Die Berliner Neofonie GmbH und die Münchner 4tiitoo AG haben ihr Hersteller-Jointventure aufgelöst, unter dem das Wetab seinen Marktstart erlebte. Die 4tiitoo AG entwickelt das Internet-Tablet mit geänderter Strategie alleine weiter.
Die Trennung erfolgte laut Neofonie-Pressemitteilung einvernehmlich. “Dem hohen Komplexitätsgrad an Entwicklungs- und Marketingprozessen bei einer E-Publishing Software für eine Hardware-Plattform wurde eine zu geringe Bedeutung beigemessen”, erklärt die Neofonie GmbH ihren Rückzug aus der Wetab-Vermarktung. Es sei in der Folge zu Verzögerungen auch bei der hauseigenen Publishing-Software gekommen: “Neofonie zieht daraus die Konsequenzen und wird sich ab sofort wieder ausschließlich auf sein Kerngeschäft der kundenspezifischen Software-Entwicklung konzentrieren”, heißt es in der Pressemitteilung.
Auf die Frage an die Neofonie GmbH, ob sich sie sich mit dem Wetab übernommen habe und sich daher aus dem Geschäft zurückziehe, reagierte ein Firmensprecher offenbar irritiert: “Die Gründe stehen in der Mitteilung. Ich kann sie lediglich noch einmal vorlesen.” Auch mit der Negativ-PR des Wetab habe der Rückzug nichts zu tun, deren letzte Ausprägung die gefälschte Rezension des Wetab-Ziehvaters bei der Neofonie darstellte, Helmut Hoffer von Ankershoffen. Der Neofonie-Sprecher konnte auch keine Auskunft geben, wie die Zusammenarbeit an dem gemeinsamen Produkt urspünglich zustande gekommen war. Ebenfalls bleibt offen, ob es in Sachen Wemagazine, der E-Publishing-Software von Neofonie, weitere Kooperation geben wird.
Auf Seiten der 4tiitoo AG gab der Vorstandsvorsitzende Tore Meyer gegenüber der Redaktion an, dass man das Produkt auf jeden Fall weiterentwickeln werde. Dabei wolle man sich mehr in Richtung Community orientieren, dessen Anfang mit der Download-Möglichkeit des Betriebssystem-Images gemacht ist. Den geschürten Erwartungen sei das Wetab nicht gerecht geworden, stimmt Meyer zu. Ihm sei aufgefallen, dass gerade in Deutschland eher Mängel beachtet wurden als Stärken. Rückblickend sieht er, dass das Wetab auf dem Massenmarkt nicht bestehen konnte: “Wir sind eine kleine Firma.” Allein die Rotation des Bildschirms, die beim I-Pad so flüssig und einfach aussieht, gehe tief in die technischen Details: “Bei der Produkteinführung wurde zu oft Ja gesagt, wenn Fragen kamen, was das Gerät kann”, bekennt der Ökonom. Die 4tiitoo AG will das Gerät nun mit weniger revolutionärem Anspruch weiterführen. Wie geplant werde Ende dieses Jahres ein Wetab-SDK erscheinen. Nach Angaben Tore Meyers verfolgt der neue alleinige Hersteller des Wetabs nunmehr die Strategie “nicht zu reden, sondern zu tun”.





