Mit dem tropischen Raubfisch teilt Seagates eSATA-Harddisk Barracuda nicht nur den Namen: Beide beeindrucken durch hohe Geschwindigkeit.
Die Seagate Barracuda ST3500601XS (siehe Tabelle “Steckbrief”) gehört zu den ersten eSATA-Festplatten auf dem Markt. Dank Serial ATA II transportiert sie theoretisch bis zu 300 MByte an Daten pro Sekunde (3 Gbit/s). Aktuelle Festplatten sind von diesen Datenraten jedoch noch weit entfernt. Die derzeit schnellsten SATA-Festplatten bringen es auf knapp 90 MByte/s, Werte über 100 MByte/s erreichen lediglich SCSI-Harddisks. [1] Seagates Packungsaufdruck Fünfmal schneller als Firewire 1394 und Hi-Speed USB ist somit mit Vorsicht zu genießen, da sich der Werbeslogan auf den theoretischen Datentransfer bezieht. Der tatsächliche Durchsatz hängt aber von der benutzten Festplatte ab.
Steckbrief
| Hersteller | Seagate |
|---|---|
| Modell | ST3500601XS Barracuda |
| Schnittstelle | eSATA |
| Kapazität | 500 GByte |
| Cache | 16 MByte |
| Gewicht | 1,3 kg |
| Zubehör | PCI-Karte von Promise (SATA 300 TX2plus) |
| Preis (ca.) | 300 Euro |
In der Schachtel
Die Barracuda ST3500601XS kommt in der typischen Seagate-Verpackung und ähnelt den USB- und Firewire-Lösungen aus dem gleichen Haus wie ein Ei dem anderen. Zum Lieferumfang der 500 GByte Speicherplatz bietenden eSATA-Platte gehört auch eine passende PCI-Steckkarte von Promise mit zwei externen SATA-Anschlüssen. Aktuelle Linux-Distributionen erkennen den Controller als Promise Technology, Inc. PDC40775 (SATA 300 TX2plus) (Abbildung 1) und binden die angeschlossenen Geräte über das Kernelmodul sata_promise problemlos ins System ein. Alternativ zum 500-GByte-Modell bietet Seagate die Disk für rund 200 Euro auch in einer kleineren Variante mit 300 GByte Kapazität an. Als Festplatte verbaut Seagate die Disk ST3500641AS, die mit 7200 Umdrehungen pro Minute rotiert und als Einzelstück rund 220 Euro kostet.
Im Gegensatz zu Lacie legt Seagate der Barracuda ST3500601XS keine PCI-Express-Karte, sondern ein traditionelles PCI-Board bei. Das hat den Vorteil, dass sich damit auch ältere Rechner ohne PCI-E-Steckplatz aufrüsten lassen, beschränkt jedoch den maximalen Datentransfer auf auf 133 MByte/s (bei 33 MHz PCI-Bustakt) beziehungsweise 266 MByte/s (bei 66 MHz).

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Abbildung 1: Der Befehllspci -v gibt genaue Auskunft über den von Seagate gelieferten SATA-Controller.Einstecken, loslegen
Nach dem Einbau der PCI-Karte lässt sich die Disk sofort in Betrieb nehmen, dazu muss sie lediglich beim Hochfahren des Rechners bereits angeschlossen und eingeschaltet sein. Hotplugging funktioniert zumindest unter Suse Linux 10.1 nicht. Haben Sie vergessen, die Festplatte rechtzeitig anzuschließen, müssen Sie das Kernelmodul sata_promise als Root zunächst mit dem Befehl rmmod sata_promise entfernen und danach über modprobe sata_promise neu laden. Mit der Karte zusammen erkennt das System dann auch die angeschlossene Festplatte.
Möchten Sie die Platte partitionieren, so lohnt es sich, auf den ersten Blöcken die Partition anzulegen, auf die Sie am häufigsten zugreifen beziehungsweise am schnellsten schreiben möchten. Laut unseren Benchmarks arbeitet die Platte hier rund 50 Prozent schneller, als auf den letzten Blöcken (siehe Tabelle “Top-Speed”.
