IDC-Zahlen zeigen: RIM und Apple tauschten im Rücken des noch stabilen Marktführers Nokia in einem gelangweilten Gerangel um zwei Prozentpunkte die Plätze zwei und drei, während hinter ihnen Samsung und HTC energisch mobil machen.
IDC zählt im dritten Quartal 2010 knapp 90 Prozent mehr verkaufte Multifunktionstelefone gegenüber dem dritten Quartal 2009: Den gut 40 Millionen verkauften Geräten im Vorjahreszeitraum stehen laut dem IDC-Mobil-Tracker gut 80 Millionen Geräte in den letzten drei Monaten gegenüber. Das ist die höchste bisherige Quartalswachstumsquote in diesem Segment. Im Vergleich aller dreier Quartale 2010 zu 2009 nahm der Markt um knapp 70 Prozent zu. Die Zunahme führt IDC auf gesteigerte Anwendernachfrage und den Launch vieler neuer Geräte zurück. Anbieter wie Motorola, Samsung und Sony Ericsson begegnen dieser Nachfrage und weisen den Smartphones mehr Gewicht in ihrem Produktportfolio zu. “Smartphone-Hersteller haben derzeit Rückenwind”, bringt Senior-Analyst Kevin Restivo IDCs Diagnose auf den Punkt.
Den spektakulärsten Zuwachs an verkauften Geräten legten die Schlusslichter der bisherigen Hersteller-Hitlist hin: Mit 7,2 Millionen Stück setzte Samsung fünfeinhalb mal (knapp 454 Prozent Zuwachsrate) so viele Geräte ab wie im dritten Quartal 2009, wo es nur 1,3 Millionen waren. Auch wuchs der Marktanteil von drei Prozent auf fast neun Prozent, womit die Koreaner vom fünften auf den vierten Platz der verbreitetesten Hersteller klettern. HTC ist jetzt Letzter. Aber auch hier liegen dreistellig gewachsene Verkaufszahlen und mehr Marktanteile vor: Die Taiwaner verkauften fast dreimal so viele Geräte (rund sechs statt rund zwei Millionen) und legten damit um fast 180 Prozent zu, liegen mit auf sechs Prozent gewachsenen Marktanteil aber trotzdem hinten. Bei Samsung habe vor allem die Galaxy-Android-Serie sowie die Wave-Telefone (Bada) den Schub bewirkt, sagt IDC, bei HTC waren es durchweg die Android-Telefone, das Talent zur weltweiten Kommerzialisierung und die “innovative Kultur”.
Anführer der Hitlist bleibt mit knapp 33 Prozent Marktanteil nach wie vor Nokia. Der skandinavische Hersteller punktete nach IDCs Zahlen zwar mit den veröffentlichten Symbian-3-Geräten C7 und N8, verlor aber insgesamt sowohl an Marktanteilen als auch am durchschnittlichen Verkaufspreis (ASP, Average Selling Price). So nahm die Zahl der verkauften Nokia-Geräte zwar um gut 60 Prozent von gut 16 auf fast 27 Millionen zu, aber der Anteil am Markt sank um gut fünf Prozent.
Apple (zweiter Platz) und RIM dümpeln im unteren Mittelfeld bei 14 bzw. 12 Prozent Marktanteil herum. Apple trug zwar mit 90 Prozent eine hohe Wachstumsrate an verkauften Geräten davon, gewann aber praktisch keine Marktanteile. Der Blackberry-Hersteller legte bei den Verkaufszahlen “nur” um rund 50 Prozent zu und rutschte bei den Marktanteilen mit heute 12 Prozent um über sieben Prozentpunkte ab.






