Eine öffentliche Ausschreibung der schweizer Gemeinde Jegenstorf für die Neubeschaffung ihrer Schul-IT schließt Open-Source- sowie Apple-Lösungen explizit aus.
Verantwortlich für die einseitig auf Microsoft fixierte Ausschreibung ist die Bildungskonferenz der rund 4500 Einwohner zählenden Berner Gemeinde Jegenstorf beziehungsweise die zur Beratung herangezogene Firma SYTEQ GmbH, die der parlamentarischen Gruppe für digitale Nachhaltigkeit bereits des öfteren negativ aufgefallen ist, weil Sie homogene Windows-Landschaften empfiehlt. So findet sich den auch in der aktuellen Ausschreibung folgende Passage:
“Es wurde von der ausschreibenden Stelle nach eingehender Prüfung der möglichen Varianten festgelegt, dass in den Schulen Jegenstorf in Zukunft weiterhin mit der einheitlichen Plattform Microsoft Windows gearbeitet wird. Das Pflichtenheft wurde deshalb für die Windows- Plattform erstellt. Angebote aus der Apple Macintosh- und OpenSource-Umgebung sind nicht zugelassen.”
Details zur Ausschreibung hat Anika Kehrer von Linux-Magazin Online ermittelt.






Mich würde einmal Interessieren, was für eine Prüfung stattgefunden hat (Gedankenpunkt: Zählen mit einem Finger?)!
Würde jemand mit technischem Hintergrundwissen aus der Opensourcegemeinde oder dem Applelager dem Schulamt beisitzen würde dieser zumindest doch einmal eine Begründung wollen.
Auch die Prüfungsvariablen sollten bekannt gegeben werden!
Aufforderung an die Gemeinschaft sowie der FSF als Organisation: Warum schreiben wir nicht einmal das Schulamt eine zweite Meinung einzuholen?!
Fazit: Es kann doch nicht angehen, dass eine Firma einer Schulengemeinschaft sämtliche Zusammenarbeit mit der Opensourcegemeinde sowie dem Applelager ohne eine AUFGESCHLÜSSELTE Begründung unterbinden möchte.
“Zuerst ignorieren sie dich
Dann lachen sie über dich
Dann bekämpfen sie dich
Und dann gewinnst du.”
Demnach sind wir schon beim “bekämpfen”.
Die Firma ist ja ziemlich einseitig, aber auf der Webseite haben Sie trotzdem Bilder mit den guten alten iMacs drauf. Einfach unter “interessiert?” nachguggen.
Wie man es nicht hinnehmen kann, das man sich gegen opensource entscheidet – und jeder kennt das für und wieder – von beiden varianten…
also einfach mal stehen lassen das ganze und weiter machen…
Hahaha, “eingehende Prüfung” my ass! ;-D DAS würd ich gerne mal wissen, wie diese “eingehende Prüfung” genau ausgesehen hat!… MS “Get the facts” Powerpoint-Folien lesen? Kennt ihr das auch? Dass einem als Anwender alternativer Systeme von MS-Dienstleistern richtiggehend Hass entgegenschwappt, weil sie sich da halt null auskennen, aber auch völlig unfähig sind, das auch ehrlich zuzugeben? Klar, das bedroht ja ihren Status, die Allround-Computerexperten zu sein, die ALLES hinkriegen, was der Kunde wünscht! ;-) Statt dass man sich mal weiterbildet oder sich wenigstens jemanden sucht der sich da auskennt, mit dem man zusammenarbeiten kann, falls ein Kunde mal Opensource-Lösungen nachfragt!…… Mehr »
Ganz ehrlich: Wen juckt’s? Wenn da eine handvoll Schweizer gerne homogenes Windows will, dann sollen sie das machen. Auch damit wird man arbeiten können – zigtausende Unternehmen zeigen das jeden Tag auf’s neue. Und irgendwann werden sie sich vielleicht wundern, warum man für jeden Pups ne neue Rechnung ins Haus bekommt und einen Serverpark finanzieren muss, der bei anderen, die von Art und Umfang her ähnliches tun, viel kleiner ausfällt. Man muss ja niemanden zu seinem Glück zwingen und wenn man sich von den Beratern die Scheuklappen aufziehen lässt in dem Glauben eine optimale Lösung zu bekommen, dann ist durch… Mehr »
Und warum ist das nun eine Meldung wert?
Wenn ich Windows will, kaufe ich Windows, wenn ich Linux will kaufe ich Linux, und wenn ich überteuerten Plastikschrott will, kaufe ich eben im Apple Store… Warum soll ich in einer Ausschreibung Produkte zulassen, die ich nicht einsetzen möchte. Wäre ja irgendwie schwachsinnig.
Es geht hier nicht um irgendeine Firma und die Situation gilt genauso auch für Deutschland. Es geht hier darum, dass eine Schule, also eine Institution, die ihr Geld von den Steuerzahlern erhält, nicht bereit ist, Alternativen zur Ausschreibung zuzulassen. Das ist das Problem.
Der Zweck einer Ausschreibung ist es, einen Leistungskatalog zu verfassen und zu veröffentlichen. Jedes Unternehmen, das in der Lage ist, die geforderte Leistung umzusetzen kann sich darauf bewerben. Die ausscheibende Institution entscheidet letzendlich wer den Auftrag bekommt. Ausschreibungen sind zu dem gerade dazu da, um nach festgelegten Kriterien einen geeigneten Kandidaten zu finden, der die Leistung dann erbringt und nicht nach der Willkür eines Politikers einen Leistungserbringer zu beschäftigen. Durch die Verpflichtung, anstehende Dienstleistungen auszuschreiben, soll insbesondere Vetternwirtschaft vermieden werden und es Politikern unmöglich gemacht werden, die Aufträge direkt an die Firmen von Bekannten, Verwandten oder Parteifreunde zu vergeben. Zwar… Mehr »