Funtoo Linux ist ein Derivat von Gentoo. Das Projekt wurde vom Gentoo Gründer Daniel Robbins ins Leben gerufen, nachdem er bei Gentoo nicht mehr willkommen war, obwohl er der Distribution nur helfen wollte.
Funtoo verwendet genau wie Gentoo, Portage um Pakete zu installieren. Dabei werden keine fertige Pakete installiert, sondern alle Programme werden aus dem Source Code gebaut. Der größte Unterschied zu Gentoo besteht darin, dass Funtoo die Software per Git einspielt, Gentoo benutzt dazu Rsync.
Durch sogenannte USE-Flags können für jedes Paket Optionen Ein- oder ausgeschaltet werden. Will ich zum Beispiel kein KDE und kein Qt, trage ich in die globale Config-File /etc/make.conf
USE="-kde -qt3 -qt4"
ein. Für Gnome, wie bei mir, entsprechend USE="+gtk +gnome". Dadurch kann man seine Distribution ganz nach seinen Bedürfnissen anpassen. Besonders vorteilhaft ist dabei das man nicht wie bei apt, rpm oder dpkg Probleme mit Abhängigkeiten bekommt, da ja jedes Paket mit den vorhandenen auf dem System gebaut wird.
Bei Apt & Co. werden fertige Pakete gebaut. Wenn nun die fertigen Pakete mit einer anderen Version von zum Beispiel libpng gebaut wurden, kann es passieren das man auf seinem System Probleme bekommt. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn man bei Debian Quellen aus stable, testing oder unstable mischt oder bei jeder Distribution, wenn man zusätzliche Repositorys hinzufügt. Bei mir war es leider oft der Fall, da ich immer ein sehr stark gemischtes System hatte. Ansonsten hat man auch bei Gentoo natürlich Abhängigkeiten die aufgelöst werden müssen, was aber durch Portage sehr gut gelöst wird.
Welche USE-Flags es gibt kann man sich auf der Gentoo-Portage-Seite ansehen [1].
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Quick Install Guide
Für die Installation von Funtoo werden etwas mehr Linux-Kenntnisse vorausgesetzt, da es für die Installation keine fertigen Installer wie bei SuSE oder Ubuntu gibt.
Es wird irgendeine Live CD benötigt, ob mit X oder ohne ist egal. Wichtig ist nur das der Internet Zugang funktioniert. Ich selber bevorzuge die SystemRescueCD [2]. Mit der Live CD wird dann das System gestartet.
Die Festplatten kann man mittels fdisk oder über jedes andere Programm, welches auf der Live-CD ist, partitionieren, zum Beispiel:
- Partition_1: 50 MB für Boot (sda)
- Partition_2: 5 GB für Swap (sda2)
- Partition_3: Rest für / root (sda3)
Das kann natürlich jeder seinen Bedürfnissen anpassen.
Jetzt noch die Dateisysteme erstellen:
mkfs.ext2 /dev/sda1 mkfs.ext4 /dev/sda3 mkswap /dev/sda2
Danach das Einbinden in das Dateisystem.
mkdir /mnt/funtoo mount /dev/sda3 /funtoo mkdir /mnt/funtoo/boot mount /dev/sda1 /funtoo/boot swapon /dev/sda2
Wechseln in das soeben gemountete Dateisystem neue Root-Filesystem.
cd /mnt/funtoo
Als nächstes lädt man sich von der Funtoo-Homepage seine gewünschte Version von Funtoo [3] herunter. Benötigt wird das Stage Archiv und das Portage Archiv, zum Beispielfür ein Core2 Duo 32Bit
- Stage3 (Bitte nur Stage3 verwenden)
wget http://distro.ibiblio.org/pub/linux/distributions/funtoo/~funtoo/core2_32/stage3-core2_32-current.tar.bz2
- Portage
wget http://distro.ibiblio.org/pub/linux/distributions/funtoo/~funtoo/snapshots/portage-current.tar.bz2
Entpacken der Archive (wir sind immer noch in /mnt/funtoo):
tar xvfz stage3-core2_32-current.tar.bz2 tar xvfz portage-current.tar.bz2 -C /mnt/funtoo/usr
So jetzt ist schon mal alles Wichte auf dem System eingerichtet, sodass wir in eine sogenannte Chroot-Umgebung gehen können.
