Zoff mit RMS: Gnome denkt an Austritt aus dem GNU-Projekt

Zoff mit RMS: Gnome denkt an Austritt aus dem GNU-Projekt

Xnome

Die kompromisslose Haltung von Richard Stallman gegenüber proprietärer Software stößt bei einigen Gnome-Mitgliedern auf Missfallen. Der Ruf nach Abspaltung von Stallmans GNU-Projekt wird laut.

Seit seinen Anfängen im Jahr 1997 ist das Projekt hinter dem freien Desktop Gnome Teil des GNU-Projekts. Gegründet von Stallman im Jahr 1983 hat das GNU-Projekt das Ziel, ein völlig freies Betriebssystem zu schaffen. Die harte Haltung des streitbaren Gründers könnte nun Anlass dafür geben, dass Gnome den Weg in die Unabhängigkeit sucht. In einem Posting auf der Gnome-Liste schlägt der Entwickler Philipp van Hoof vor, dass die Mitglieder über eine Trennung vom GNU-Projekt abstimmen sollten. Der Grund: In einer Zuschrift fordert Stallman, dass auf den Gnome-Listen und Blogeinträgen, die auf Planet Gnome erscheinen, keine proprietäre Software diskutiert werden solle.

Auf Nachfrage der Gnome-Chefin Stormy Peters führt er aus: “Gnome ist Teil des Gnu-Projekts, und es sollte die Freie-Software-Bewegung unterstützen. Die absolut mindeste Unterstützung für die freie-Software Bewegung heißt, nicht aktiv dagegen vorzugehen. Das heißt, dass es vermieden werden muss, proprietäre Software als legitim darzustellen.” Peters selbst meint, sie könne sich dieser Haltung zwar nicht anschließen, gibt aber dennoch Anleitung, wie diese Vorgabe umgesetzt werden könne.

Van Hoof stellt in Frage, ob diese Position tatsächlich mehrheitlich die der Gnome-Mitglieder ist. Er schreibt: “Ich sehe dass so, dass sich die meisten Mitglieder aus dieser philosophischen Diskussion heraushalten wollen”, und will dies in einer Abstimmung herausfinden. Für seinen Vorschlag hat er bereits Unterstützer gefunden, und die formellen Voraussetzungen scheinen auch geklärt: Es heißt, dass zehn Prozent der Mitgliederstimmen nötig seien, um die Abstimmung abzuhalten.

Mit dem Gnome-Initiator und Novell-Mitarbeiter Miguel de Icaza liegt Stallman bereits seit einiger Zeit im Streit: Der FSF-Gründer kritisiert wiederholt die Arbeit an Mono sowie die Zusammenarbeit mit Microsoft in verschiedenen Projekten.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben