Arch Linux ist auf Basis von LFS (Linux From Scratch) komplett neu entwickelt worden. Die Distribution orientiert sich am Aufbau von Slackware, der Paketverwaltung von Debian, dem Build-System von Gentoo und an BSD.
Version 0.1 von Arch Linux (Homer) erschien am 11 März 2002. Ein ungefähr 25 Mann starkes Team und Helfer betreuen und entwickeln Arch weiter. Arch-spezifische Entwicklungen werden unter der GPL veröffentlicht. Arch Linux ist auf die i686-Architektur optimiert, das bedeutet leider auch, dass nur i686- und x86_64-Architekturen unterstützt werden.
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Die Versionsnummer des Releases wird durch Jahr und Monat gebildet, indem das Release veröffentlicht wurde. Beispielsweise ist 2010.5 die Versionsnummer für das Release, welches im Mai 2010 veröffentlicht wurde. Ähnlich wie bei Gentoo sind die Releases Snapshots vom Entwicklungsstand. Arch setzt auf ein rolling-releases system, dass heisst die Programme werden kontinuierlich aktualisiert und nicht bei einem Versionsupgrade.
Die Versionsnummer (zum Beispiel 2010.5) bezeichnet sogenannte Snapshots, ein Snapshot ist eine Kopien aller im Moment im Repository liegenden Programmversionen. Diese dienen als Installationsmedien.
Es gibt fünf Entwicklungszweige:
- Core ist für Produktivsysteme gedacht und enthält alle Pakete für ein minimales System
- Extra enthält Core-Alternativen und andere Pakete, die nicht für ein Minimalsystem gebraucht werden.
- Testing enthält Pakete, die fehlerhaft sein könnten und noch getestet werden müssen. Der Grossteil der Entwicklungsarbeit findet in diesem Entwicklungszweig statt.
- Community enthält Pakete, die von sogenannten trusted Users erstellt wurden.
- Unsupported enthält keine Pakete, sondern bezeichnet die PKGBUILDs im Arch Linux-Community Repository (AUR).
Arch Linux ist eine Linux-Distribution, welche das KISS-Prinzip besonders konsequent umzusetzen versucht. Deshalb verwendet Arch textbasierte Installations- und Konfigurationsassistenten und verzichtet bewusst auf GUI-Programme, da diese laut Arch-Philosophie die wesentlichen Vorgänge vor dem Benutzer verstecken. Die Konfiguration des gesamten Systems lässt sich ähnlich wie bei einem BSD-System grösstenteils über eine einzige Datei (/etc/rc.conf) abwickeln. Es gibt keine Standarddesktopumgebung, alle Desktops sind optional, da man nur ein Minimalsystem ohne grafische Oberfläche installiert. Auch sind alle Dateisysteme optional. Damit ist die volle Entscheidungsfreiheit aber auch die volle Verantwortung beim Benutzer. Arch Linux kann man deshalb eher als Distribution für Fortgeschrittene einstufen.
Paketmanager
Der Paketmanager ist pacman. Er kann Pakete suchen, downloaden, installieren, updaten und entfernen. Abhängigkeiten werden automatisch aufgelöst. Die Konfiguration kann man in der Datei /etc/pacman.conf vornehmen. Das Arch Team stellt bewusst kein grafisches Frontend bereit, da dieses gegen die Arch-Philosophie und das KISS-Prinzip verstossen würde.
Das Arch Build System (ABS) ist eine Gentoo-ähnliche Paketverwaltung. Dabei wird eine Textdatei namens PKGBUILD, die Informationen zum Downloaden und Konfigurieren des Programms enthält, genutzt. Der Nutzer kann Programme, die in der Paketverwaltung sind, so seinen Bedürfnissen anpassen. Dazu gibt es ein Programm namens makepkg. Es führt die Anweisungen aus und kompiliert und installiert das Paket durch pacman. Mit Hilfe von ABS kann man auch das ganze System mit eigenen Compiler-Flags neu kompilieren. Dies zeigt auch die Orientierung an Gentoo. Bei Gentoo kompiliert man ja bekanntlich fast jedes Programm nach eigenen Compiler-Flags und sogenannten USE-Flags. In manchen Foren wird Arch Linux deshalb von Gentoo-Jüngern auch als Gentoo-Pussy-Version bezeichnet.
