Digitale Nomaden brauchen einen schnellen, mobilen Computer. Das InfinityBook Pro 13 des deutschen Linux-Spezialisten Tuxedo erfüllt genau diese Anforderung.
Die Käufer von Notebooks lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Manche wollen einfach nur einen PC, der nicht so viel Platz wegnimmt. Die nächsten möchten einen Desktop-PC mobil machen, das Notebook muss sich also für Spiele und andere leistungshungrige Anwendungen eignen. Wieder andere suchen einen digitalen Begleiter, der den Büro-Desktop ersetzt. Das entsprechende Notebook muss leicht und kompakt sein, lange ohne Steckdose auskommen und sämtliche Alltagsaufgaben zuverlässig erledigen.
An die letztgenannte Gruppe richtet sich eine wahre Armada von 13 Zoll großen Notebook-Flundern, inzwischen als “Ultrabook” etabliert, wie etwa das neue InfinityBook Pro 13 von Tuxedo [1]. Das Pro-Modell des in LU 05/2016 getesteten Linux-Notebooks [2] beseitigt einige Schwächen des Vorgängers und kommt nun auch per Kabel ins Netzwerk. Vielschreiber entdecken allerdings relativ schnell eine unangenehme Eigenschaft des Geräts.
InfinityBook Pro 13
Tuxedo greift beim InfinityBook Pro 13 ins oberste Fach des Hardware-Regals: Der mit bis zu 3,5 GHz getaktete Core i7-7500U – das “U” steht für Ultra Low Power – aus Intels aktueller “Kaby-Lake”-Mikroarchitektur gehört zum schnellsten, was Intel für Notebooks im Programm hat. Nur die im Frühjahr 2017 vorgestellten CPUs wie der Intel Core i7-7567U laufen mit bis zu 4 GHz etwas schneller. Langsamere CPUs bietet Tuxedo für die Pro-Variante des InfinityBooks gar nicht erst an.
Ansonsten lässt sich die Ausstattung des Geräts in weiten Teilen den eigenen Vorstellungen anpassen (Abbildung 1). Nur beim Display gibt es keine Option: Der matte Bildschirm bietet bei einer Diagonalen von 13,3 Zoll nur Full-HD-Auflösung. Bis zu 32 GByte Arbeitsspeicher, SSDs mit bis zu 4 TByte Speicherplatz (klassisch per SATA angebunden oder als M.2-Modul) oder das Nachrüsten eines LTE-Moduls für mobiles Internet treiben den Preis theoretisch auf über 4000 Euro. Unser Testgerät mit 16 GByte Arbeitsspeicher, einer 250-GByte-SSD des Typs Samsung 960 EVO SSD und einem Dual-AC8265-WLAN-Modul von Intel liegt bei noch überschaubaren 1200 Euro. Details finden Sie in der Tabelle “Technische Daten”.
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Komponente |
Details |
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Chipsatz |
Intel (“Kaby-Lake”-Mikroarchitektur) |
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CPU |
Intel Core i7-7500U (2 x 2,7 GHz mit Turbo bis zu 3,5 GHz) |
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GPU |
Intel HD Graphics 620 |
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Display |
13,3 Zoll, 1920 x 1080 Pixel (Full-HD), IPS-Panel, matt |
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Massenspeicher |
Samsung SSD Evo 960, 250 GByte (optional zweites Laufwerk möglich) |
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LAN |
Realtek RTL8168/8111 Ethernet, 10/100/1000 Mbit |
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WLAN |
Intel Wireless 3168 (IEEE 802.11ac/a/b/g/n, Bluetooth 4.2) |
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Webcam |
2 Megapixel |
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Anschlüsse |
1 x USB Typ mit Thunderbolt 3, 2*x USB 3.1, 1 x HDMI 1.4b mit HDCP, 1 x Mini DisplayPort |
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Sonstiges |
Kopfhörer- und Mikrofonanschluss, 9-in-1-Kartenleser (bis zu SDXC) |
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Maße, Gewicht |
33,0 x 1,8 x 22,5 cm (B x H x T) bei 1,3 kg |
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Preis |
1213,99 Euro |
Tuxedo liefert seine Rechner generell mit Linux aus. Zur Wahl stehen diverse Ubuntu-Varianten sowie Elementary OS. Tuxedo empfiehlt aktuell das klassische Ubuntu 16.04 LTS mit Unity-Desktop. Wer möchte, kann sich aber auch die jüngste Ubuntu-Ausgabe 17.04 mit KDE, XFCE, Cinnamon oder Maté als Desktop vorinstallieren lassen. Optional gibt es gegen Aufpreis auch eine Windows-Installation auf dem Rechner, entweder als virtuelle Maschine unter Virtualbox oder in Form eines herkömmlichen Dual-Boot-Systems. Für diesen Fall stehen Windows 7 Pro sowie Windows 10 Home oder Pro zur Wahl.
