In einem Labyrinth versuchen sich mehrere Spieler gegenseitig in die Luft zu sprengen. Dieses einfache aber extrem launige Spielprinzip versüßt Cube Combat mit hübscher 3D-Grafik, netter Musikuntermalung und einem Netzwerkmodus.
Zu Beginn finden sich alle Spieler in den Ecken eines überdimensionalen Schachbretts wieder. Auf Tastendruck zündet die eigene Figur eine Bombe, die unweigerlich nach drei Sekunden detoniert. Ihre Sprengkraft zerreißt nicht nur alle umliegenden Felsen und Kisten, sondern befördert hoffentlich auch noch den ein oder anderen Gegner ins Jenseits. Selbiges blüht einem selbst, sofern man gelegten Sprengsätzen nicht konsequent aus dem Weg geht. Das ist jedoch alles andere als einfach, da sich die vorhandenen Deckungsmöglichkeiten während der Gefechte langsam in Rauch auflösen.

Abbildung 1: Aufgrund der gesprengten Mauern gibt es zum Ende einer Runde kaum noch Deckungsmöglichkeiten.
Feuerwerk
Für Abwechslung im explosiven Spielgeschehen sorgen verschiedene Szenarien, unterschiedlich aufgebaute Labyrinthe und diverse Bonusgegenstände. Wer beispielsweise eine kleine Kiste einsammelt (das Remote Powerup), darf seine Bomben fernzünden. Andere Gegenstände vergrößern den Wirkungsradius der Bomben oder machen der eigenen Spielfigur Beine.

Abbildung 2: Wer die grün glühende Kiste einsammelt, darf seine Bomben zukünftig fernsteuern. Die grauen Kisten lassen sich im Gegensatz zu den Backsteinbauten in die Luft sprengen.
Der letzte Überlebende einer Spielrunde erhält einen Punkt. Anschließend dürfen alle Spieler im nächsten Labyrinth erneut ihr Glück versuchen. Eine komplette Partie endet, sobald ein Zeitlimit erreicht, ein bestimmter Highscore geknackt oder eine vorgegebene Anzahl Runden gespielt wurden. Als Sieger geht schließlich der Spieler mit den meisten Punkten hervor.

Abbildung 3: Der letzte Überlebende gewinnt die Runde. Wer das möglichst häufig schafft, gewinnt zum Schluss die Partie.
Alle gegen einen
Zwar kann man auch alleine gegen den Computer spielen, richtig viel Spaß macht Cube Combat erst mit bis zu vier menschlichen Gegnern. Diese treten im lokalen Netzwerk oder über das Internet gegeneinander an.
Zur Atmosphäre trägt auch die gute 3D-Grafik, die stimmungsvolle Musik und der rasante Spielablauf bei. Eine Sekunde zum Verschnaufen hat man nur selten. Bei vier Kontrahenten geht es in den kleinen Labyrinthen allerdings recht eng zu, wodurch der eigene Bombenleger manchmal etwas zu schnell in die ewigen Jagdgründe eingeht.

Abbildung 4: Mit einer aktuellen 3D-Grafikkarte liefert Cube Combat beeindruckende Effekte. Beispielsweise erzeugen detonierende Bomben kleine Druckwellen.
Altlasten
Cube Combat ist ein frecher Klon der Bomberman-Spielereihe [2]. Sie sorgt bereits seit Anfang der 80er Jahre vor allem auf Videospielkonsolen für heiße Gefechte. Ihre Beliebtheit hat zahlreiche kostenlose Nachahmer hervorgebracht. Unter Linux zählen dazu beispielsweise Bombermaaan [3], XBomber [4], Bomberclone [5], Xblast [6] oder ClanBomber [7], von denen die drei zuletzt genannten einen Netzwerkmodus kennen. Bei dieser Konkurrenz erscheint es ziemlich mutig, Cube Combat als kommerzielles Spiel für 7,75 Euro anzubieten.

Abbildung 5: Hier wurden bereits zwei Gegner ausgeknockt, der Silbergraue bekommt gleich die Wirkung der ferngezündeten Mine zu spüren.
Ob einem die hübschere Optik diesen Preis wert ist, kann jeder anhand einer Demoversion ausprobieren. Man muss lediglich das ca. 30 MB große ZIP-Archiv auf die Festplatte laden, dort entpacken und schließlich in einem Terminalfenster das Skript ./cc.sh starten.
Die eigene Figur steuert man mit den Pfeiltasten, [Strg] legt eine Bombe. Wer das Remote Powerup eingesammelt hat (und eine eckige Mine abwirft), zündet die Explosion über die Leertaste. Um einen Bonusgegenstand aufzunehmen, läuft man einfach über ihn drüber.

Abbildung 6: Liegt eine Bombe im Wirkungsradius einer anderen, detoniert sie ebenfalls, was wiederum die Sprengkraft entsprechend vergrößert.
Fazit
Technisch, optisch und musikalisch gibt es an Cube Combat nichts zu bemäkeln – bis auf den einen kleinen, von uns allerdings nicht reproduzierbaren Absturz unter Ubuntu 9.10. Insbesondere mit mehreren Personen an einem Rechner macht das kurzweilige Spielprinzip eine Menge Spaß. Gegenüber den originalen Bomberman-Spielen fehlt Cube Combat allerdings der launige “Hotseat”-Mehrspielermodus, bei dem alle Bombenleger gemeinsam an einem Computer spielen. Auf frotzelnde Kommentare und herrliche Grimassen der Verlierer muss man somit verzichten.
Der Preis von 7,75 Euro erscheint insbesondere bei der zahlreichen, kostenlosen und zudem noch quelloffenen Konkurrenz etwas zu hoch. Wer vom Bomberman-Spielprinzip einfach nicht genug bekommt, darf jedoch blind zugreifen. Alle anderen sollten zunächst einen Blick auf die Testversion, sowie XBlast und Co werfen.
Cube Combat-Details
| Bezugsquelle | http://www.cubecombat.net |
| Entwickler | Inferi Games |
| Lizenz | Eigene |
| Preis | 7,75 EUR (per PayPal) |
| Voraussetzungen | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Beschleunigung |
Infos
[1] Cube Combat Homepage: http://www.cubecombat.net
[2] Informationen zum Vorbild Bomberman: http://de.wikipedia.org/wiki/Bomberman
[3] Bombermaaan: http://bombermaaan.sourceforge.net
[4] XBomber: http://www.linuxmotors.com/SDL_bomber/
[5] Bomberclone: http://bomberclone.sourceforge.net/homepage/core.html
[6] XBlast: http://xblast.sourceforge.net
[7] ClanBomber: http://clanbomber.sourceforge.net





