Das Latitude 2100 von Dell eignet sich durch seine robuste Bauweise nicht nur für den Einsatz in Schulen. Die LinuxCommunity hat sich das Gerät genauer angeschaut.
Seit diesem Frühjahr bietet Dell mit dem Latitude 2100 ein Netbook an, das von seiner Bauweise her in erster Linie für Schüler gedacht ist. Das stabile Gerät eignet sich jedoch auch für den heimischen Gebrauch.
Erstmal alles ganz normal
Dell hat im Latitude 2100 typische Netbook-Hardware verbaut:
- 10,1-Zoll-Display mit 1024 x 576 Bildpunkten
- Atom-N270-Prozessor
- Max. 2 GByte Hauptspeicher
- SD-/MMC-Kartenleser
- 3 x USB-2.0-Anschlüsse
- Audio-Ein- und Ausgänge
- VGA-Ausgang
Für die Kommunikation mit der Außenwelt verfügt das Latitude 2100 wahlweise über ein Dell-WLAN-Modul nach 802.11b/g oder ein Dell bzw. Intel-Modul nach 802.11a/b/g/n. Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich zudem eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle. Wie bei den meisten Dell-Modellen üblich lässt sich auch das Latitude 2100 relativ frei Konfigurieren: zur Auswahl stehen verschiedene Festplattengrößen (aber keine SSD), eine integrierte Webcam, ein Drei- oder Sechszellen-Akku sowie ein Touchscreen. Last but not least gibt es den Rechner neben der schwarzen Standardausführung auch in den Farben Rot, Grün, Gelb und Blau.
Beim RAM sind 512 MByte fest verbaut, ein Slot steht für Erweiterungen frei. Wer die kompletten 2 GByte nutzen möchte, sollte das Modell gleich mit 2 GByte bestellen, da man das Netbook für das RAM-Upgrade zünftig auseinander schrauben muss.
Durch die gummierte Oberfläche liegt der Rechner sehr gut und rutschfest in der Hand, Schmutzflecken sind auf dem Gerät auch nach intensivem Gebrauch kaum zu sehen. Durch seine robuste Bauweise eignet es sich zudem gut für den Outdoor-Einsatz. Dell hat das Gerät in erster Linie als Schülernetbook entwickelt und dazu ein paar Besonderheiten eingebaut. Auf der Außenseite des Netbook-Deckels befindet sich eine Lampe, die automatisch angeht, wenn Sie über [Fn]+[F6] das WLAN einschalten.
Damit jeder Schüler sein Netbook sogleich findet, verfügt der Akku über eine transparente Abdeckung, hinter der sich zum Beispiel ein Namensschild anbringen lässt. Ein passender Kartonstreifen befand sich allerdings bei unserem Testgerät nicht in der Verpackung, zudem gilt die Beschriftung nicht für das Gerät, sondern nur für den Akku. Im Praxiseinsatz in der Schule dürften hier Probleme vorprogrammiert sein.
Mit einem Gewicht von 1,6 kg (inklusive 6-Zellen-Akku) wiegt das Latitude 2100 deutlich schwerer in einer Tasche als vergleichbare 10-Zoll-Netbooks, die massive Bauweise macht sich hier bemerkbar.
Ubuntu inside
Dell bietet den Rechner wahlweise mit Ubuntu 8.10 oder Windows XP an (mit Gratis-Upgrade auf Windows 7). Der deutsche Shop listet fälschlicherweise Ubuntu 8.12 als Linux-System, vorinstalliert ist jedoch Version 8.10. Im Unterschied zu den Inspiron-Mini-Notebooks setzt Dell beim Latitude 2100 nicht auf den speziell von Dell entwickelten Schnellstarter mit hübsch animierten Effekten, sondern bringt ein ganz normales Ubuntu mit Gnome als Desktop.
Auch bei der Programmauswahl gibt sich der Dell-Rechner konservativ: Es sind keine spezielle Programme für die Schule vorinstalliert, lediglich ein Tool für die Kalibrierung des Touchscreens gehört zu den Ausnahmeerscheinungen. Immerhin gibt es neben den Standard-Repositories auch noch einen Zusatzeintrag von Dell, der auf das PPA-Repository des Dell-Teams [2] verweist. Es enthält neben dem Dell-Paketsignierungsschlüssel und einem Softmodem-Treiber das Dell-Recovery-Tool und einen Treiber für die Sondertasten des Netbooks. Das Wiederherstellungstool von Dell steht nach der Installation als Icon auf dem Desktop bereit. Sie erstellen damit über wenige Mausklicks ein Wiederherstellungsabbild auf DVD oder einem USB-Stick (mindestens 2 GByte).