Durch das Arch Linux User-Community Repository (AUR) können Nutzer der Community PKGBUILDs für nicht unterstützte Programme bereitstellen. Deshalb sind diese PKGBUILDs wie schon gesagt im sogenannten Unsupported Entwicklungszweig.

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Abbildung 3: Arch Linux mit dem Fenstermanager DWM 5.6.1 mit geöffneterconfig.h.Installations-CD
Den neusten Core-Snapshots lädt man am besten von der Projektseite [1] herunter. Danach brennt man das ISO-Abbild auf eine CD. Dieser Snapshot enthält aber (nur) die nötigen Programme, um ein Minimalsystem ohne graphische Oberfläche zu installieren. Alle zusätzlichen Pakete installiert man mittels pacman nach.
Support
Man findet sämtliche Informationen und Installationshilfen auf der Projekt-Homepage [2]. Ein sehr ausführliches Wiki und ein deutsches Forum befindet sich auch auf der Projektseite der deutschen Arch-Linux-Nutzer [3]. Die Seiten sind zum Teil auch auf Deutsch und anderen Sprachen verfügbar [4]. Auf der Projekthomepage kann man auch Bugs melden.
(Persönliche) Bewertung
Arch Linux ist eine Distribution, die man sehr gut den eigenen Bedürfnissen anpassen kann. Jedoch braucht man vor allem als Einsteiger einige Zeit, um sich in die Distribution einzugewöhnen. Dank des hervorragenden Wikis ist es jedoch kein Problem sich einzulesen.
Das Paketmanagement ist mit pacman wirklich gut gelöst, dadurch spiegelt sich auch das KISS-Prinzip konsequent umgesetzte KISS-Prinzip wider. Arch bietet einen guten Mix aus aktuellen Programmen, Anpassungsmöglichkeiten, einfachem Paketmanagement und Minimalismus. Wer sein System noch minimalistischer und stärker anpassen will, kann – so wie ich – auf Gentoo umsteigen.
Infos
[1] Download-Link: http://www.archlinux.org/download/
[2] Projekt-Homepage: http://www.archlinux.org
[3] Deutsche Projekt-Hompage: http://www.archlinux.de
[4] Projekt-Wiki: http://wiki.archlinux.org/index.php/Main_Page
[5] Details zur Aktion “Mein Linux” https://www.linux-community.de/Internal/User-Blogs/Aus-dem-Leben-eines-Hardware-Redakteurs/Mein-Linux








Hallo David,
wie darf ich das jetzt verstehen? “Dein Linux” ist Arch, aber eigentlich bist Du auf Gentoo umgestiegen, wie du am Ende Deines Artikels schreibst?
Ist in der blauen Box auf der ersten Seite erklärt: Diese Reihe, in der Leute Distris vorstellen heißt “Mein Linux”.
Zu deiner Frage: Ich hatte zuerst auf meinem Laptop und meinem PC Arch installiert, nun habe ich auf meinem Laptop Gentoo und auf dem PC läuft weiterhin Arch.
