Datensicherheit mit Btrfs und RAID 1

Aus LinuxUser 01/2026

Datensicherheit mit Btrfs und RAID 1

© keleny / 123RF.com

Doppelt hält besser

OpenSuses Standarddateisystem Btrfs ist eine Diva –zu Höchstleistungen fähig, aber auch eigenwillig. Ein RAID 1 hilft, Ärger zu vermeiden.

OpenSuse geht eine enge Symbiose mit dem Btrfs-Dateisystem ein. Der Installer wählt es seit Ende 2014 als Standardoption, sofern der Anwender nicht explizit eine andere Wahl trifft. Das von Suse entwickelte Werkzeug Snapper [1] überträgt das von Windows bekannte Konzept der Systemwiederherstellungspunkte mithilfe von Btrfs-Snapshots auf Linux.

Btrfs ist, auch wenn der Kernel es schon seit 2009 anbietet, das modernste native Linux-Dateisystem. Das ähnlich gestrickte ZFS [2] fand aufgrund von Lizenzproblemen keinen direkten Eingang in den Linux-Kernel. Es erfordert zudem eine nicht ganz unproblematische Neuinstallation, die bei jedem Upgrade der Kernel-Version ansteht. Ähnliches gilt für das noch neuere Bcachefs [3].

Rufschädigung

Btrfs absolvierte eine relativ lange experimentelle Phase, bis seine Entwickler es 2013 als stabil kennzeichneten. Probleme in dieser Zeitspanne haben dem Ruf des Dateisystems geschadet. Wer im Internet nach Dateisystemkorruption unter Linux sucht, findet heute noch überdurchschnittlich viele Klagen von Btrfs-Anwendern.

Es gibt eine Studie [4], die die Dateisysteme Ext4, Btrfs und F2FS systematisch per Fault Injection vergleicht, also durch das gezielte Einschleusen von Datenfehlern (Abbildung 1). Das Erscheinungsjahr 2019 relativiert ihren Wert für aktuelle Btrfs- und Ext4-Dateisysteme, doch ihre Grundtendenz dürfte noch immer zutreffen.

Abbildung 1: Forscher der Universität Toronto vergleichen im Jahr 2019 bei einer Konferenz der Non-Profit-Organisation Usenix die Dateisysteme Ext4, Btrfs und F2FS auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Hardwarefehlern.

Abbildung 1: Forscher der Universität Toronto vergleichen im Jahr 2019 bei einer Konferenz der Non-Profit-Organisation Usenix die Dateisysteme Ext4, Btrfs und F2FS auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Hardwarefehlern.

Zwei Befunde der Studie stechen hervor: Ei...

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