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Entwickler warnt vor Ignoranz gegenüber Linux-Viren

Zum Linux-Virus in fünf Schritten

13.02.2009 Linux braucht kein Antiviren-Programm, weil es keine Viren für Linux gibt. Diese Aussage liest man immer wieder. Die Haltung sei fahrlässig, meint nun ein Entwickler und zeigt, wie ein Linux-Virus funktioniert.

Tatsächlich liegt die Anzahl der bekannten Viren und Trojaner unter Linux schätzungsweise im dreistelligen Bereich, die tatsächliche Verbreitung dürfte noch deutlich niedriger liegen. Das ist - im Vergleich zu Windows - nichts. Doch der neuseeländische Software-Entwickler namens Foobar zeigt in seinem Blog, dass Viren unter Linux mittlerweile sehr wohl eine Chance haben - wenn der Anwender sie lässt.

Foobar demonstriert, wie man eine modifizierte Datei an eine E-Mail hängt und die Anwender dazu überredet, dieses Attachement abzuspeichern und zu öffnen. Da gespeicherte Dateien unter Linux erstmal nicht ausführbar sind, präpariert der Angreifer sie als Desktop-Dateien (Launcher), denn als solche gilt der Grundsatz der Ausführbarkeit nicht.

Über die Desktop-Verknüpfungen starten Anwender unter Gnome und KDE Programme per Mausklick, wobei eine Zeile in der Desktop-Datei das zu öffnende Programm definiert. Foobar schlägt vor, diese Zeile abzuändern, um zum Beispiel mit Hilfe von "bash -c" eine Python-Software von einem entfernten Server zu laden und sie auszuführen.

Am Ende zeigt er zudem, wie ein Angreifer mit Hilfe der Launcher Root-Rechte auf einem System erlangt. Ebenfalls über Desktop-Dateien schiebt er einem Anwender die falsche Anwendung unter. Dieser glaubt dann zum Beispiel, Synaptic aufzurufen und gibt sein Passwort ein, während im Hintergrund eine bösartige Software startet. In einem zweiten Blogbeitrag geht Foobar noch auf die Kommentare zu seinem Text ein und stellt unter anderem fest, dass die modifizierte Datei nicht einmal ein Desktop-Endung braucht, um wirksam zu werden.

Sein Blogeintrag erzeugte jedenfalls einigen Wirbel. Unter anderem griff ihn Jonathan Corbet von lwn.net auf, verwies aber an dieser Stelle auch darauf, dass die Methode schon seit 2006 bekannt sei. Abgesehen von der sich anschließenden Grundsatz-Diskussion, ob es sich nun um einen Virus, einen Trojaner oder einen Wurm handelt, spricht Foobar in seinem Blogeintrag dennoch ein paar interessante Punkte an.

Eines seiner Argumente lautet: Auch unter Linux gibt es "dumme" Anwender. Der besonders computeraffine Geek sei schon lange nicht mehr der alleinige Linux-Nutzer. Mit der Verbreitung von linuxbasierten Netbooks und dem Einsatz von Linux auf Firmendesktops und in Verwaltungen, kämen auch Menschen mit dem freien Betriebssystem in Berührung, die von Linux wenig bis keine Ahnung haben. Es wäre also angebracht, nicht die Windows-Fehler unter Linux zu wiederholen. Er schlägt jedoch nicht vor, sofort ein Antiviren-Programm zu installieren, sondern warnt lediglich vor einem leichtsinnigen Umgang mit unbekannten Attachements - auch unter Linux.

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Kommentare
Linux Viren
Peter Stein (unangemeldet), Montag, 11. Januar 2010 16:18:31
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Linux Bedienung gefährlich
mark (unangemeldet), Mittwoch, 01. April 2009 18:57:22
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Ah ja.
Harald Milz, Sonntag, 15. Februar 2009 11:12:30
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Patch notwendig - und Aufklärung
Marc Wäckerlin (unangemeldet), Samstag, 14. Februar 2009 08:20:57
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-
Re: Patch notwendig - und Aufklärung
Thomas Lippert (unangemeldet), Montag, 16. Februar 2009 10:30:09
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Mit Verstand
xanvader (unangemeldet), Samstag, 14. Februar 2009 03:26:38
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Deshalb verstehe ich es nicht:
Andreas M., Freitag, 13. Februar 2009 22:45:51
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-
Re: Deshalb verstehe ich es nicht:
Hanfie (unangemeldet), Dienstag, 01. September 2009 23:22:09
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Nur wenn der Linux-Erfinder Microsoft hieße...
A. Spooner (unangemeldet), Freitag, 13. Februar 2009 20:26:46
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-
Re: Nur wenn der Linux-Erfinder Microsoft hieße...
Thomas Lippert (unangemeldet), Dienstag, 17. Februar 2009 09:31:40
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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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