Android kommt nicht nur auf Smartphones und Internet Tablets zum Einsatz. Einige Hersteller nutzen es auch als Windows-Alternative für Netbooks – so auch Toshiba beim AC100.
Toshiba hat sich beim AC100 [1] wohl nur halb freiwillig für Android als Betriebssystem entschieden: Da das 10,1-Zoll-Netbook auf Nvidias Tegra-Plattform und einem 1 GHz schnellen ARM-Prozessor basiert, gibt es für das Gerät neben Android kaum Alternativen. Zwar lässt sich auf der 8-GByte-SSD des Geräts auch Ubuntu installieren [2], das jedoch die Hardware nicht komplett unterstützt.
Das mit 512 MByte RAM ausgestattete AC100 bringt knapp 900 Gramm auf die Waage und ist an der Front nur 1,5 cm dick. Zwar besteht das Gehäuse komplett aus Kunststoff, es fühlt sich aber dennoch relativ hochwertig an. In Sachen Schnittstellen verfügt es über einen Standard-USB- sowie einen USB-Mini-Anschluss, eine 3,5-mm-Audiobuchse, einen SD-Kartenslot und einen HDMI-Ausgang. Solche Features relativieren den relativ hohen Anschaffungspreis von 349 Euro. Wer 3G (HSDPA/HSUPA) gleich mit an Bord haben will, muss noch einmal 100 Euro drauflegen.
Klappt man das Gerät auf, fallen zunächst die verhältnismäßig große Tastatur sowie die beiden Maustasten auf an der Front auf. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man auf dem Keyboard spezielle Tasten für die Steuerung des Android-Systems. Dazu gehören etwa die Tasten für das Android-Menü und die Einstellungen. Andererseits fehlen der Tastatur die Löschtaste sowie [Pos1] und [Ende].
Zwischen den Welten
Das vorinstallierte Android-2.1-System startet relativ flott und begnügt sich mit Boot-Zeiten, wie man sie von den schnellen Android-Smartphones her kennt. Der Desktop zeigt ein paar Widgets sowie ein von Toshiba entwickeltes Menü an. Die Bedienung per Tastatur fällt nicht besonders schwer, hat man sich einmal an die Anordnung der Android-Tasten oben rechts, oben links und neben der Menütaste gewöhnt.
Das AC100 wartet neben den üblichen Android-Standardanwendungen mit einer Handvoll zusätzlicher Apps auf, unter anderem Opera Mobile, FBReader, das Notiztool Evernote, der VoIP-Client Fring und Documents To Go für das Betrachten von MS-Office-Dokumenten. Beim Dateimanager und Mediaplayer handelt es sich um von Toshiba bereitgestellte Anwendungen. Der Medienplayer spielt zwar sehr viele Formate ab, aber längst nicht alle. Das Soundformat AC3 unterstützt er nicht und konnte auch ein 1080p-Video im Matroska-Format in den Tests nicht wiedergeben.
Dass sich Android nicht unbedingt für Netbooks eignet, sollte inzwischen jeder Hardware-Hersteller wissen. Das merkt man auch beim AC100 – spätestens, wenn man versucht, mit dem Standardbrowser eine Seite zu lesen: Beim Scrollen mit dem Touchpad gleitet die Seite nicht flüssig über den Bildschirm, sondern der Browser springt wie bei Android-Handys mit Trackball von Menüpunkt zu Menüpunkt. Zum Glück bringt der AC100 auch Opera Mobile mit, mit dem sich das Web wirklich genießen lässt.
Die eigentliche Achillesferse des AC100 bildet aber nicht das Android-System, sondern die fehlenden Anwendungen: Im vorinstallierten Camangi-Market gibt es kaum nützliche Apps. Da es sich beim Toshiba-Netbook zudem nicht um ein von Google abgesegnetes Gerät handelt, bleibt auch der Zugriff auf den Google-Market verwehrt. So bleibt die Suche nach einer Textverarbeitung oder zumindest einem Notepad-ähnlichen Editor ebenso erfolglos wie jene nach einem einfaches Fotoverwaltungsprogramm, einem Chat-Client oder einem vollwertiges E-Mail-Programm.
Fazit
Möchten Sie den Toshiba AC100 wirklich nur zum Surfen oder für E-Mails nutzen, könnte Ihnen der kleine Rechner durchaus gefallen. Als Netbook-Ersatz taugt er dagegen nicht: Mangels passender Android-Anwendungen kommt der AC100 als echtes Arbeitsgerät nicht infrage, in den Genuss von Android 3.0 wird er wohl kaum kommen.
Infos
[1] Toshiba AC100: http://de.computers.toshiba-europe.com/innovation/generic/b2c-toshiba-ac100
[2] AC100 mit Ubuntu: http://kotelett.no/ac100/README/





