Michael Tiemann, Vice President für Open Source bei Red Hat und Vorsitzender der Open Source Initiative (OSI), hat auf den Webseiten der Malaysischen Regierung entdeckt, dass sie minutiös ihren Migrationsstand dokumentiert. Wer ähnliche Reports kennt, möge sich melden, schreibt er in seinem Blog.
Der malaysische Staat hat nach eigenen Angaben 97 Prozent des Zieles erfüllt, dass sämtliche öffentlich-rechtliche Dienststellen – zu denen auch Universitäten und Krankenhäuser zählen – im Jahr 2010 wenigstens zum Teil quelloffene Software einsetzen. Konkret benutzen derzeit 703 von 724 Büros Organisationseinheiten zum Beispiel Open Office, ein Linux, MySQL oder den Jboss-Anwendungsserver. Während dieses Ziel knapp verfehlt wurde, sind die Ziele quelloffener Backend-Infrastruktur und quelloffener Software auf dem Desktop übererfüllt.
Die parlamentarische Wahlmonarchie Malaysia, ein auf zwei Halbinseln unterhalb des südchinesischen Meeres gelegenes Schwellenland, trägt auf der eigenen Portal-Webseite des 2004 gestarteten “Open Source Competency Centre, Malaysian Administrative Modernisation and Management Planning Unit” (OSCC MAMPU) detaillierte Berichte zusammen. In dem 58-seitigen PDF “Latest OSS adoption” ist beispielsweise für jede einzelne der 724 Dienstellen aufgelistet, welche Software dort zum Einsatz kommt. In der einen Kategorie unterscheidet sie etwa nach Desktop (D), Infrastruktur (I), Application (A) oder Workload (W). In der anderen Kategorie hat die malaysische Verwaltung eigene freie Software für den Eigenbedarf geschrieben. Eine Vorstellung der Projekte ist auf einer eigenen Seite versammelt.
Michael Tiemann weist noch darauf hin, dass für die USA ein ähnliches Projekt im Gange ist, das den derzeitigen Stand des dortigen OSS-Deployments transparent machen soll (siehe auch “Amerikas Regierung öffnet sich unter genauer Beobachtung”). Unter seinem Blogeintrag, in dem er sich Hinweise auf ähnliche Reports gewünscht hat, ist bereits ein Eintrag für Brasilien vorhanden.






In deutschen Behörden ist leider keiner der englischen Sprache mächtig. Sonst könnte man denen das mal zeigen. :-D