Das in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) und dem türkischen Forschungsinstitut für Elektronik und Kryptologie (UEKAE) entwickelte Pardus GNU/Linux liegt mittlerweile in Version 2009.2 vor.
Ursprünglich um den stetig zunehmenden Lizenzkosten proprietärer Softwareanbietern entgegen zu steuern, wurde Pardus GNU/Linux als alternatives Betriebssystem für Behörden und öffentliche Einrichtungen entwickelt. Die erste stabile Version gab es im Jahr 2003 mit Pardus 1.0, im selben Jahr wurde auch das Pardus-Projekt selbst ins Leben gerufen.
Dabei galt Stabilität und einfache Benutzerführung mit aktueller Softwareausstattung als oberstes Gebot. So baut das Pardus Projekt sein Betriebssystem basierend auf Qt- und KDE-Technologien. KDE SC ist hierbei die primäre Arbeitsumgebung dieser Distribution. Sämtliche Programme und Systemwerkzeuge werden hauptsächlich in der modernen Programmiersprache Python geschrieben und nahtlos in den KDE Desktop integriert.
Am 3. Juni 2010 wurde das zweite Update für Pardus 2009 mit dem Codenamen „Geronticus eremita“ veröffentlicht:
http://www.pardus.org.tr/eng/news/pardus-20092-geronticus-eremita/
Wie es in bisherigen Pardus Versionen üblich ist, widmet das Pardus Projekt auch diesem Release den Namen einer Tierart, dessen Fortbestand akut gefährdet ist: „Geronticus eremita“ ist der lateinische Name des einst in Europa und Teilen Anatolien weit verbreiteten Vogelgattung – der Waldrappe.
Jede Menge Feinarbeit
In Pardus 2009.2 wurden Kerntechnologien wie MUDUR (Neukonzeption des INIT-Systems), COMAR (Systemkonfigurations-Manager), PiSi (Softwareverwaltung) oder YALI (Installationsprogramm) auf die neueste Version aktualisiert. Einen Großteil machen Fehlerkorrekturen und Optimierungen am Desktop aus.
So wurden Systemmanagement-Werkzeuge und Pardus spezifische KDE-Tools gänzlich überarbeitet und an KDE 4.4.4 und Qt 4.6 angepasst. Beeindruckend ist das neue Plasmoid „plasma-runner-pisi“. Es bietet unter Krunner eine Option für die Installation von Programmen an, die nicht im System installiert sind – sobald dessen Name eingetippt wird:
Die Paketdatenbank ist in dieser Version deutlich performanter. PiSi selbst wurde gänzlich überarbeitet und dessen grafische Oberfläche (GUI) der Pardus Paket-Manager neu gestaltet. So lässt sich der Paket-Manager ohne die Notwendigkeit von KDE Bibliotheken auch in andere Desktops einfacher integrieren. Des Weiteren bietet der Paket-Manager das Filtern von Updates an (z.B. nur Sicherheitsupdates, …):
Die Optik von Kaptan – der Pardus eigene Erste-Schritte-Assistent – wurde verbessert. So lässt sich Kaptan auch auf kleineren Bildschirmen einfacher bedienen, z.B. Netbook – Displays. Insgesamt wurde die Benutzerführung einer kompletten Überarbeitung unterzogen:
Die voreingestellte Desktopumgebung wurde auf KDE 4.4.4 aktualisiert und speziell für Pardus angepasst. Der neue KDE Desktop ermöglicht unter anderem eine Umschaltung zwischen verschiedenen Modi; wie etwa dem Standardmodus, dem alten KDE-Modus und dem neuen Netbook-Modus – welcher für kleine Bildschirme konzipiert ist.

Von der gelungenen Netbook Oberfläche der KDE Arbeitsumgebung können jetzt auch Pardus Awender profitieren.
Eine verbesserte Integration von GTK – Anwendungen in KDE sorgen für ein einheitlicheres Aussehen von Fenstern und Dialogen. Passend dazu wurde auch das Standard Icon-Theme „Milky“mit neuen Icons erweitert.
Hinter der Leinwand
Technische Daten
| Aktuelle Version / Codename | 2009.2 / Geronticus eremita |
| Herkunft | Türkei ( TÜBITAK / UEKAE ) |
| Unterstützte Sprachen |
11 Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Katalanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch |
| Abstammung / basierend auf | Eigenentwicklung ? Neue Distribution |
| Entwicklerteam | 20 hauptberufliche Entwickler (Ziel bis 2010: 50 hauptberufliche Entwickler) |
| Medien | Installations-DVD („Kurulan“) Live-DVD („Calisan“) |
| Primär Desktop | KDE 4 (KDE 3.5.10 unter Pardus Corporate) |
| Alternative Desktop | Nachrüstbar über inoffizielle Zusatzpaketquellen |
| Architektur / Kernel | 32-Bit / Kernel 2.6.31.13 |
| Besonderheiten |
Eigenentwicklungen:
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| Releasezyklen | Vorgegebene Roadmap, aber Freigabe erst wenn es für Produktiveinsatz reif ist … (Roadmap-Abweichungen möglich) |
| Stärken |
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| Schwächen |
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Pardus 2009.2 ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit aktuellster Software ausgestattet:
- KDE 4.4.4
- Qt 4.6.2
- Python 2.6.5
- OpenOffice 3.2.1.3
- Firefox 3.6.3
- Thunderbird 3.0.4
- Gimp 2.6.8
- Linux Kernel 2.6.31.13
Aktuell wird Pardus nur mit einem 32-Bit Kernel angeboten. Ein neuer Zweig in Pardus ist das 64-Bit Version Projekt, es wurde kürzlich von einer Gruppe engagierter Studenten der technischen Universität Canakkale in Istanbul ins Leben gerufen.
Für Computer mit größeren Hardwareressourcen bietet das Pardus Projekt bereits jetzt einen angepassten 32-Bit PAE-Kernel an, mit dem auch mehr Arbeitsspeicher als 3GB adressiert werden kann. Für Echtzeitarbeiten ist ab Pardus 2009 ein spezieller 32-Bit Kernel mit RT-Patch im Software-Depot verfügbar.
Roadmap
Für die nächsten Monate sind folgende Pardus Versionen geplant:
- Mitte 2010: Pardus Corporate 2 (Pardus mit Langzeit-Support)
- Ende 2010: Pardus 2011
- Jahr 2011: Pardus 2011.1-3
- Ende 2011: Pardus 2012
- Jahr 2012: Pardus 2012.1-3
Eine Roadmap bis zum Jahr 2013 vom Pardus Projektmanager Dr. Erkan Tekman gibt detaillierte Auskunft über die künftigen Pläne des Pardus Projekts.
Links
Projekt-Homepage: http://www.pardus.org.tr/eng/
Google Summer Of Code: http://code.google.com/soc/2008/pardus/about.html
Pardus Developer Base: http://developer.pardus.org.tr/
Offizielle Paketquelle: http://packages.pardus.org.tr/
Extra-Repository: http://www.pardususer.de/index.php?action=repository
Community: http://www.pardususer.de/
Pardus Wiki-System: http://www.pardus-wiki.org/
Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Pardus










