IDC-Studie sagt Linux gute Wachstumsraten voraus

IDC-Studie sagt Linux gute Wachstumsraten voraus

(c) sxc.hu

1 Milliarde

Die Marktforscher von IDC prognostizieren Linux in den nächsten fünf Jahren weiterhin anhaltendes Wachstum, im Jahr 2012 sollen die Umsätze eine Milliarde Dollar erreichen.

In einer kostenpflichtigen Studie mit dem Titel „World Wide Linux Operating Environment 2009-2013 Forecast“ untersucht IDC die Marktentwicklung des freien Betriebssystems in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Al Gillen, Leiter der Studie, beschreibt die Rahmenbedingungen: „Das kommerzielle Linux wurde während der Rezession 2001-2002 erwachsen, und jetzt ist der Schuh am anderen Fuß, wenn das Linux-Ökosystem um die Anpassung an geänderte Marktbedingungen kämpft“ so Gillens einleitende Worte. Er sieht beste Zukunftsaussichten: „Die gute Nachricht ist, dass Linux beinahe unter Garantie erfolgreich durch diese schwierigen Zeiten kommen wird.“

Seine optimistische Einschätzung belegt er mit aktuellen Marktzahlen: Während sich weite Teile der Industrie in 2008 mit Stagnation oder Rückgang der Geschäfte abfinden mussten, wuchsen die Umsätze mit Linux-Servern im Vorjahresvergleich um 23,4 Prozent auf 567 Millionen US-Dollar. Der Großteil der aktuell verkauften Server-Systeme stammt von Red Hat und Novell, und diese beiden Unternehmen sehen die Analysten weiter wachsen. Nach IDCs Beobachtung stammen auch zahlreiche nicht-kommerzielle Systeme von den beiden Distributoren. Diesem Einsatzbereich räumen die Marktforscher hohe Wichtigkeit ein, auch wenn kein Geld fließt. Allen schreibt: „Die Rolle des nicht bezahlten Linux ist weiterhin signifikant, sowohl bei den Stückzahlen wie auch bei der Schaffung einer größeren Kundenbasis.“ Eine weitere Erkenntnis der kostenpflichtigen Studie: Innerhalb der Unternehmen wird Linux zunehmend als ausgereiftes Betriebssystem wahrgenommen und in unternehmenskritischen Bereichen eingesetzt.

John Dragoon, der Marketingchef von Novell hat die Studie bereits gelesen und zitiert in seinem Blog erfreut einige Zahlen hieraus: Im Jahr 2012 soll erstmals die Milliarden-Dollar-Umsatzgrenze erreicht, 2013 bereits auf 1,2 Milliarde US-Dollar angestiegen sein. Da sieht er sogar den Wettbewerb entspannt: „Zwar hat Red Hat weiterhin den größten Marktanteil, Novell hatte aber ein besonders gutes 2008 mit einem Anstieg von 50,3 Prozent von 2007 auf 2008 beim Umsatz mit dem Linux-Betriebssystem“, schreibt er. Ebenso wie IDC werte Novell die Faktoren Virtualisierung und Interoperabilität als wesentliche Treiber bei der Linux-Einführung, so Dragoon weiter.

Für den IDC-Analysten ist der zunehmende Einsatz von Virtualisierungssoftware eine gute Möglichkeit, in schwierigen Zeiten Geld zu sparen. Langfristig mag sich Allen aber nicht allzu sehr festlegen, sein Schlusskommentar: „Die Langfrist-Prognose für Linux ist gut, aber wir betrachten 2009 als Wendepunkt für die Akzeptanz und den Einsatz von Linux, weil die Kundschaft bedingt durch die Wirtschaftskrise zu sparen beginnt und auch andere Bereiche – etwa den Einsatz von Virtualisierungssoftware – in ihre Überlegungen aufnimmt.”

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1 Kommentar
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Arthur Schmidt
16 Jahre her

Wer sich allein die lange Liste der weltweit agierenden IT-Firmen anschaut, welche Linux aktiv unterstützen, der sieht kein vergleichbares Betriebssystem.
Selbst Microsoft ist mittlerweile einer der größten Vertriebspartner von Novells Enterprise Linux.

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