Top-Speed
| Zylinder | 1 bis 12?000 | 50?000 bis 60?000 |
| Geschwindigkeit | 59 MByte/s | 39 MByte/s |
Die Benchmarks
Nach den Höhenflügen mit dem eSATA-RAID von Lacie im letzten LinuxUser [2] waren wir natürlich auf die Leistungen der Seagate-Platte gespannt. Mit Höchstwerten von 62 MByte/s (lesen) und 58 MByte/s (schreiben) übernimmt die externe Barracuda die Spitzenposition bei den externen Speichern ohne RAID und bringt damit etwa die Performance einer schnellen internen Festplatte. Die bisher schnellste Platte im Hardware-Labor des LinuxUser [3] brachte es dank Firewire 800 immerhin auf 41 MByte/s (lesen) beziehungsweise 38 MByte/s (schreiben).
Bei der Verwendung verschiedener Dateisysteme ergeben sich deutliche Unterschiede, wobei Ext3 wesentlich besser abschneidet als auf der Lacie Biggest S2S. Dies lässt vermuten, dass Ext3 Schwächen im RAID-Betrieb aufweist. Beim Benchmark Bonnie++ [4] (Tabelle “Bonnie++”), der die Geschwindigkeit der Festplatte mit 4 GByte großen Dateien misst, schreibt und liest XFS am schnellsten, dicht gefolgt von ReiserFS und Ext3. Diese Resultate bestätigte auch ein Test mit slow.c[5], das eine 2 GByte große Datei schreibt und liest. Mit geringen Nuancen zeigt slow.c das gleiche Bild wie Bonnie++, wobei sich hier ReiserFS auch beim Lesen knapp vor Ext3 setzt (Tabelle “slow.c”).
In beiden Benchmarks erzielte die Seagate-Platte eine Schreibgeschwindigkeit von rund 56 MByte/s und las die Daten mit knapp 60 MByte/s. Bei diesen Werten handelt es sich wie erwähnt um die Spitzenwerte im unteren Blockbereich für relativ große Files. Bei Dateigrößen unter einem MByte sinkt die Datenrate erfahrungsgemäß bis auf ein Zehntel der Maximalwerte.
Bonnie++
| Ext3 | ReiserFS | Xfs | |
|---|---|---|---|
| schreiben | 54 | 56 | 58 |
| lesen | 60 | 60 | 62 |
slow.c
| Ext3 | ReiserFS | Xfs | |
|---|---|---|---|
| schreiben | 49 | 53 | 58 |
| lesen | 56 | 57 | 60 |
Fazit
Die eSATA-Lösung von Seagate arbeitet ohne Zweifel sehr schnell. Die verbaute Festplatte gehört jedoch nicht zu den schnellsten SATA-Disks auf dem Markt, schon bald könnten hier Lösungen mit Datentransferraten von 80 MByte/s oder mehr zur Verfügung stehen.
Über das Preis/Leistungsverhältnis der Barracuda ST3500601XS kann man sich nicht beschweren: Der Promise-Controller allein kostet im Einzelhandel rund 50 Euro, die Festplatte etwa 220 Euro. Wünschenswert wäre hingegen auch eine günstigere Variante ohne PCI-Karte. Neue Mainboards bringen bereits eSATA-Anschlüsse mit, und der zweite Anschluss der Promise-Karte will schließlich auch nicht unbenutzt bleiben.
Glossar
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eSATA
-
External Serial ATA. Erweiterung des SATA-Standards für externe Festplatten. eSATA definiert abgeschirmte Kabel bis zu zwei Meter Länge und neue Stecker/Buchsen für bis zu 5000 Steckzyklen.
Infos
[1] Festplatten-Ranking: http://www.storagereview.com/php/benchmark/bench_sort.php
[2] Test Lacie Biggest S2S: Marcel Hilzinger, “Ganz hoch hinaus”, LinuxUser 11/2006, S. 84
[3] Test USB- und Firewire-Laufwerke: Marcel Hilzinger, “Schnell, schneller…”, LinuxUser 04/2006, S. 50
[4] Bonnie++: http://www.coker.com.au/bonnie++/
[5] slow.c: http://www.jburgess.uklinux.net/slow.c