Für das WLAN-Modul von Broadcom setzt Dell teilweise proprietäre Treiber an. Ubuntu 8.10 zeigt dies bei einem Klick auf System | Systemverwaltung | Hardware-Treiber so an, wie wenn das Modul noch nicht installiert wäre, der Treiber ist aber bereits aktiv.
In Kinderhand
Das Latitude 2100 eignet sich trotz 10-Zoll-Display relativ gut für die tägliche Arbeit. Die Tastatur verfügt über einen sehr guten Anschlag, lediglich die Eingabetaste könnte etwas breiter sein, damit man nicht aus Versehen auf die Rautetaste kommt. Der Kartenleser verschluckt SD-Speicherkarten komplett. Das bringt Vorteile, wenn man den Rechner oft mit inliegender Karte transportiert, allerdings gestaltet sich das Herausnehmen manchmal zur Geduldsprobe.
Sehr gut gefiel uns auch das matte Display und der Touchscreen. Auch wenn sich die Nützlichkeit des berührungsempfindlichen Displays auf den ersten Blick nicht erschließt (im Unterschied zum Classmate-PC von Intel kann man das Latitude 2100 nicht in einen Tablet-PC verwandeln), lohnen sich die rund 40 Euro Aufpreis für den Touchscreen, da sich zum Beispiel Spiele wie Mahjongg oder Same Gnome darüber deutlich intuitiver bedienen lassen. Kindern (und Erwachsenen) fällt zudem die Bedienung deutlich intuitiver als über das Touchpad. In den Praxistests zeigte sich zudem, welche Vorteile die massive Bauweise und der schwere Akku als Standfuß mit sich bringt: Das Gerät kippt nicht nach hinten und bleibt auch bei der Bedienung über den Touchscreen problemlos stehen.

Auch im Praxistest gab sich das Latitude 2100 keine Blöße und hielt den tatschenden Kindern problemlos stand.
Auch beim Powermanagement bekommt das Latitude 2100 gute Noten. Zwar versetzt sich der Rechner beim Schließen des Displaydeckels nicht automatisch in den Schlafzustand, der Suspend-to-RAM funktioniert aber über die Funktionstaste [Fn]+[F2] einwandfrei und beim Aufklappen des Deckels erwacht das Gerät automatisch aus dem Schlafzustand.
Die Akkulaufzeit betrug in den Tests mit gemischter LAN- und WLAN-Nutzung zwischen vier und fünf Stunden, setzen Sie auch die Webcam ein und nutzen das WLAN-Modul permanent, liegt sie leicht unter vier Stunden. Mit dem kleineren Dreizellen-Akku können sie somit mit Laufzeiten um zwei Stunden rechnen.
Hauptsache Linux
Da das Netbook über quasi Standardhardware verfügt, lässt sich praktisch jede Distribution darauf installieren. In unseren Tests machte die aktuelle Beta-Version von Moblin 2.0 einen sehr guten Eindruck, auch das Ubuntu-Derivat EasyPeasy oder OpenSuse arbeiten gut mit der Dell-Hardware zusammen.
Preise und Verfügbarkeit
Der Einstiegspreis von 279 Euro ist für Firmenkunden bestimmt, somit ohne Mehrwertsteuer zu verstehen. Die Grundausstattung mit Ubuntu enthält den kleinen Dreizellen-Akku und die 80-GByte-Festplatte, hingegen keine Webcam und kein Bluetooth-Modul. Unser Testsystem mit 6-Zellen-Akku, 1 GByte Ram, Touchscreen und Webcam kostet inklusive Mehrwertsteuer rund 450 Euro (zuzüglich 30 Euro Versandkosten bei Internetbestellung). Der Netto-Einstiegspreis für die Windows-Variante mit 160 GByte-Festplatte und Bluetooth-Modul beträgt 349 Euro. Im Unterschied zur Windows-Variante kann man die Linux-Version auch mit einer 250-GByte-Festplatte bestellen, die Windows-Version gibt es nur mit einer 160-GByte-Harddisk. Bei einer ungefähr identischen Konfiguration sparen Linux-Nutzer somit rund 50 Euro, mit anderen Worten: Dell verdient am Windows-System geschätzt ca. 40 Euro mehr.











Ihr habt bei euch erwähnt, dass man das Netbook für ein Ram Upgrade öffnen muss. Habe auf http://www.latidude.info dazu eine bebilderte Anleitung gefunden. Viel Spaß damit.