In der griechischen Mythologie konnte Theseus aus dem Labyrinth des Minotaurus entfliehen. Dieses Kunststück muss er in einem knackigen Knobelspiel von Kristanix Games gleich mehrfach wiederholen.
Der Spieler steuert Theseus über ein schachbrettartiges Spielfeld Richtung Ausgang, ohne dabei dem todbringenden Minotaurus in die Arme zu fallen. Dieser läuft nicht nur immer auf den Helden zu, sondern rückt gemeinerweise auch immer gleich zwei Felder vor, sobald Theseus einen einzelnen Schritt macht.

Abbildung 1: Hier ist der Minotaurus in einer Sackgasse gefangen: Jeder Schritt von Theseus nach links würde den Stiermann warten lassen, ein Schritt nach rechts ihn hingegen wieder aus der Sackgasse hervorholen.
Hirnlos
Glücklicherweise nutzt das Stierwesen dabei eine durchschaubare, wie stupide Strategie: Es läuft zunächst immer horizontal und erst wenn das nicht mehr weiterführt, in der Vertikalen auf Theseus zu. Sollte der Minotaurus einmal zwischen mehreren Mauern feststecken und sich dem Helden nicht weiter nähern können, wartet er einfach seelenruhig ab. Der Spieler muss den Minotaurus folglich mit geschickten und wohlüberlegten Spielzügen in Sackgassen manövrieren und dann zum Treppenaufgang huschen.

Abbildung 2: In diesem Labyrinth benötigt man schon mindestens 81 Schritte, um lebend den Ausgang zu erreichen.
Insgesamt warten 87 Labyrinthe auf Theseus, in denen der Stier immer schwieriger auszutricksen ist – teils weil die Level größer sind, teils weil sie für den Helden ungünstig verwinkelte Gänge enthalten. Weiß man einmal nicht weiter, darf man sich per Knopfdruck die Lösung auf den Bildschirm holen. Falsche oder versehentlich gemachte Züge nimmt das Spiel über eine Undo-Funktion wieder zurück. Wer alle Level in möglichst kurzer Zeit in möglichst wenig Zügen und ohne Hilfen schafft, den belohnt das Spiel mit einem “Gold Award”. Sind alle Level durchgespielt, bastelt man sich mit dem eingebauten Editor eigene Labyrinthe.
Probeerkundung
Theseus and the Minotaur ist ein kommerzielles Spiel des Entwicklers Kristanix Games [2]. Wer die verlangten 9,95 Dollar nicht blind überweisen möchte, lädt sich zunächst die auf der Homepage bereitstehende Trial Version herunter. Sie ist mit der Vollversion identisch, lässt sich aber nur 10 mal starten. Ihr Archiv entpackt man einfach auf der Festplatte und startet das darin enthaltene Programm theseus-linux-setup. Die Seiten und Fragen des nun erscheinenden Installationsassistenten kann man einfach abnicken. Anschließend startet man das Spiel über das entsprechende Symbol auf dem Desktop (oder alternativ über das Programm Theseus im Installationsverzeichnis). Theseus and the Minotaur gibt es übrigens nur als 32-Bit-Version, die laut Hersteller aber auch auf 64-Bit-Systemen mit den passenden Bibliotheken läuft.

Abbildung 4: Zu Beginn darf man frei auswählen, in welchem der insgesamt 87 mitgelieferten Level man starten möchte.
Direkt nach dem Start tippt man zunächst seinen Namen ein und erstellt somit gleichzeitig ein neues Spielerprofil. Anschließend ruft man via Play die Liste aller Level auf. Sofern man zum ersten mal in die Labyrinthe hinab steigt, sollte man mit dem ersten links oben starten (dem mit der Nummer 1). Es führt genau so wie die nachfolgenden langsam in die Bedienung und das Spiel ein. Mit den Pfeiltasten zieht man Theseus über die Kacheln des Labyrinths, mit der Leertaste setzt man eine Runde aus.
Fazit
Theseus and the Minotaur erinnert an eine Mischung aus Schach und Sokoban. Wem solche Knobelaufgaben ungebremsten Spaß bereiten, kann hier fast bedenkenlos zugreifen. Anderen Denksportlern bietet das Spiel jedoch zu wenig Abwechslung. Ziemlich gesalzen ist zudem der Preis ausgefallen, ähnliche Knobelspiele findet man zuhauf kostenlos im Internet beziehungsweise dem Paketmanager der eigenen Distribution. Die Grafik ist recht einfach gehalten, die Hintergrundmusik zerrt spätestens nach dem zweiten Level an den Nerven. Zudem verleihen die immer verfügbaren Hilfen dazu, recht schnell das eigene Denken einzustellen und sich die Lösung anzeigen zu lassen. Die Motivation sackt dann natürlich in den Keller.

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Abbildung 6: PerShow Solution lässt sich die Lösung einblenden. Die Zahlen geben die Reihenfolge an, in der man die entsprechenden Steine betreten muss.Kristanix Games hat noch weitere seiner Denkspiele auf Linux portiert [2]. Derzeit erhältlich sind unter anderem ein (englischsprachiges) Kreuzwortspiel und ein Bejeweled-Klon, die allerdings jeweils mit happigen 20 Dollar zu Buche schlagen.
Theseus and the Minotaur
| Bezugsquelle: | http://www.kristanix.com/theseusandtheminotaur/ |
| Entwickler: | Kristanix Games |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 10 Dollar |
| Voraussetzungen: | Halbwegs aktuelle Linux-Distribution, Prozessor mit mindestens 800 MHz, aktivierte 3D-Beschleunigung empfohlen |
Infos
[1] Projekt-Homepage: http://www.kristanix.com/theseusandtheminotaur/
[2] Kristanix Games: http://www.kristanix.com/