Vorweg: Mein absoluter Favorit ist Arch Linux. Bestimmte Punkte im Artikel könnten zu Missverständnissen bei Leuten führen, die sich nicht tiefergehend mit Arch beschäftigt haben. Arch Linux ist keineswegs eine Art “Gentoo light”, sondern eine wirklich einzigartige, eigenständige Distribution, die naturgemäss einige Gemeinsamkeiten mit anderen Distributionen wie Gentoo hat. Arch wird im “Normalfall” als Bloody-Edge betrieben. Die Software, die man im Rolling System verwendet, ist wirklich aktuell (viel aktueller als in Gentoo !), sind aber auch von bestimmten Gruppen getestet, bevor sie in die Repositories gelangen. Der grosse Unterschied zu Gentoo ist, dass in den Repositories Binaries sind, die direkt… Mehr »
Unverständlich finde ich, dass hier kein ß mehr zu finden ist. “Naturgemäss”, “gross”, “verstossen” – da ist der halbe Text doch rot. Oder seid ihr alle Schweizer? Traurig jedenfalls, dass unsere schöne Sprache hier so mit Füßen getreten wird. Da muss doch jeder Drittklässler drüber lachen.
Der Autor kommt aus der Schweiz, deshalb habe ich die Schreibweisen für gross usw. beibehalten. In einem gedruckten Artikel hätte ich das nicht gemacht, aber auf der Community finde ich das ganz ok. Ich würde zum Beispiel auch in einem Text aus Österreich Wörter wie Paradeis oder Mirabelle drin lassen und nicht durch Tomate oder Aprikose ersetzen. Das macht die deutsche Sprache meiner Meinung nach lebendig.
P.S. Die Drittklässler würden sich als erste freuen, wenn sie ab morgen keinen Buchstaben ß mehr lernen müssten…
Bei uns kennt das Keyboard-Layout nicht mal ß (Obwohl es möglich ist).
Desweiteren frag ich mich für was dieses ß überhaupt soll, wenn es mit ss auch geht und erst noch schneller als ein Alt-Gr + S.
Die Deutschen haben eh ne komische Art an sich, alle paar Jahre die Rechtschreibung zu ändern.
Ach so, kommt aus der Schweiz, dann ist es natürlich okay und mein Kommentar etwas unangemessen. Bitte das zu entschuldigen. Unsere Drittklässler fluchen doch nicht mehr über das ß — das ist doch eine der wenigen Sachen, die nun wirklich einfach geworden ist. Und spätestens ein paar Jahre später merkt man dann auch, dass das gute alte ß schon seine Existenzberechtigung hat. An hust: Auf der deutschen Tastatur gibt es eine Extrataste rechts neben der 0, da ist das ß. Insofern ist es also doch schneller als zweimal s ;-) Die Rechtschreibung wurde doch in letzter Zeit nur einmal groß… Mehr »
Zitat: “Etwas unglücklich, aber alle paar Jahre machen wir das ja nun nicht. Solange ist das ß doch auch noch nicht aus dem Schweizerischen raus”
Weil es das ß nie gab in der Schweiz?
Ich hab noch nie in meinen 28 Jahren ein ß in der Schule/Beruf/Zeitung/Medien/Untertitel oder gar Keyboard Layout gesehen.
Selbst meine Eltern und Grosseltern fragen sich jedes mal was es sich mit dem ß auf sich hat.
Wer es ned glaub soll mal hier gucken:
http://baslerstab.ch/epaper
Grossrat, Grösste usw usf
Also ich bin ja kein Schweizer, dennoch ziemlich sicher, dass das in der Schweiz relativ neu ist. Wikipedia bestätigt dies auch: Es ist schon lange (seit 1906) außer Mode (mit der Zeit dann sogar in den Schulen), offiziell “wegreformiert” wurde es erst 2006.
Also, lass es dir von einem Nichtschweizer sagen: Es gab sehr wohl ein ß in der Schweiz.
Da kann dir aber jeder Schweizer inkl. dem Autor des Artikels bestätigen das zumindest in den letzten 100 Jahren kein ß benutzt wurde in der Schweiz.
Wie schon gesagt…
Weder ich, Eltern noch Grosseltern haben das ß je benutzt und vorallem wurde es uns nie in der Schule begebracht, zumal es auch nirgends benutzt wird in der Schweiz.
