Futuristische Autorennen im Weltall sind Konsolenspielern wohl bekannt. Unter Linux tritt recht einsam das kommerzielle H-Craft gegen die großen Vorbilder Wipeout und Co an.
Das Spielprinzip ist so einfach wie simpel: Der Spieler jagt einen kleinen Raumgleiter über eine Achterbahn ähnliche Rennstrecke. Wer vom Kurs abkommt, stürzt unweigerlich in die Tiefe, das Zurücksetzen auf die Strecke kostet wertvolle (Runden-)Zeit. Wie in herkömmlichen Autorennspielen gewinnt der schnellste Fahrer das Rennen.
Modus operandi
Den Kern des Spiels bildet der Karrieremodus: Wer die vorgegebenen Aufgaben der Reihe nach meistert, erhält Zugang zu den nächsten anspruchsvolleren Rennen und schaltet bessere Raumgleiter frei.
Für ein schnelles Rennen in der Mittagspause eignet sich der so genannte Arcade-Modus. In ihm darf man eine der bereits verfügbaren Strecken wählen, die Gegnerzahl, den Schwierigkeitsgrad und die zu fahrenden Runden einstellen.

Abbildung 2: Die schwebenden Boliden ziehen optisch eindrucksvolle Feuerschweife hinter sich her, spielerische Auswirkungen haben sie jedoch nicht.
In allen genannten Modi steuert der Computer sämtliche Kontrahenten. Alternativ tritt man an einem PC gegen bis zu vier menschliche Mitspieler an. Auf den bei Konsolen so beliebten Splitscreen-Modus muss man hier jedoch verzichten: Alle Spieler fahren brav nacheinander, der mit der schnellsten Rundenzeit gewinnt. Fehlt die freie Zeit für ein persönliches Treffen, reicht man einfach aufgezeichnete Trainingsfahrten an einen oder mehrere Mitstreiter weiter. Diese sehen dann den Wagen im Timeattack-Modus als “Geisterauto” um die Strecke flitzen und können sich so zumindest mit einem menschlichen Spieler messen.

Abbildung 3: Insbesondere in engeren Kurven fliegt man schnell von der Strecke. Das Wiederaufsetzen kostet wertvolle Zeit, das Rennen ist damit so gut wie gelaufen.
Probierstube
H-Craft kostet derzeit 12 Euro. Eine Testversion steht auf der Homepage bereit [1]. Sie enthält nur die ersten beiden Strecken des Karrieremodus, gibt aber einen guten Einblick in das Spiel. Das heruntergeladene Archiv entpackt man einfach auf der Festplatte und startet das Skript hcraft. Eine ziemlich knappe, englische Anleitung liegt in der Datei HCraft_Manual.pdf. Der Link zum Online-Shop auf der H-Craft Homepage zeigt übrigens zur Zeit ins Leere. Zur richtigen Seite im Plimus Online Store führt [2].
Nach dem ersten Start vergibt man ein Benutzerprofil, unter dem H-Craft fortan alle Rundenzeiten und Punktestände speichert. Anschließend hat man in der Testversion nur noch die Chance den Karrieremodus via Championship, gefolgt von New Championship zu starten. Wie die nachfolgende Übersichtstafel verrät, besteht er aus drei Seasons, jede bringt vier Aufgabenpakete zu je drei Rennen mit.

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Abbildung 5: In der Testversion steht nur das erste RennpaketS01 001 zur Verfügung.Für jedes erfolgreich absolvierte Rennen verteilt H-Craft Punkte. Zugang zu einem neuen Aufgabenpaket erhält man erst mit dem darüber vermerkten Punktestand. Einmal absolvierte Rennen darf man immer wieder beginnen und so seinen Kontostand nachträglich erhöhen. Auf der Rennbahn steuern die Pfeiltasten das Vehikel, [C] wechselt die Kameraperspektive.
Kostenlose Konkurrenz
H-Craft ist unter Linux nicht ganz alleine. Vor vier Jahren wurde kurzzeitig das freie Science-Fiction Rennspiel Ecksee entwickelt [4]. Die letzte Version stammt vom 24.11.2006, die Homepage liegt mittlerweile in Trümmern. In unseren Versuchen ließ sich Ecksee auf modernen Distributionen leider nicht mehr übersetzen. Die vom Rennspiel verlangten Abhängigkeiten sind entweder nicht mehr offiziell erhältlich oder gnadenlos veraltet. Das ist bedauerlich, sehen die verbliebenen Screenshots im Internet äußerst viel versprechend aus.
Rutschpartie
Wohl aus gutem Grund beginnt der Karrieremodus mit einer Testrunde: Der eigene Raumgleiter fährt wie auf Schmierseife, das Heck bricht nervöser aus als der Schwanz eines Hundes. Damit sind zwar elegante Drifts möglich, insbesondere Einsteiger fallen aber fast im Sekundentakt von der Bahn. Da hilft auch nicht die angeblich “einzigartige” Fahrphysik. Interessierte sollten deshalb unbedingt eine Proberunde mit der Testversion drehen, bevor sie ihre Kreditarte zücken.
Fazit
Grafisch kann sich H-Craft für ein Linux-Spiel durchaus sehen lassen, wenngleich es mit seinen kargen Landschaften nicht an die Genrevorbilder herankommt. Die Streckenführung ist anspruchsvoll, die wenigen Spielmodi bieten jedoch nur langweilige Standardkost. Dafür ist H-Craft aber auch wesentlich günstiger.

Abbildung 7: Vor dem Absturz rettende Banden wie diese sind äußerst selten, schmale kurvenreiche Streckenabschnitte dafür um so häufiger.
H-Craft Championship
| Bezugsquelle: | http://www.irrgheist.com/games.htm |
| Entwickler: | Irrgheist (Michael Zeilfelder und Philipp Lossack) |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | ca. 12 Euro |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage: http://www.irrgheist.com/games.htm
[2] Online-Shop: http://secure.plimus.com/jsp/buynow.jsp?templateId=43377&referrer=store&contractId=2405006
[3] Wipeout: http://de.wikipedia.org/wiki/WipEout
[4] Ecksee: http://sourceforge.net/projects/ecksdee/








