Das Spiel zum Wochenende: Bik

Das Spiel zum Wochenende: Bik

Rote Bohnen im Weltall

Die Adventure-Reihe Space Quest kitzelte noch bis in die 1990er-Jahre die Lachmuskeln zahlreicher Spieler. Von diesen Klassikern hat sich der kleine Entwickler Zotnip für sein eigenes Point-and-Click-Adventure stark inspirieren lassen.

Das marode Raumschiff der beiden Außerirdischen Ammut und Tatenen droht auseinanderzufallen. Da ist es gerade etwas unpassend, dass im Maschinenraum ein doch recht ansehnliches Feuerchen lodert. Während die beiden versuchen, die Lage unter Kontrolle zu bringen, entführen auf der Erde ein paar weitere Außerirdische den kleinen dicken Jungen Bik. Der wollte eigentlich gerade mit seinen Freunden im Wald zelten, findet sich jetzt aber in einem Frachtschiff wieder.

Das Zeltlager muss der kleine Bik schon bald mit einem Raumschiff tauschen.

Das Zeltlager muss der kleine Bik schon bald mit einem Raumschiff tauschen.

Rettungsaktion

Glücklicherweise stranden Ammut und Tatenen direkt neben dem Raumschiff der Kidnapper, beschließen aus ihm Ersatzteile zu stehlen und stoßen dabei unfreiwillig auf den kleinen Jungen. Auf ihrer ereignisreichen Flucht befreien die Drei noch eine mehr oder weniger hübsche Farmerstochter und decken die kriminellen Machenschaften eines weltallweit agierenden Konzerns auf.

Um das Feuer zu löschen könnte man an mit der weißen Maschine den Sauerstoff in der Luft abdrehen. Das allerdings …

Um das Feuer zu löschen könnte man an mit der weißen Maschine den Sauerstoff in der Luft abdrehen. Das allerdings …

Diese abgedrehte Geschichte erzählt das klassische Point-and-Click-Adventure Bik. Generetypisch dirigiert der Spieler einen der Helden mit gezielten Mausklicks durch die Landschaft. Ein Klick auf einen Gegenstand öffnet ein kleines Menü mit verschiedenen Aktionen. So kann der Held einen Kommentar abgeben, den Gegenstand benutzen oder in die eigenen Taschen stecken. Durch die Kombination von Objekten löst der Spieler Rätsel und treibt so wiederum die Geschichte voran. Auf Wunsch markiert das Adventure alle benutzbaren Gegenstände in der Umgebung.

… scheint keine besonders gute Idee gewesen zu sein. Immerhin darf man nach dieser Meldung umgehend einen anderen Lösungsweg angehen.

… scheint keine besonders gute Idee gewesen zu sein. Immerhin darf man nach dieser Meldung umgehend einen anderen Lösungsweg angehen.

Hersteller Zotnip verkauft sein Spiel derzeit sowohl über Desura für 3 Euro als auch auf seiner Homepage für 4 Dollar [1], [3]. Auf der Homepage stehen auch mehrere Videos und eine Demo-Version bereit [2]. Um Letztgenannte zu starten, muss man lediglich das ZIP-Archiv entpacken, dann auf einem 64-Bit-System die Datei Bik_Demo.x86_64 ausführbar machen und diese starten. Besitzer eines 32-Bit-Systems knöpfen sich analog die Datei Bik_Demo.x86 vor.

Sobald man einen Gegenstand wie hier die Socke anklickt, erscheint ein Menü mit mehreren Aktionsmöglichkeiten.

Sobald man einen Gegenstand wie hier die Socke anklickt, erscheint ein Menü mit mehreren Aktionsmöglichkeiten.

Fazit

Bik ist sichtlich eine Hommage an die alten Space-Quest-Spiele. Die Klötzchengrafik erinnert an die frühen Teile, wirkt aber anders als diese ungelenk und laienhaft gemalt. Während die Figuren noch recht liebevoll animieret sind, bestehen die Gegenstände in der Umgebung häufig nur aus Flächen, die zudem eine merkwürdige Perspektive erzeugen.

Für den Zeichner scheint Perspektive ein Fremdwort zu sein.

Für den Zeichner scheint Perspektive ein Fremdwort zu sein.

Die Geschichte ist liebevoll und durchaus spannend erzählt, die unterschiedlichen Charaktere fasst man schnell ins Herz. Wie einst in den Sierra-Adventures stirbt man jedoch auch in Bik häufig einen kuriosen Tod. Anders als damals macht das Zotnip-Spiel die letzte Aktion jedoch umgehend wieder rückgängig. Auf die Lösung der Rätsel kommt man häufig nur durch Ausprobieren. Im Gegenzug bietet Bik viel Humor, den das Spiel nur selten mit dem Holzhammer austeilt. Wer lustige, abgedrehte Science-Fiction-Adventures in einem naiven Retro-Stil mag, sollte unbedingt die Demo-Version anspielen und dann entscheiden, ob ihm der Weltraumtrip die verlangten 4 Dollar wert ist.

Die Außerirdischen sind nie um einen witzigen Kommentare verlegen. Hier das Ergebnis nach dem Anklicken des gebrauchten Geschirrs in der Küche.

Die Außerirdischen sind nie um einen witzigen Kommentare verlegen. Hier das Ergebnis nach dem Anklicken des gebrauchten Geschirrs in der Küche.

Bik

Bezugsquelle:  http://bikgame.com/
Entwickler: Zotnip
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4 Dollar (Homepage) / 3 Euro (Desura)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://bikgame.com/

[2] Demo:
http://bikgame.com/bikdemo/

[3] Bik auf Desura:
http://www.desura.com/games/bik

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