Henrik Ingo hat wie einige andere Entwickler MySQL AB nach der Übernahme von Sun Microsoystems durch Oracle verlassen und sich der hinter dem MySQL-Fork MariaDB stehenden Firma Monty Program angeschlossen. Dort hält er es nun wegen Parallelen zum Vorgänger nicht mehr aus.
MySQL-Mitbegründer Monty Widenius hat das Projekt MariaDB ins Leben gerufen, weil er mit dem Kurs von Sun Microsystems als MySQL-Inhaber unzufrieden war. Die Übernahme von Sun durch Oracle hat später eine ganze Reihe von Entwicklern zum Abschied von MySQL AB bewogen. Die landeten teils bei Widenius’ Firma, teils auch bei anderen Unternehmen wie dem Startup SkySQL.
Henrik Ingo schlägt nun einen gegenläufigen Weg ein und nimmt den Hut bei Monty Program. Die Gründe, die er in seinem Blog angibt, klingen ähnlich wie diejenigen, mit denen andere den Weggang von MySQL AB und Sun untermauert hatten.
Ingo bemängelt, dass die Verantwortlichen bei Monty Program die Markenrechte und die Logos für MariaDB bei sich behalten, anstatt sie der Community zu überlassen. In ähnlicher Unsitte wie bei Sun sei auch das Release 5.2 nicht auf der Internetseite des Projekts MariaDB angekündigt worden, sondern nur im Blog der Firma Monty Program. Das erinnere ihn stark an die “Wir-gegen-euch”-Attitüde, die MySQL AB gegen die Community an den Tag gelegt habe, schreibt Ingo. Dass Firmen, die an MariaDB mitwirken, nicht länger als Contributor auf der Website auftauchen, tut für ihn ein übriges zum schalen Beigeschmack: MariaDB sei mehr oder minder als Projekt von Monty Program beschrieben, entrüstet er sich.
Als größte Enttäuschung – und damit als Hauptgrund für seinen Weggang – nennt Ingo, dass er sich für den Gedanken hinter MariaDB als einigende Kraft in der Welt der konkurrierenden MySQL-Zweige eingesetzt habe. MariaDB sei als Non-Profit- und Community-Projekt geplant gewesen, das eine gemeinsame Basis für viele Hersteller darstellen sollte. Er resigniert: Die Realität sehe anders aus.





