Das betrifft insbesondere das Oberflächen-Design (Theme), das eigentlich schon in Ubuntu 7.10 die derzeit noch braune Langeweile ablösen sollte. Ob es diesmal tatsächlich kommt, scheint nach mehreren Äußerungen im Ubuntu-Forum mehr als offen zu sein. Vermutlich wird es wohl auch im Karmic Koala wieder nur bei leichten Anpassungen bleiben.
Erfreulicher ist da schon, dass Ubuntu 9.10 nur noch maximal 10 Sekunden für den Start brauchen wird – zumindest auf ausgewählten Systemen, wie dem Dell Mini9-Netbook. Um dieses Ziel zu erreichen, bleibt wohl usplash erhalten. Ursprünglich sollte sich an seiner Stelle das von Red Hat entwickelte, modernere Plymouth um die grafische Boot-Sequenz kümmern.
Bei den Anwendungen gibt es den zu erwartenden Update-Reigen: So wird Firefox 3.5 zum Standardbrowser, der Kernel kommt in Version 2.6.31 (in der aktuellen Alpha 1 werkelt Kernel 2.6.30), als Standardcompiler arbeitet der GCC 4.4 und das Mikroblogging-Programm Gwibber wird standardmäßig installiert – vorausgesetzt es ist bis zum Herbst fertig. Verschlüsselte Verzeichnisse sollen nun für alle Benutzer zur Verfügung stehen.
Sofern Banshee bis zum Oktober fehlerfrei ist, könnte es den bisherigen Mediaplayer Rhythmbox ersetzen. Dieser Schritt soll jedoch spätestens mit Ubuntu 10.04 vollzogen werden. Des Weiteren erhält das Nachrichten-System kleinere Änderungen und es gibt eine bessere Integration von Wine. Der Ubuntu Netbook Remix soll auch Android-Anwendungen ausführen können.
Nachdem man seine Festplatten schon im aktuellen Ubuntu 9.04 wahlweise mit EXT4 formatieren konnte, wird dieses Dateisystem im Karmic Koala nun zum Standard. Die aktuell erhältliche Alpha 1 von Ubuntu 9.10 bringt zudem die neue Intel Videotreiber-Architektur mit (LinuxCommunity berichtete). Ob sie es auch bis in die finale Version schafft, hängt vermutlich von den Testergebnissen ab, um die Canonical bittet.
Die Server-Variante wird ganz im Zeichen des Cloud-Computing stehen. Die Einrichtung einer solchen Rechner-Wolke soll noch einfacher von der Hand gehen, unterstützt wird Amazons EC2.
Ob all diese Änderungen tatsächlich ihren Weg in Ubuntu 9.10 finden oder ob es in letzter Sekunde doch noch ein neues Theme gibt, zeigen vermutlich endgültig erst die kommenden Testversionen. Die Alpha 2 ist bereits für den 11. Juni angekündigt.