Das Spiel zum Wochenende: Chromium B.S.U.

Das Spiel zum Wochenende: Chromium B.S.U.

Feuern, was die Leertaste hält

In den unendlichen Weiten des Alls herrscht wieder einmal Krieg. Um den Weg an die Front freizuräumen, entsendet der Materialtransporter Chromium B.S.U. einen kleinen, unbemannten Raumgleiter. Dieser ballert sich durch oder stirbt.

Sollte einer der Gegner den unteren Bildschirmrand erreichen, trifft er die Chromium B.S.U. und zieht automatisch ein Leben ab. Diese ungewöhnliche Spielregel führt zu einem etwas aggressiveren Vorgehen als in anderen Shoot ’em ups. So sind die eigentlich zu vermeidenden Kollisionen und Rempler fast schon an der Tagesordnung.

Abbildung 1: In Chromium B.S.U. sind Schilde ein äußerst wertvolles Gut.

Abbildung 1: In Chromium B.S.U. sind Schilde ein äußerst wertvolles Gut.

Harakiri

Sobald das eigene Raumschiff in Rauch aufgeht, entsendet die Chromium B.S.U. einen der in ihrem Hangar verbliebenen Ersatzgleiter. Die dabei erzeugte Energiewelle vernichtet alle Angreifer in der Umgebung. Es kann daher sogar sinnvoll sein, eine Selbstzerstörung des kleinen Kampfschiffes einzuleiten: Im Gegensatz zu einem feindlichen Abschuss stößt der Gleiter dabei seine Waffen ab, die das Ersatzschiff umgehend wieder einsammeln und nutzen kann.

Abbildung 2: Der Endgegner des ersten Levels steckt ziemlich viele Treffer ein.

Abbildung 2: Der Endgegner des ersten Levels steckt ziemlich viele Treffer ein.

Von diesen Spezialitäten einmal abgesehen, gehört Chromium B.S.U. zu den klassischen Shoot ’em up-Spielen: Der Spieler betrachtet das Geschehen aus der Vogelperspektive, die Landschaft scrollt vertikal unter dem Raumschiff hindurch. Vom oberen Bildschirmrand sausen die gegnerischen Truppenverbände heran, die man per Dauerfeuer unter Beschuss nimmt. Für jeden erfolgreichen Abschuss erhält man Punkte gutgeschrieben. Am Ende eines jeden Levels wartet schließlich ein überdimensionales Raumschiff (“Bossgegner”) auf seine Vernichtung.

Methusalem

Obwohl Chromium B.S.U. erst bei Version 0.9.14 angelangt ist, bildet es schon einen echten Linux-Spieleklassiker. Mark B. Allan begann die Entwicklung bereits im Jahr 2000, wobei ihm das Spiel Raptor der Mountain King Studios als Vorbild diente [2]. Mittlerweile liegt seine eigene Schöpfung allen großen Distributionen bei. Um das Shoot ’em up zu installieren, genügt folglich ein gezielter Griff zum Paketmanager (unter openSUSE 11.3 muss man zuvor noch das Repository openSUSE BuildService – Spiele aktivieren).

Abbildung 3: Diese fiesen violetten Scheiben umkreisen das eigene Raumschiff und schießen dabei noch aus allen Rohren.

Abbildung 3: Diese fiesen violetten Scheiben umkreisen das eigene Raumschiff und schießen dabei noch aus allen Rohren.

Nach dem Start sollte man zunächst im Hauptmenü mit den Pfeiltasten die Bildschirm Größe ändern und gegebenenfalls in den Vollbild-Modus umschalten. Anschließend kann man direkt ein Neues Spiel starten. Den Raumgleiter lenkt man mit der Maus, der Zeigefinger ruht währenddessen auf der linken Maustaste. Mit einem Doppelklick auf die rechte Maustaste leitet man die Selbstzerstörung ein.

Abbildung 4: Nachdem der Explosion des eigenen Raumschiffs, läuft diese blaue-violette Energiewelle vom unteren zum oberen Rand und vernichtet auf ihrem Weg sämtliche Gegner.

Abbildung 4: Nachdem der Explosion des eigenen Raumschiffs, läuft diese blaue-violette Energiewelle vom unteren zum oberen Rand und vernichtet auf ihrem Weg sämtliche Gegner.

Sechs Leuchtfeuer

Genre-untypisch kennt Chromium B.S.U. nur eine Hand voll Bonusgegenstände. So erhält man mit einem eingesammelten Totenkopfsymbol je nach Färbung entweder eine Maschinenpistole, eine Ionenkanone oder einen Plasma-Werfer. Ein blau glühender Pinguin füllt die Energie der Schutzschilde wieder auf, der rote Tux repariert sämtliche entstandenen Schäden, während die goldene Variante das Schiff kurze Zeit unverwundbar macht. Lässt man letzt genannten Pinguin bis zum unteren Bildschirmrand sinken, erhält man ein Extra-Leben und somit einen weiteren Ersatzgleiter.

Fazit

Trotz des hohen Alters kann sich die Grafik für ein kostenloses Spiel immer noch sehen lassen. Allerdings ist nicht ganz einzusehen, warum die einfache 2D-Grafik eine 3D-Beschleunigung voraussetzt. Darüber hinaus zehrt die extrem monotone Musikuntermalung recht schnell an den Nerven.

Abbildung 5: Um dieses Metallmonster am Ende des zweiten Levels zu besiegen, benötigt man sein ganzes Können.

Abbildung 5: Um dieses Metallmonster am Ende des zweiten Levels zu besiegen, benötigt man sein ganzes Können.

Der Schwierigkeitsgrad steigt rasch an – für Einsteiger mitunter etwas zu rasch. Wer zum ersten Mal in Chromium B.S.U. um sich schießt, sollte daher im Hauptmenü die Stufe auf den Fisch im Faß stellen. Nichtsdestotrotz bleibt Chromium B.S.U. ein Pflichtprogramm für alle Freunde von Shoot-Em-Up-Spielen.

Chromium B.S.U.

Bezugsquelle: http://chromium-bsu.sourceforge.net/
Lizenz: Artistic License
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik
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