Media-Player und E-Bookreader in einem: EBX-500.TFT

Aus LinuxUser 12/2010

Media-Player und E-Bookreader in einem: EBX-500.TFT

© Dragon Art, sxc.hu

Schmökerzeit

Knapp unter 200 Gramm wiegt der kombinierte Mediaplayer und E-Bookreader EBX-500.TFT – ideal für unterwegs. Allerdings zeigt die günstige Hardware in der Praxis kleine Schwächen.

E-Bookreader versprechen eine große Literaturauswahl auf kleinem Raum. Allerdings punkten die Geräte vor allem beim gedruckten Wort, das die E-Ink-Displays augenfreundlich und stromsparend darstellen. Bilder oder Videos zeigen diese Geräte, wenn überhaupt, nur in Schwarzweiß an. Die Preise für die Reader befinden sich zwar im Sinkflug, aber als günstig dürfen nur einige wenige gelten.

Der eLyricon EBX-500.TFT von Pearl versucht, sowohl beim Funktionsumfang als auch beim Preis zu punkten. Das handliche Gerät mit einem 5-Zoll-TFT (12,7 Zentimeter Diagonale) versteht sich nicht nur auf zahlreiche Textformate, sondern zeigt auch Fotos und Videos in Farbe an. Der Preis lag zum Redaktionsschluss bei rund 120 Euro.

Technische Daten

Modell eLyricon EBX-500.TXT
Bezugsquelle http://www.pearl.de/a-PX1512-1600.shtml
Display 800×480 Pixel, Farb-TFT, 5-Zoll-Diagonale (12,7 Zentimeter)
Maße (BxHxT) 98x154x11 mm
Gewicht 184 Gramm
Akku Lithium-Polymer, 1800 mAh
Anschlüsse USB, 3,5-Millimeter-Klinke (Mikrofon und Kopfhörer kombiniert)
Unterstützte Formate
E-Book ASCII, EPUB, FB2, HTML, Mobi, PDB, PDF (unterstützt Adobe-DRM)
Video AVI, MPEG-4, RMVB
Bild BMP, JPEG, GIF, PNG
Audio MP3, WMA

Solider Auftritt

Der Händler liefert das Gerät in einem kleinen, stabilen Karton aus, der außer dem eigentlichen Reader auch eine gedruckte Anleitung sowie ein (kurzes) USB-Kabel zum Anschluss an den PC enthält. Eine Lederhülle schützt das Gehäuse und das Display vor Beschädigungen beim Transport. Kleine Magnete sorgen dafür, dass die Deckelklappe zu bleibt; die Verschlüsse an der Unterseite der Hardware erreichen Sie über kleine Aussparungen in der Hülle (Abbildung 1). Kopfhörer sowie ein Netzteil komplettieren die Zusatzausstattung.

Abbildung 1: Über eine Aussparung in der Lederhülle erreichen Sie bequem die Anschlüsse des Readers, darunter unter anderem den Mini-USB-Port zum Transfer der Daten.

Abbildung 1: Über eine Aussparung in der Lederhülle erreichen Sie bequem die Anschlüsse des Readers, darunter unter anderem den Mini-USB-Port zum Transfer der Daten.

Das Display hat eine Auflösung von 800×480 Pixeln. Eine Zoomfunktion ermöglicht es, bei verschiedenen Dateiformaten Ausschnitte zu vergrößern. Unterhalb des Display befinden sich zwei kleinere Knöpfe sowie zwei größere Schalter im Stil eines iPod-Drehrads, die allerdings nur als Wippe funktionieren. Über den Knopf ganz links schalten Sie das Gerät ein oder aus, der ganz rechte ermöglicht, im Menü zum übergeordneten Punkt zurückzuspringen.

Besagtes Menü rufen Sie über das mittlere Stück der rechten großen Schaltfläche auf. Es ermöglicht den Zugriff auf die gespeicherten Dateien sowie die Einstellungen. Die Mediathek gruppiert die Inhalte zum einen nach Art (E-Book, Bild, Video); zum anderen erlaubt eine persönliche Bibliothek aber auch, die Dateien in individuelle Ordner einzusortieren. Einen Zugriff aufs Internet bietet das Gerät nicht, er lässt sich auch nicht nachrüsten.

Direkter Zugriff

Schließen Sie den Reader an einen Rechner an, meldet der sich EBX-500.TFT in einem kleinen Dialog mit der Nachricht Das USB-Kabel ist verbunden. Sind Sie sicher, dass Sie U-Disk starten möchten?. Bestätigen Sie über die Schaltfläche mit dem M (für Menü), erscheint eine weitere bildschirmfüllende Nachricht, die darüber informiert, dass das Gerät “Daten sendet”. Tatsächlich meldet sich die Hardware jedoch als USB-Massenspeicher an und bietet dem PC so direkten Zugriff auf die 2 GByte große interne Festplatte. Diesen Speicher bauen Sie bei Bedarf mittels MicroSD- oder MicroSDHC-Karte auf maximal 16 GByte aus.

Das Laufwerk des Readers trägt den Namen U-Disk. Nach dem Einbinden finden Sie finden Sie einige Ordner, welche die Menüstruktur widerspiegeln (Audio, Digital Editions, Free eBooks, My Books, Picture und Video). Die Anleitung rät dazu, diese Verzeichnisse nicht zu löschen. Geschieht das doch, legt das System diese bei einem Neustart wieder an.

Der Ordner Digital Editions dient der Ablage von Daten, die per Adobe DRM geschützt sind. Das setzt eine Software voraus, die allerdings nur als Mac- oder Windows-Version existiert, sowie eine Adobe-ID, die Sie im Zusammenhang mit einem Konto auf der Adobe-Website erhalten. Die Ordner Free eBooks und My Books unterscheiden sich im Prinzip funktional nicht von einander; sie erlauben lediglich ein rudimentäres Sortieren der Dateien.

