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25c3:Wir brauchen mehr lokale Hackertreffpunkte

Zusätzliche Online-Platform für Hacker

30.12.2008 Angehörige so genannter Hackerspaces warben am 25. Chaos Communication Congress in Berlin für die Gründung weiterer lokaler Treffpunkte von und für Computervernarrte.

Mit Hackerspaces.org gibt es seit Juli 2008 eine gemeinsame Online-Plattform für Computervernarrte und alle, die es noch werden möchten. Die Initianten suchen nun nach weiteren Mitgliedern und fordern zur Gründung lokaler Hackervereine auf. Dazu saßen auf dem 25c3-Podium Mitglieder verschiedener lokaler Treffpunkte und berichteten von ihren Gründungserfahrungen. Zweck war es, interessierten Gruppen in organisatorischen Fragen ihre Unsicherheiten zu nehmen.

Die Aktivisten stellten zum Beispiel ihre unterschiedlichen Ansätze vor, vom "absoluten Chaos" (Philippe Langlois: "Wir sind eine Müllhalde") im Pariser Hackerspace Tmplab über die vertrauensbasierte Herangehensweise, die der New Yorker Bre Pettis für die NYC Resistors referierte ("Jeder soll jedem für vier Wochen seine Hausschlüssel anvertrauen können"), bis zur offenen und vielseitig gemeinnützig orientierten HacDC von Nick Farr in Washington D.C. Von den Podiumsteilnehmern kam zuletzt im Oktober 2008 die Noisebridge aus San Francisco hinzu, vertreten durch Jacob Appelbaum. Wer in der Noisebridge Verantwortung übernimmt, bekommt dafür gar nichts, referierte er, sondern Bemühungen entstehen aus reinem Enthusiasmus für die Sache. Wer mitmachen will, wächst in die Haltung hinein, dass er niemanden fragt ob er Poster aufhängen darf - er mache es einfach. Die drei Amerikaner auf dem Podium waren sich außerdem selbstironisch einig, dass die Zusammenarbeit bei ihnen viel besser funktionierte, sobald die Beteiligten Geld in die Sache investierten.

Der 25c3-Talk baut auf Vorträge auf dem 24c3 und auch dem 23c3 auf. Die Beteiligten begreifen sich mittlerweile als Teil einer weltweiten Bewegung. Hierbei schießen lokale, dauerhafte Treffpunkte für Technikenthusiasten und andere Kreative ("Hackerspaces") wie Pilze aus dem Boden. Nick Farr von HacDC war vor zwei Jahren das erste Mal auf dem Kongress, um die Hacker Foundation vorzustellen, die er mitgegründet hatte. Ihn habe in Berlin die C-Base inspiriert und er sei traurig gewesen, dass es in Amerika keine vergleichbaren offenen Treffpunkte für Computer- und Kreativfans gab, sagte er auf dem Podium. Mitte 2007 organisierte die Hacker Foundation darum das Projekt "Hackers on a plane", bei dem ein gechartertes Flugzeug 40 Organisationswillige für knapp 1400 US-Dollar von der Defcon in Las Vegas zum Chaos Computer Camp nach Brandenburg beförderte. Anschließend besuchte der Trupp verschiedene "Hackerspaces", um sich etwas abzugucken.

Der Wahl-New-Yorker Bre Pattis, der als Mitgründer des Treffpunkts NYC Resistor auf dem Podium saß, beschreibt in einem Blog-Eintrag aus der Zeit, wie ihn ein aus diesem Anlass beim CCC Köln vorgetragenes Hackerspaces-Howto zur Gründung des eigenen Hackerspaces bewegte. Die "Hackerspaces Design Patterns", wie der Vortrag hieß, stellte der Kölner CCCler Jens Ohlig dann auch auf dem 24c3 vor. Ohlig saß auch dieses Jahr auf dem Podium und freute sich zusammen mit den Wienern Paul Boehm und Esther Schneeweisz über den Erfolg der Hackerspaces-Initiative.

Denn unter den Zielorten der Hackers-on-a-plane-Tour 2007 befand sich auch das Metalab aus Wien, das unter anderem neben der Berliner C-Base als Vorbild für Hackerspaces gilt. Esther Schneeweisz ist treibende Kraft hinter der im Juli 2008 gestarteten Online-Plattform Hackerspaces.org. Hier sind zur Zeit rund 130 Orte eingetragen, an denen sich Hackerspaces befinden. Der Navigationspunkt "Dokumentation" sammelt Erfahrungen bestehender Gruppen und soll bei weiteren Build-Prozessen helfen.

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