Statusbericht zu Libre Office

Statusbericht zu Libre Office

Projekt gedeiht, "Open" fehlt

Der neue Open-Office-Eigentümer Oracle wird die neue Document Foundation und das neue Projekt Libre Office offenbar vorerst nicht unterstützen.

Gegenüber der Document Foundation hat Oracle nun wenig aussagekräftig angegeben, dass es große Ressourcen in das Projekt OpenOffice.org stecke und es für die funktionsreichste Implementation halte. Zu der angefragten Übertragung der Namensrechte habe sich das Unternehmen aber nicht geäußert. Das Unternehmen, das eine eigene Business-Edition von Open Office verkauft, appelliert stattdessen an die Entwicklergemeinde, sich am bisherigen Open-Office-Projekt zu beteiligen: “Wir ermutigen die Open-Office-Community sehr, weiterhin über www.openoffice.org mitzuwirken.”

Die Document Foundation, heißt es in dem jetzt veröffentlichten Statement, “geht dementsprechend davon aus, dass Oracle nicht plant, die Foundation kurzfristig zu unterstützen oder Community-Werte wie die Marke ‘OpenOffice.org’ zu übertragen.” Sie hoffe aber, heißt es weiter, dass sich diese Haltung ändert. Das Statement, dass Stiftungs-Mitgründer auch als Blogposting veröffentlicht hat, enthält Oracles bisher einzige Reaktion auf die Gründung der Foundation.

Derweil gibt das neue Office-Projekt ein Update seiner Befindlichkeit nach der ersten Woche anhand von Zahlen:

  • Die Beta-Version von Libre Office wurde über 80.000 Mal heruntergeladen;
  • Die Zahl der Mirrorserver beträgt derzeit 45 in 25 Ländern auf allen Kontinenten – diese Zahl, lautet eine Anmerkung, sei bereits jetzt fast halb so groß wie die Zahl, die das OpenOffice.org-Projekt innerhalb von zehn Jahren aufbaute;
  • In einer Woche wurden etwa 80 Änderungen am Quellcode von Libre Office akzeptiert, die von von 27 verschiedenen, darunter vielen neuen, Entwicklern stammen;
  • Auf dem IRC-Kanal #libreoffice sind regelmäßig etwa 100 Entwickler anwesend und es wurden bisher etwa 14.000 Meldungen ausgetauscht;
  • Etwa 2.000 Leser haben sich auf der Announce-Mailingliste angemeldet;
  • Etwa 300 Beteiligte sind derzeit auf der Diskussions-Liste eingeschrieben, auf der täglich etwa 100 Mails ausgetauscht werden;
  • und etwa 600 Leser verfolgen die Tweets der Foundation auf Twitter, ungefähr 150 den Identi.ca-Account und Facebook zählt rund 1000 Fans.

Die Document Foundation wurde vor wenigen Tagen auf Projektinitiative als Zukunftssicherung der freien Bürosuite Open Office gegründet. Da die Namensrechte für den bisherigen Projektnamen “OpenOffice.org” und die Büro-Suite OpenOffice” seit dem Kauf von Sun Microsystems im April 2009 bei Oracle liegen, hatte die Stiftung gehofft, der neue Open-Office-Eigentümer würde sie unterstützen. Der Name Libre Office war zunächst nur als Platzhalter gedacht.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
2 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Joerg Schiermeier
15 Jahre her

So ganz verstehe ich den Bericht nicht:
bisher war ich davon ausgegangen, das der Vorbesitzer Sun die Rechte an Staroffice inne hatte, und die Community die an Open Office. War dem nicht so?

Joerg Schiermeier
15 Jahre her

Ahhh, habs gerade im Wikipedia-Artikel gelesen, das die Rechte an der Bezeichnung OpenOffice bei SUN lagen.

Nach oben