Was macht Tuxedo?
Beim Assembling Day 2017 stellte der Geschäftsführer Herbert Feiler (Abbildung 2) vor, was bei Tuxedo eigentlich passiert. Die vom Unternehmen vertriebenen Geräte stammen von der Konzern-Mutter Schenker [3], die sie wiederum beim taiwanischen PC-Hersteller Clevo einkauft. Das InfinityBook Pro 13 ist unter der Haube also ein Clevo N130BU [4]. Tuxedo baut an seinem Firmensitz in der Nähe von Augsburg nur noch die vom Kunden bestellten Komponenten ein. Das Gerät findet sich in ähnlicher Form daher auch bei anderen auf das Linux-Klientel spezialisierten Händlern.
Tuxedo achtet bei der Auswahl der Geräte und Optionen auf gesicherte Linux-Kompatibilität und hilft bei Problemen nach: So spielt der Anbieter beim InfinityBook Pro 13 beispielsweise im Rahmen der Montage ein geeignetes BIOS zum Anpassen der Lüftersteuerung ein. Die vorinstallierten Distributionen stattet das Unternehmen dann bei Bedarf auch mit einem angepasstem Kernel aus und hält diesen über eine Paketquelle aktuell.
Bei der Installation der Systeme greift Tuxedo auf das FAI-Projekt zurück [5]. Die Open-Source-Software erlaubt das vollautomatische Einrichten eines durch Vorgaben angepassten Systems auf einem Rechner. Dabei erkennt sie automatisch die verbaute Hardware und spielt dann das gewünschte System mit allen von Tuxedo getroffenen Anpassungen ein.
Die Installation basiert dabei nicht auf Images. So kann der User später noch selbst den Rechner- und seinen Benutzernamen wählen. Zudem ist das vorinstallierte Linux-System auf einem aktuellen Stand. Tuxedo stellt das Werkzeug als WebFAI [6] seinen Kunden zur Verfügung, sodass sich bei Bedarf das System schnell wieder in den Auslieferungszustand zurückversetzen lässt.

Abbildung 2: Tuxedo-Chef Herbert Feiler stellte auf dem Assembling Day 2017 vor, wie die Tuxedo-Notebooks entstehen.
Linux immer an Bord
Tuxedo bereitet das System im OEM-Modus vor. Beim ersten Start dürfen Sie dem Rechner daher noch einen Namen geben und einen eigenen Benutzer anlegen. Das auf dem Testgerät installierte Ubuntu 16.04 LTS entspricht bis auf das Hintergrundbild und kleinen Anpassungen am Desktop im Großen und Ganzen einem klassischen Ubuntu, wie man es selbst vom USB-Stick installieren würde (Abbildung 3).

Abbildung 3: Tuxedo liefert das InfinityBook Pro 13 mit Linux aus, zu Wahl stehen dabei die unterschiedlichen Ubuntu-Varianten.
Unter der Haube finden sich allerdings Unterschiede. So stammt etwa der Kernel des Systems aus einem von Tuxedo betreuten Repository, das auch Treiber für die Grafikkarte sowie die von Tuxedo genutzten Erweiterungen für den Unity-Desktop bereitstellt. Das Unternehmen verspricht, Sicherheitsupdates aus den herkömmlichen Paketquellen zeitnah ins eigene Repository zu übernehmen.
Mit seinem bis zu 3,5 GHz schnellen Core i7-7500U muss sich das kompakte Ultrabook im Alltag nicht vor aktuellen Desktops verstecken. Bei den Ultra-Low-Power-Modellen werkeln allerdings nur zwei Kerne. Der Rechner bootet jedoch dank SSD in wenigen Momenten, und auch beim Start großer Anwendungspakete wie LibreOffice oder Gimp muss man sich nicht in Geduld üben. Die Anwendungen erscheinen fast genauso schnell auf dem Bildschirm wie ein kleiner Editor.
Ruhe im Karton
Bei normalen Bürotätigkeiten arbeitet das System auch bei sommerlichen Temperaturen komplett lautlos. Der auf der Unterseite angebrachte Lüfter dreht nur unter Last hoch, während jener des Vorgängermodells durchlief (wenn auch sehr leise). Die Lautstärke hält sich dabei dank der kompakten Bauform und der resultierenden geringen Lüftergröße in Grenzen. Den Linux-Kernel möchte man mit dem Gerät allerdings dennoch nur ungern kompilieren.