Ist das Geräts erst einmal ins Dateisystem integriert, kopieren Sie die gewünschten Dateien einfach per Dateimanager in die passenden Ordner. Nach dem Trennen vom PC tauchen die Objekte dann im jeweiligen Menüpunkt unter ihrem Dateinamen inklusive Größenangabe auf.

Konfiguration

Um das Lesen und die Darstellung der Inhalte an die eigenen Sehgewohnheiten anzupassen, stehen einige Konfigurationsoptionen bereit. So wählen Sie bei Bedarf zwischen verschiedenen Schriftarten und -größen, regeln die Displayhelligkeit und stellen das Datum ein. Der Menüpunkt Exportieren bietet die Möglichkeiten, die persönlichen Einstellungen zu sichern und – beispielsweise nach einem Rücksetzen auf die Werkseinstellungen – über Importieren wieder zu laden. Auch das Update der Firmware erledigen Sie über die Konfiguration. Entsprechende Dateien lagen aber zum Redaktionsschluss auf der Pearl-Website nicht vor.

In der Praxis

Das handliche Format und das geringe Gewicht machen den Reader zu einem guten Reisebegleiter. Das Gerät schmiegt sich angenehm in die Hand; die Tasten zum Blättern befinden sich für einen Rechtshänder aber an einer ungünstigen Position.

Das Display reagiert zügig, doch insgesamt macht die Hardware einen etwas trägen Eindruck, insbesondere beim Laden größerer Dateien. Da das bei elektronischen Büchern eigentlich nur beim ersten Laden geschieht, fällt es nicht weiter ins Gewicht. Das Blättern in Texten klappt im Gegensatz zu E-Ink-Readern flackerfrei und einigermaßen flott. Der Reader kann das Display ins Querformat kippen. Sowohl beim Hoch- als auch beim Querformat erscheint die Bildqualität zwar ausreichend, das Lesen am TFT-Bildschirm ermüdet allerdings nach ein bis zwei Stunden die Augen.

Beim Abspielen von Videos zeigt sich im Test Probleme bei der laut Anleitung eigentlich unterstützten Auflösung von 720×576: Der Ton war zwar zu hören, doch es zeigte sich kein Bild. Bei einem MPEG-4-Video mit WMAv2-Audiospur im Format 320×240 lief alles problemlos (Abbildung 2). Das beiliegende Handbuch gibt recht ausführlich über die Containerformate sowie die dazu passenden Video- und Audio-Codecs Auskunft.

Abbildung 2: Bei Bedarf nutzen Sie den EBX-500.TFT als Videoplayer: Bild- und Klangqualität zeigten sich im Test ausreichend für den mobilen Media-Genuss.

Abbildung 2: Bei Bedarf nutzen Sie den EBX-500.TFT als Videoplayer: Bild- und Klangqualität zeigten sich im Test ausreichend für den mobilen Media-Genuss.

Auch bei Fotos in großen Formaten hatte der Reader Schwierigkeiten: So war ein Klick auf eine andere Zoomstufe notwendig, um überhaupt ein Motiv auf den Bildschirm zu zaubern. Dateigrößen im MByte-Bereich, bei aktuellen Kameras durchaus üblich, zwingen die Hardware zudem deutlich in die Knie.

Nicht zuletzt aufgrund des Stromfressers TFT-Display reicht die Akkulaufzeit des Readers bei weitem nicht an die Laufzeiten von E-Ink-basierten Lesegeräten heran, die einen Betrieb über mehrere Tage ohne eine erneutes Aufladen des Akkus erlauben. Pearl gibt die Laufzeit des Geräts beim Lesen mit zirka sieben Stunden an, was in ungefähr den Erfahrungen im Test entspricht. Bei der Anzeige von Videos macht der Akku nach rund fünf Stunden schlapp, Musik liefert er dagegen bis zu 30 Stunden. Wer das Gerät also auf vielfältige Weise nutzt, sollte einkalkulieren, dass er es mindestens einmal am Tag aufladen muss.

Fazit

Durch das beleuchtete Display erlaubt der Reader auch das Lesen an Orten, an denen die Displays der echten E-Ink-Reader sich als eher ungünstig erweisen, wie zum Beispiel bei einer Nachtfahrt im Zug. Das Abspielen von Videos und Anzeigen von Bilder hebt ihn ohnehin ab.

Das Gerät ist auf die für die meisten Anwender wesentlichen Funktionen reduziert: Schmökern, Bilder und Videos anschauen und Musik hören – wem das genügt, der erhält für einen kleinen Preis eine funktionstüchtige Hardware. 

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2 Kommentare
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Martin Senftleben
15 Jahre her

Beim Lesen der ersten Seite fielen mir schon Fehler auf, die hoffentlich in der Druckausgabe dann nicht mehr auftauchen:

“Schließen Sie den Reader an einen Rechner an, meldet der sich EBX-500.TFT in einem kleinen Dialog mit der Nachricht Das USB-Kabel ist verbunden.” Wohl eher: “meldet sich der…”
Und:
“Nach dem Einbinden finden Sie finden Sie einige Ordner”… ist wohl offensichtlich.
Und:
“Ist das Geräts erst einmal ins Dateisystem integriert”… soll wohl “Ist das Gerät erst einmal…” heißen.

Ich will ja nicht schulmeisterlich klingen, aber auch bei der Online-Ausgabe hat die Sorgfalt beim Erstellen der Artikel eine Wirkung auf die Leser.

Michi
15 Jahre her

– zoomfunktion funktioner bei PDFs nicht
– software ist buggy
– start dauert lange
– Bücher mit Bildern öffnen dauert ewig
– …

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