Das Spiel zum Wochenende: Detective Case and Clown Bot in Murder in the Hotel Lisbon

Das Spiel zum Wochenende: Detective Case and Clown Bot in Murder in the Hotel Lisbon

Heitere Detektivarbeit

Wer gerne bei Krimis miträt, für den hat der kleine portugiesische Entwickler Nerd Monkeys ein passendes Adventure im Angebot. Allerdings sollte man bereit sein, große Mengen englischen Text zu lesen.

Sebastian Love hat Selbstmord begangen. Exakt 14-mal rammte er sich ein scharfes Küchenmesser in den Rücken, während er gleichzeitig seelenruhig einen Kaffee schlürfte. Der für den Fall zuständige Polizist Garcia hegt allerdings leichte Zweifel am Tathergang. Zwar gibt es einen Abschiedsbrief, der den Selbstmord eindeutig belegt. Irgendetwas scheint jedoch nicht zu stimmen. Sicherheitshalber engagiert er seinen alten Freund, den Privatdetektiv Justin Case. Dem kommt der Auftrag gerade zupass, verspricht er doch ein großzügiges Honrar.

Ein Mausklick auf einen Gegenstand oder eine Person bringt ein kleines Menü mit verschiedenen Aktionen zum Vorschein. Das Paket kann man ansehen oder öffnen.

Ein Mausklick auf einen Gegenstand oder eine Person bringt ein kleines Menü mit verschiedenen Aktionen zum Vorschein. Das Paket kann man ansehen oder öffnen.

Ganz klassisch

Im Adventure mit dem ellenlangen Titel „Detective Case and Clown Bot in Murder in the Hotel Lisbon“ steuert der Spieler den Ermittler Justin Case. Mit gezielten Mausklicks lässt er ihn durch die Stadt laufen, mit verdächtigen Personen reden und Beweise einsammeln. An seiner Seite folgt ihm ein kleiner fliegender Roboter. Der verstaut alle aufgesammelten Gegenstände, pfeift bei Bedarf ein Taxi herbei, speichert den aktuellen Spielstand und hält sich ansonsten für einen Clown. In dieser Eigenschaft liefert er sich immer wieder witzige Wortgefechte mit Case oder mischt sich ab und an in Gespräche ein.

Vor allem über solche Multiple-Choice-Fragen treibt man die Geschichte voran.

Vor allem über solche Multiple-Choice-Fragen treibt man die Geschichte voran.

Das Spielgeschehen verläuft wie in anderen Point-and-Click-Adventures: Sobald man mit der Maus einen Gegenstand anklickt, erscheint ein kleines Menü mit mehreren Symbolen. Über die lässt sich der Gegenstand betrachten, benutzen oder einsammeln. Gespräche mit anderen Personen führt man über Multiple-Choice-Fragen. Ab und an werden Case Nebenaufgaben angeboten. So vermisst beispielsweise Polizist Garcia im späteren Verlauf seinen Polizeistock, den dann Case für ihn ausfspüren soll.

Der Barkeeper will einfach nicht den Namen des Managers verraten. Also nimmt man ihn kurzerhand ins Kreuzverhör ...

Der Barkeeper will einfach nicht den Namen des Managers verraten. Also nimmt man ihn kurzerhand ins Kreuzverhör …

Scharf kombiniert

Will eine Person eine wichtige Information partout nicht ausspucken, muss man sie ins Kreuzverhör nehmen. Dabei entscheidet sich der Spieler zunächst für eine von drei möglichen Anschuldigungen und wählt dann ein dazu passendes Beweisstück. Hat man die richtige Kombination gefunden, bringt man den Beschuldigten in Bedrängnis. Schafft man das noch zwei weitere Male, hat man den Beschuldigten „geknackt“ und erhält die gewünschte Auskunft.

Dabei stellt man eine Frage und untermauert diese mit einem zuvor gefundenen Beweisstück.

Dabei stellt man eine Frage und untermauert diese mit einem zuvor gefundenen Beweisstück.

Zu Beginn des Kreuzverhörs muss man sich zwischen Case und dem Roboter entscheiden. Im Kreuzverhör bieten beide dann unterschiedliche Sätze an. Aus diesem Grund sollte man ein Kreuzverhör noch einmal mit dem Roboter durchführen, wenn zuvor Case versagt hat.

Hat man die richtige Kombination gefunden, knickt der Barkeeper schließlich ein.

Hat man die richtige Kombination gefunden, knickt der Barkeeper schließlich ein.

Nerd Monkey vertreiben ihr Spiel derzeit für knapp 10 Euro über ihre eigene Homepage [1] sowie die Verkaufsplattform Desura [2]. Die Entwickler haben sich zudem um eine Aufnahme auf Steam beworben (über Steam Greenlight [3]). Das Spiel selbst liegt nur in einer 32-Bit-Version vor.

Wer mag, darf auf „Sidequests“ wie diesen eingehen.

Wer mag, darf auf „Sidequests“ wie diesen eingehen.

Fazit

Murder in the Hotel Lisbon ist vor allem eines: extrem textlastig. Als Hobbyermittler muss man sich durch ellenlange englische Dialoge lesen, eine Sprachausgabe gibt es nicht. Immerhin sind die Texte häufig durchgeknallt und witzig. Das gilt auch für das Szenario und die Charaktere, auf die man im Laufe der Ermittlungen trifft. Die Pixelgrafik macht einen guten Eindruck. Da das Spiel jedoch immer im Vollbild erscheint, sieht man auf größeren Monitoren jedes einzelne Pixel.

Das Adventure bietet nicht nur viele anzügliche Witze und englische Wortspiele, sondern gibt sich teilweise auch wie eine Theateraufführung. Bei der applaudiert auch schon einmal das Publikum.

Das Adventure bietet nicht nur viele anzügliche Witze und englische Wortspiele, sondern gibt sich teilweise auch wie eine Theateraufführung. Bei der applaudiert auch schon einmal das Publikum.

Besonders viel Spaß machen die Kreuzverhöre, die erstaunlich clever inszeniert sind. Es motiviert ungemein, die Beweisstücke korrekt kombiniert und den Beschuldigten geknackt zu haben. Die verlangten 10 Euro sind allerdings für das kleine Spiel eigentlich schon fast zu viel. Wer klassische abgedrehte Adventures mag und nicht vor den Textmassen zurückschreckt, sollte sich zunächst die Videos auf der Homepage des Spiels ansehen [1]. Finden die Gefallen, kann man bedenkenlos zuschlagen.

Detective Case and Clown Bot in Murder in the Hotel Lisbon

Bezugsquelle:  http://caseandbot.com/en
Entwickler: Nerd Monkeys
Lizenz: Kommerziell
Preis: 10 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://caseandbot.com/en

[2] Online-Shop (Desura):
http://www.desura.com/games/murder-in-the-hotel-lisbon

[3] Murder in the Hotel Lisbon bei Steam Greenlight:
http://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=175472897

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