Was steht in der ominösen STOSS-2-Studie?

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Streng geheim

Marcel Hilzinger
19.04.2009 Neben München gilt Wien als eines der großen Open-Source-Vorzeigeprojekte im deutschsprachigen Raum. Doch langsam scheint es nichts mehr zum vorzeigen zu geben.

Das Wienux-Projekt hat sich in etwa die gleichen Zielsetzungen gesetzt, wie die Münchner Stadtverwaltung beim Umstieg von Windows auf freie Software. In Wien wird aber bekanntlich nicht so heiß gegessen, wie gekocht und deshalb erfolgt der Umstieg auf Linux-Clients auf freiwilliger Basis, so dass von den insgesamt rund 32 000 Rechnern nur rund 1000 PCs das freie Wienux nutzen. Rund 700 PCs in Kindergärten wurden zudem letztes Jahr auf Windows Vista umgestellt, weil die Verwaltung eine Sprachlernsoftware bestellt hatte, die nur im Internet Explorer unter Windows arbeitet.

Dass Wienux überhaupt zustande kam, hat das Projekt teilweise der "Studie Open Source Software" (STOSS) aus dem Jahre 2004 zu verdanken. Die Studie (PDF) analysierte die Kosten und Nutzen von Open-Source-Software in der Wiener Stadtverwaltung, begrüßte den Einsatz von Open-Source-Software und empfahl aufgrund des sehr dynamischen Wachtums von Linux, für das Jahr 2006 eine neue Studie zu erstellen und dann weitere Schritte zu planen.

Nun ist die neue Studie (STOSS 2) angeblich fertig und soll unter Verschluss bleiben, obwohl die Gemeinderätin Marie Ringler von den Grünen noch im Juni 2008 von Stadtrat Schicker eine schriftliche Bestätigung bekommen hatte, laut der auch STOSS 2 der Allgemeinheit vorgestellt werden solle.

Als Grund für die Geheimhaltung nennt Schickers Mediensprecher Martin Schipany, "wirklich heikle Punkte" zur Marktsituation, die "nicht an den Mitbewerb kommen" sollten. Mit Mitbewerb sind laut ORF-Bericht nicht Städte wie München oder Paris gemeint, sondern Software.

Bleibt also die Frage, was die Wiener Stadtverwaltung der Allgemeinheit vorenthalten will? Wohl kaum die Tatsache, dass Open-Source-Software für den Einsatz in der Verwaltung gänzlich ungeeignet ist, sondern wohl eher das Gegenteil.

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Kommentare
Geheimhaltung
Robert Schrenk (unangemeldet), Sonntag, 19. April 2009 10:58:52
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naja, auch der Einsatz von OpenSource Software bringt neben den immensen Vorteilen Nachteile - nichts ist eben perfekt.

Man muss ja Microsoft & Co die Verkaufsargumente nicht auch noch durch eine vom Steuerzahler getragene Studie frei Haus liefern...

Insofern verstehe ich es durchaus, dass die Inhalte der Studie nur teilweise veröffentlich werden und finde das sehr sinnvoll!


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Re: Geheimhaltung
Meo (unangemeldet), Sonntag, 19. April 2009 20:57:32
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Natürlich ist nix Perfekt,

dennoch wird gerade der Steuerzahler wissen wollen, was in dieser Studie steht.

Der einzige Negativpunkt an Freier Software in Gemeinden und Ämtern erleben durfte ist die mangelnde Akzeptanz von Mitarbeitern (Zitat: "ähh das ist ja was neues...das wollen wir nicht") sowie die Kosten für die Schulungen in der neuen Software (welche jedoch deutlich geringer ist als diejenige für Microsoft Programme ist).

Letztendlich liefern Conficker sowie Lizenskosten die besten beweise dafür wie und vor allem WARUM man Freie Software einsetzen MUSS.


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