mount -t proc none /mnt/funtoo/proc mount -o bind /dev /mnt/funtoo/dev cp /etc/resolv.conf /mnt/funtoo/etc/ chroot /mnt/funtoo /bin/bash
Über den letzten Befehl wechselten wir in unser neues Funtoo Linux. Wenn alles geklappt hat, sollte jetzt auch schon das Netzwerk funktionieren. Darüber aktualisieren wir als erstes unseren Portage Tree
emerge --sync —> Bild Funtoo-Portage-sync <—
Updates und Kernel
Jetzt kann man sich die /etc/make.conf mal genauer ansehen und entsprechend noch seinen Bedürfnissen anpassen. Infos über die Cflags bekommt man im Gentoo-Wiki [4]. Dann das ganze System auf den aktuellen Stand bringen:
emerge --update --newuse --deep -av world —> Bild emerge update <— —> Bild emerge <— Hier wird das Paket db gebaut

emerge update bleibt das System auf dem neuesten Stand.” width=”300″ height=”169″ />
Abbildung 3: Überemerge update bleibt das System auf dem neuesten Stand.Damit das System auch noch starten kann, wird noch der Linux-Kernel und ein Boot-Loader benötigt.
emerge -av gentoo-sources genkernel boot-update
Der Linux Kernel ist jetzt aber nur im Quellcode vorhanden und muss erst noch übersetzt werden. Dabei hilf uns das Tool genkernel:
genkernel --menuconfig all —> Bild genkernel <—
Hier muss man sich etwas mit seiner Hardware auskennen und die entsprechenden Module aktivieren, die man benötigt. Wichtig zum booten sind vor allem die Treiber für die Festplatte. Bei den meisten SATA Systemen sollte AHCI aktiviert werden.
Device Drivers —>nf SCSI device support —> <*> SCSI device support <*> SCSI disk support SCSI low-level drivers —> <*> Serial ATA (SATA) support <*> AHCI SATA support <*> Intel PIIX/ICH SATA support
Bei Funtoo sind viele Module standardmäßig aktiviert, sollte das System zum Schluss aber nicht booten, besteht kein Grund zu Panik. Man kann einfach mit der Live-CD wieder booten, das Dateisystem wie oben beschrieben mounten, mit chroot in das Funtoo System gehen und dann mit genkernel die Kernel-Config nochmal anpassen.
Jetzt noch die /etc/fstab anpassen:
/dev/sda1 /boot ext2 defaults,noatime 1 2 /dev/sda2 none swap sw 0 0 /dev/sda3 / ext4 noatime 0 1
Das Password für den User Root sollte man auch nicht vergessen zu setzen, sonnst bootet das neue System, aber man kann sich nicht anmelden:
passwd root
Zum Schluss noch den Boot-Loader konfigurieren. Dies geht bei Funtoo sehr einfach mit dem Tool Boot-Update. Zunächst Grub2 in den MBR schreiben:
grep -v rootfs /proc/mounts > /etc/mtab grub-install /dev/sda --no-floppy
Dann das Update
boot-update
Wenn alles funktioniert hat, sollte das System jetzt auch schon booten:
reboot
Alles dabei
Ich selber verwende Funtoo als Arbeitsplatz System und als Multimedia-VDR-System. Einen Standard-Desktop gibt es nicht, kann jeder selbst entscheiden, zum Beispiel emerge gnome, emerge kde-meta. Man kann eigentlich alles installieren was man will und wofür es ein Ebuild gibt.
Von Funtoo gibt es selber keine Live CDs/DVDs. Wenn man sich das aber mal ansehen möchte, kann man sich die Gentoo Live-CDs/DVDs ansehen, da es ja fast das selbe ist.
