An nur einem April-Wochenende hat ein kleines Entwicklerteam ein absolut durchgeknalltes und politisch unkorrektes Strategiespiel entwickelt. In ihm muss der Spieler im Keller einer Kirche eine florierende, äh, Pflanzenzucht aufbauen.
Fähige Wissenschafter haben es heutzutage schwer. Das muss ein kleiner Chemiker erfahren, der an einem neuen bahnbrechenden Krebsmittel forschen möchte. Der aufgesuchte Investor fordert jedoch erst einen ganzen Stapel Unterlagen und schmeißt ihn dann auch noch aus seinem Büro. Kurzerhand beschließt der Wissenschafter, das notwendige Geld selbst zu verdienen. Mit einer kleinen Chemiefabrik. Die nicht zwingend legal ist.
Pillendreher
In Basement baut der Spieler im Keller einer kleinen Kirche eine Drogenfabrik auf. Dazu lässt er zunächst Zimmer graben, in denen er dann kleine Hanfplantagen, Kokain-Produktionsstätten und Ecstasy-Pressen einrichtet. Jede Aktion kostet natürlich einen schönen Batzen Geld: Während eine kleine Pflanzenzucht noch ab 400 Dollar zu haben ist, muss man für eine komplette „Hash-Ranch“ schon 5000 Dollar berappen.
Die verschiedenen Produktionsstätten nehmen unterschiedlich viele Räume ein. So braucht die erwähnte Hash-Ranch schon drei Räume, wohingegen der „Dope Shop“ nur zwei belegt. Neue Räume kann man nicht nur seitwärts einrichten, sondern auch in die Tiefe graben. Dabei muss immer ein Aufgang pro Stockwerk erhalten bleiben. Je tiefer man gräbt, desto teurer werden die Arbeiten. Kostet ein neues Zimmer im ersten Untergeschoss noch 200 Dollar, werden für das zweite Untergeschoss pro Raum schon 4000 Dollar fällig.
Die Abnehmer der produzierten Drogen stehen brav vor dem Eingang der Kirche in einer Schlange. Jeder Kunde möchte dabei eine ganz bestimmte Droge in einer ganz bestimmten Menge kaufen. Bedienen kann man allerdings immer nur den ersten Kunden in der Schlange. Der wartet zudem nur ein paar Minuten. Konnte man bis dahin seine Forderung nicht erfüllen, zieht er wieder ab – und die Kasse bleibt erst einmal leer.
Pufferspeicher
Jede Produktionsstätte arbeitet automatisch fleißig vor sich hin. Die fertigen Waren landen dabei im vom Spieler einzurichtenden Lagerhäusern. Sind die voll, steht die Produktion. Gemeinerweise produzieren die unterschiedlichen Fertigungslinien unterschiedlich schnell. Wer nicht aufpasst, hat das Lager schnell voller Haschisch – und muss dann warten, bis ein passender Kunde vorbeikommt.
Erschwerend kommt hinzu, dass man in jedem Regal immer nur eine Drogensorte in begrenzter Stückzahl unterbringen kann. Man darf folglich nicht ein Hanf- zusammen mit einem Haschisch-Paket in einem Regal lagern, was das Platzproblem noch weiter verschärft. Des Weiteren benötigt jede Produktionsstätte für ihre Arbeit einen im Spiel namenlosen Rohstoff. Den muss der Spieler regelmäßig nachkaufen und bis zur Verarbeitung ebenfalls in seinem Lagerhaus unterbringen.

Immer wieder passieren zufällige Ereignisse. Hier lernt man einen Bürgermeister kennen, der die „Verdächtigkeit“ sinken lässt.
Kontrollbesuch
Das Treiben unter der Erde bleibt natürlich nicht ganz unbemerkt. Das gilt insbesondere, wenn die Schlange vor der Kirchentür immer länger wird. Dann schaut ein Konkurrent oder ein Polizist vorbei. Die „Verdächtigkeit“ erhöht zudem jeder Raum unterschiedlich schnell und stark. Wird man zu verdächtig, droht das Gefängnis.
Basement entstand im Rahmen des Ludum Dare-Wettbewerbes an nur einem Wochenende [2]. Das Spiel steht auf der entsprechenden Projekt-Seite kostenlos zum Download bereit [1]. Man muss dort lediglich auf Linux klicken, das Archiv auf der Festplatte entpacken und dann auf einem 64-Bit-System das Programm Linux.x86_64 beziehungsweise auf einem 32-Bit-System den Kollegen Linux.x86 starten.
Fazit
In extrem kurzer Zeit haben xdegtyarev ein erstaunliches und vor allem auch originelles kleines Strategiespiel entwickelt. Das Szenario ist unverbraucht, die Pixelgrafik knuffig. Umkehrt merkt man dem Spiel den fehlenden Feinschliff an. So lassen sich einmal gebaute Räume nicht mehr einreißen, es gibt nur wenige Drogenarten, die Polizisten ziehen zu häufig einfach wieder ab und mit etwas Geschick hat man nach ein paar Minuten sämtliche möglichen Produktionsstätten gesehen. Zuguterletzt verharmlost Basement die illegale Drogenproduktion. Wer sich jedoch mit dem überzeichneten Szenario anfreunden kann, erhält ein spaßiges kleines und solides Strategiespiel. Aufgrund der positiven Resonanz haben die Entwickler übrigens bereits angekündigt, aus der Wochenendarbeit ein richtiges Spiel machen zu wollen.
Basement
| Bezugsquelle: | http://www.ludumdare.com/compo/ludum-dare-29/?action=preview&uid=5862 |
| Entwickler: | xdegtyarev |
| Lizenz: | Unbekannt, Closed Source |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.ludumdare.com/compo/ludum-dare-29/?action=preview&uid=5862
[2] Ludum Dare 29:
http://www.ludumdare.com/compo/2014/04/23/welcome-to-ludum-dare-29er/












