Funktionsvielfalt des Mobilbetriebssystems Android stellten viele Vortragende auf der Droidcon unter Beweis: Optische Raffinessen der Demoszene, Musikerkennung auch in der Disco und mehrfache taktile Stupser zeigten sich im bunt gemischten Programm. Nur einer fehlte: Google.
Android hat eine aktive Kreativszene: Die Demo-Gruppen TSRI und Brain Control zeigten, dass Androids Bewegungssensoren sich prima eignen, um kleine Kurzfilme und Animationen mittels GL zum Leben zu erwecken. Der Entwickler Sebastian Schuberth beklagte zwar die uneinheitliche Implementation der Bibliothek, bekam aber Anerkennung dafür, seine Demo-Applikation rein in Java statt mit dem nativen NDK geschrieben zu haben.

Bei der Droidcon 2010 waren mit rund 800 Besuchern fast die Hälfte mehr da als 2009. (Foto: droidcon.de)
Kreativität und ein gutes Ohr brauchen auch Anwender, die vor der Geräuschkulisse ihres Lieblingsclubs den neusten Chart-Hit nachsummen. Die App Mufin findet zur Belohnung selbst unter erschwerten Umweltbedingungen in einer Datenbank von über 5 Millionen Songs das Orginal der Geräuschprobe heraus. Den umgekehrten Weg geht Super Collider, eine Audio-Plattform des Schotten Alex Shaw für das Mobilbetriebssystem. Es versteht sich als Musik-Synthesizer und kann professionelle Tunes erzeugen.
Fingerfertigkeit fordert hingegen das Xperia X10 Mini, das Sony Ericsson diese Woche auf den Markt brachte. Für rund 300 Euro erhält der Anwender ein Telefon, das mit rund acht mal fünf Zentimetern deutlich kleinere Abmessungen als andere Android-Smartphones besitzt. Es lässt sich einhändig und Android-untypisch mittels T9 bedienen – eine Eigenentwicklung des Herstellers. Der will in vier Wochen außerdem mit dem X10 Mini Pro für zusätzliche 20 Euro eine Variante mit Tastatur herausbringen.
Trotz juristischer Rangeleien mit Apple ist die Touchscreen-Bedienung mittels mehrerer Finger (Multitouch) seit dem API 2.0 für Android enthalten, berichtete der Entwickler Markus Junginger von der App-Schmiede Greenrobot. Da es unterschiedliche Techniken für Touchscreens gibt, gestaltet sich deren Einbeziehung jedoch noch schwierig. Die auf der Konferenz allgegenwärtig diskutierte Gefahr der Fragmentierung gilt also gerade auch hier, warnte der Programmierer.
Stellungnahmen vom Android-Hauptentwickler durften die Droidcon-Teilnehmer übrigens nicht erwarten: Google hatte entschieden, mit keinem einzigen Kopf auf der Konferenz zu erscheinen. Die unabhängig von Google organisierte Droidcon, die sich ganz dem Handy-Betriebssystem Android widmet, ist mit gut 800 Besuchern heute in Berlin zu Ende gegangen.