Unterschiede zu Gentoo gibt es bei der Netzwerkconfig, Portage ist in einer aktuelleren Version und benutzt Git zum aktualisieren des Portage Tree. Weitere Informationen findet man auf der Funtoo-Homepage [5] und im Gentoo-Wiki [6], geholfen wird einem in den diversen Gentoo-Foren [7].
Infos
[1] Portage-Seite: http://gentoo-portage.com/USE
[2] System-Rescue-CD: http://www.sysresccd.org/Download
[3] Funtoo-Download: http://funtoo.org/en/articles/funtoo/quick-install-howto/
[4] Infos zu den C-Flags: http://en.gentoo-wiki.com/wiki/Safe_Cflags
[5] Funtoo-Homepage: http://www.funtoo.org
[6] Gentoo-Wiki: http://en.gentoo-wiki.com/wiki/Main_Page
[7] Gentoo-Foren: http://www.gentooforum.de und http://forums.gentoo.org/










Hallo Andreas,
das hört sich alles sehr spannend an, aber wie lange dauert denn so eine Installation auf einem durchschnittlichen Rechner?
Ich kann zu Funtoo nichts sagen, aber wie lange eine Installation dauert hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Installation mit dem kompletten KDE4 oder auch einem kompletten Gnome dauert natürlich um einiges länger als wenn man zu dem Stage 3 nur ein lde und eine Handvoll Programme installiert. Auf meinem AMD X2 mit 8GB RAM dauert eine Installation mit komplettem KDE und ein paar anderen Programmen seine 5 bis 6 Stunden. Ist natürlich nicht mit Ubuntu zu vergleichen aber solche Vergleiche darf man auch gar nicht ziehen. Funtoo oder jedes andere Gentoo-Derivat bringt eine sehr große Flexibilität und ein riesiges… Mehr »
Hallo, wie schon mein Vorredner sagte, kann man es nicht genau sagen. Es hängt sehr stark davon ab was alles Installiert werden muss. Ein erfahrener User bekommt es sicher an einem Tag hin. Ein nicht so erfahrener User wird wohl um einiges länger benötigen. Es reicht ja auch nicht aus die Pakete nur auf das System zu kopieren, es müssen auch noch viele Einstellungen gemacht werden. z.b. das KDM oder GDM der Displaymanager ist oder das es auch alles in deutsch ist. Lan muss von Hand konfiguriert werden und und und. Es ist schon einiges was es an Zeit bei… Mehr »
Wenn es klappt, benoetigt man ca 30 min plus Kompilierzeit,
ein paar Stunden, die man nicht am Rechner verbringen sollte.
(Alle Programme schoen nacheinander installiert,
durch ; getrennt: emerge A ; emerge B ; …
Problematisch wird es, wenn mal was nicht klappt.
je nachdem, was es ist, kann das dann sehr lange dauern.
“Partition_2: 500 GB für Swap (sda2)”
Ich denke, das müsste wohl 5 GB heißen, wenn du vermutlich etwa 2 GB RAM hast.
Da hast Du natürlich Recht. Ich habe 4 GB RAM und damit ich Suspend to RAM machen kann brauche ich damm min 4 GB Swap und nicht 500 GB.
Vielen Dank für den Hinweis
Andreas
Hallo! Es ist eine Frechheit so eine Lüge wie in der Überschrift zu verbreiten :( Man sollte sich schon richtig informieren,wenn man keine Ahnung hat. Hier kommt die ganze Wahrheit über den Diktator “Daniel Robbins” (Wo er das nur gelernt hat?). Zitat: Die Kuratoriumsmitglieder, die noch übrig sind, haben eine Neuwahl beauftragt, die sich momentan in der Nominierungsphase befindet. Dabei wurde auch Daniel Robbins bedacht, der aber ablehnte, da er nicht die Zeit für eine demokratische Regelung aufbringen kann. Eine diktatorische Lösung, die ihm vorschwebte, wäre seiner Ansicht nach zeitlich effizienter gewesen. linux-user P.S. Also, wer keinen Diktator haben will,… Mehr »