Die perfekte Welle

(c) google.com
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Wie Google mit Google Wave die Internetkommunikation neu gestalten will

Marcel Hilzinger
02.06.2009 Mit einer einfachen Browser-Anwendung will Google die Kommunikation im Internet revolutionieren. Die Schnittstellen dazu sind Open Source.

Google stellte das neue Produkt, welches intensiv neue Techniken aus dem HTML-5-Draft nutzt, anlässlich der hauseigenen Entwicklermesse Google I/O in San Francisco vor. Noch handelt es sich bei der Software, die Funktionen Mail, Chat, Blog, Wiki und gemeinsames Dokumentenmanagement abdeckt, um eine Preview-Version für Entwickler. Wie bei Google üblich dürfte sich aber der Kreis der Involvierten schon bald über eine öffentliche Alpha- oder sogar Betaversion vergrößern. Das fertige Produkt soll unter einer Open-Source-Lizenz stehen, erste Schnittstellen und Dokumentationen hat Google bereits veröffentlicht.

Google Wave zu beschreiben, ist relativ kompliziert: Dank HTML 5 arbeitet die Anwendung komplett im Browser. Der Mail-Client beherrscht intelligentes Zitieren, wobei man bei Antworten direkt in die bestehende Mail tippen kann und kein neues Mail-Fenster öffnen muss. Fügt man einer Mail einen weiteren Adressaten hinzu, erhält dieser automatisch den kompletten bisherigen Mailverkehr zum Thema und kann diesen zur besseren Rekonstruierung quasi als Film abspielen. Waves können nicht nur einen Absender haben, sondern mehrere, da sich die Waves auch von allen Teilnehmern editieren lassen. Die geleiche Oberfläche lässt sich auch als Chat-Programm nutzen, wobei Teilnehmer, die gerade online sind, dem Gesprächspartner bereits beim Tippen zuschauen können.

Über diese Grundfunktionen hinaus lassen sich Mail-Threads zum Beispiel als Blog-Eintrag veröffentlichen und natürlich bebildern, mit Kommentaren ergänzen usw., wobei die komplette Kommunikation quasi in Echtzeit erfolgt. Zu guter Letzt können mit Google Wave auch mehrere Leute gleichzeitig an einem Dokument arbeiten, zum Beispiel um eine Fotosammlung gemeinsam zu taggen. Über zusätzliche Extensions lässt sich die Funktionalität von Google Wave erweitern, hier hofft Google auf die Mitarbeit von zahlreichen Open-Source-Entwicklern.

Zu den Hauptfeatures des Systems gehört unter anderem auch ein automatischer Übersetzungsdienst für rund 40 Sprachen. Wer die Zeit hat, schaut sich am besten das Video der Google-Wave-Präsentation vom 28. Mai an (1 Stunde und 20 Minuten). Der Part zu den Extensions startet etwa bei Minute 45.

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