistert The Bridge mit seiner unverbrauchten Idee, die M. C. Escher-Bilder zum Leben zu erwecken. Die Rätsel dürften zudem Knobelexperten einige Stunden beschäftigen. Wer Puzzlespiele mag, sollte daher unbedingt zugreifen – möglichst bei einer Rabattaktion.

The Bridge

Bezugsquelle:  http://thebridgeisblackandwhite.com/
Entwickler: Ty Taylor und Mario Castañeda / The Quantum Astrophysicists Guild
Lizenz: Kommerziell
Preis: 5 Dollar über die Homepage / 9,99 Euro bei Steam / 9 Euro im Humble Store
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik (kompatibel mit OpenGL 2.1), Prozessor ab 1,4 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher
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