Beim Unigine Heaven-Benchmark zeigt sich, dass die Intel HD Graphics 620 gegenüber der HD Graphics 520 aus dem Vorgängermodell an Tempo zugelegt hat. Der Benchmark gibt beim InfinityBook Pro einen Wert von 10,6 FPS (Score 267) aus, statt nur 6,2 FPS (Score 156) beim Vorgänger. Das genügt zwar noch nicht zum Spielen leistungshungriger 3D-Titel mit aufgedrehten Effekten, lässt aber die Desktop-Effekte des Unity-Desktops ein wenig flüssiger wirken.
Wer gerne im Dunkeln oder bei düsterem Licht arbeitet, schaltet die Tastaturbeleuchtung ein. Die Helligkeit der LEDs unter den Tasten lässt sich in fünf Schritten regeln. Die Tastatur selbst bietet bei einem sehr geringen Hub einen ordentlichen Anschlag (Abbildung 4), allerdings fiel die Leertaste unangenehm auf: Sie erzeugt nur dann ein Leerzeichen, wenn man die Taste mittig anschlägt. Bei einem Druck auf die Kanten registriert sie keine Eingabe. Beim Verfassen dieses Textes entlockte diese Eigenschaft dem Autor des Öfteren lautstarke Unmutsäußerungen. Bei einem Testgerät in der Redaktion unserer Schwester Linux-Magazin trat dieses Problem allerdings nicht auf.

Abbildung 4: Tux-Taste anstatt Windows-Key: Die Leertaste des Testgeräts reagierte allerdings nur unwillig auf seitliche Anschläge.
Tuxedo gibt für den 36 Wh fassenden Lithium-Ionen-Akku des InfinityBook Pro eine maximale Laufzeit von 12 Stunden an. Dieser Wert gilt allerdings nur bei Leerlauf, minimaler Displayhelligkeit, deaktivierter Tastaturbeleuchtung, deaktiviertem WLAN und Bluetooth sowie ohne angeschlossene Geräte. In der Praxis ergeben sich ganz andere Werte: Beim Schreiben dieses Artikels wollte das System bei 50 Prozent Bildschirmhelligkeit und aktiviertem WLAN alle 4 Stunden an die Steckdose (Abbildung 5). Das Vorgängermodell mit einem Intel Core i7-6500U gab sich da deutlich genügsamer und hielt 6 Stunden Arbeitszeit durch.

Abbildung 5: Im Praxistest musste das InfinityBook Pro 13 bereits nach 4 Stunden wieder an die Steckdose.
Fazit
Kompakte Bauform und leistungsfähige Komponenten haben ihren Preis: Für das Tuxedo InfinityBook Pro 13 wandern mindestens 1099 Euro über die Ladentheke. Vergleichbare Modelle anderer Hersteller liegen allerdings auf einem ähnlichen Preisniveau. Tuxedo garantiert jedoch volle Linux-Kompatibilität, zudem lässt sich das Gerät ohne Spezialwerkzeuge in seine Einzelteile zerlegen. Anders als verklebte Dell- oder Apple-Geräte lässt sich so die Hardware (in Grenzen) aufrüsten oder der Akku austauschen. Das verlängert die Lebenserwartung des Notebooks und schont langfristig sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel.
In Sachen Anmutung und Haptik steht das InfinityBook den Spitzenmodellen der großen Hersteller kaum nach, wenn auch beispielsweise das Gehäuse nicht aus einem Alu-Klotz gefräst wurde, sondern nur aus dünnwandigem Aluminiumblech besteht. Wünschenswert wären noch die Option auf ein höher auflösendes Display mit kleinerem Bildschirmrand sowie eine bessere Tastatur. Eine nur bei gezieltem Antippen reagierende Leertaste trübt die Freude an dem ansonsten sehr gut zusammengestellten Gerät merklich.
Infos
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Tuxedo InfinityBook Pro 13: https://www.tuxedocomputers.com/Linux-Hardware/Linux-Notebooks/10-14-Zoll/TUXEDO-InfinityBook-Pro-13-matt-Full-HD-IPS-Aluminiumgehaeuse-Intel-Core-i7-U-CPU-bis-32GB-RAM-zwei-HDD/SSD-bis-12h-Akku-Typ-C-Thunderbolt.geek
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Tuxedo InfinityBook mit Elementary OS: Christoph Langner, “Unendlich Linux”, LU 05/2016, S. 78, https://www.linux-community.de/36596
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Schenker Technologies: http://www.schenker-tech.de
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Clevo N130BU: http://www.clevo.com.tw/clevo_prodetail.asp?id=1032&lang=en
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Fully Automatic Installation: https://fai-project.org/
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Tuxedo WebFAI: https://www.tuxedocomputers.com/TUXEDO-WebFAI.geek