Ich denke die Schule ist kein Beweiskriterium, welches sich direkt in der Gesellschaft widerspiegelt. Immerhin haben seit der Rechtschreibreform 1996 hier in Deutschland die Schüler die neue Rechtschreibung gelernt. Dennoch ist der Anteil derer, die nach der “neuen Rechtschreibung” arbeiten sicherlich wesentlich größer, weil einfach die meisten hier lebendem Menschen nicht innerhalb der letzten 14 Jahre zur Schule gegangen sind. (Mal abgesehen davon, dass man den Eindruck bekommen könnte, dass in Deutschland inzwischen ohnehin keine “Räschtschraihpunck” mehr gelehrt wird, wenn man die Jugend betrachtet..)
Und die Schweizer haben genauso in der Rechtschreibkommission gesessen, wie die Deutschen und die Österreicher.
Sie unterscheiden eben nur nicht zwischen “ss” und “ß”, was übrigens, wie im Fall von “Maßen” und “Massen”, eindeutig die Lesbarkeit verschlechtert.
Zitat: “Arch wird im “Normalfall” als Bloody-Edge betrieben. Die Software, die man im Rolling System verwendet, ist wirklich aktuell (viel aktueller als in Gentoo !)” Sorry, die Pakete von Gentoo Testing (ACCEPT_KEYWORD=”~Foobar”) sind so ziemlich identisch mit denen von Arch was die Aktualität angeht. Zitat: “Der grosse Unterschied zu Gentoo ist, dass in den Repositories Binaries sind, die direkt (wie in den meisten anderen Distris) installiert werden, nur eben viel aktueller. Bei Gentoo hat mich immer genervt, dass man alles immer selbst neu kompilieren muss (da überlegt man sich ein update drei oder vier mal).” Jeder, der sich eine SOURCE… Mehr »
Zitat: “Sorry, die Pakete von Gentoo Testing (ACCEPT_KEYWORD=”~Foobar”) sind so ziemlich identisch mit denen von Arch was die Aktualität angeht.” Meine Bemerkung zielte auch auf die freigegebenen Repositories, nicht Testing. Hier ist Arch sehr wohl aktueller, zumindest nach meinen letzten Vergleichen. Es gab auch vor kurzem ein Vergleich mehrerer Distris, der veröffentlicht wurde. Auch hier war es eindeutig. Zitat: “Jeder, der sich eine SOURCE BASIERENDE DISTRUBTION zieht sollte sich im klaren sein das er kompilieren muss!” Das war mir auch selbstverständlich bewusst. Ich wusste nur nicht, wie lästig das ist (FÜR MICH, auf meinen 5 Rechnern). Das muss man doch… Mehr »
… dass Arch hier ein wenig wie “Gentoo für Arme” dargestellt wird. Klar gibt es viele Gemeinsamkeiten und ein Vergleich mit Gentoo gehört in den Artikel, aber dann sollten auch die Vorzüge bzw. Besonderheiten von Arch deutlicher dargestellt werden anstatt nur zu sagen “Wer sein System noch minimalistischer und stärker anpassen will, kann – so wie ich – auf Gentoo umsteigen.” — Ich kann mit Arch mein System genauso minimalistisch und beliebig angepasst gestalten wie mit Gentoo.
Ich verwende auch Arch und Gentoo, aber Arch ist nicht “Pussy”, sondern gleichwertiges Geschwisterkind.
Hallo,
ich teile Markus seine Meinung ebenfalls. Diese Aktion ist doch genau dafür da, Distributionen vorzustellen und vor allem deren Besonderheiten vorzuzeigen.
Wie soll mich eine Distri, die als “Gentoo-Pussy-Version” bezeichnet wird überzeugen? Ein weiterer Punkt, wo ich sagen würde, dass kann man doch so nicht schreiben, ist, dass der Autor auf der einen Seite Arch bewirbt und auf der anderen Seite sagt, er nutzt Gentoo. ^^
Was mich erfreut, sind die zahlreichen Kommentare hier, die zum Teil noch sehr wichtige Informationen nachreichen. Danke dafür ;)
Soviel zu meiner Meinung
TheOne