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Von der EU, der FSFE, aus Spanien und Frankreich kommt Kritik an der Closed-Source-Strategie
FSFE rügt deutsches Finanzministerium

Von der EU, der FSFE, aus Spanien und Frankreich kommt Kritik an der Closed-Source-Strategie

08.11.2012
Die Entscheidung des deutschen Finanzministeriums, diverse Apps nicht im Quelltext verfügbar zu machen (das Linux-Magazin berichtete), sorgt weiter für Unmut. Jetzt hat Karsten Gerloff, Präsident der FSFE die deutschen Behörden aufgefordert, "den Standard, den andere Länder schon lange vorleben", endlich zu akzeptieren. Er erntet Zustimmung aus Spanien und Frankreich, berichtet Joinup, eine Initiative der Europäischen Kommission.

Vor wenigen Wochen hatte das Berliner Finanzministerium seine Zoll-Apps für mobile Geräte veröffentlicht. Die sind zwar kostenlos, aber trotz der aus Steuermitteln bezahlten Entwicklung nicht als Open-Source-Software konzipiert. Die Begründung ("Der Fokus der App liege ja nur auf Deutschland") sorgte für Verwunderung, und jetzt hat sich auch die FSFE in Person ihres Präsidenten Karsten Gerloff zu Wort gemeldet.

Gerloff sieht im Interview mit dem EC-News-Portal Joinup ein grundlegendes Missverständnis bei den deutschen Behörden. "Die Software wurde schließlich von den Bürgern bezahlt. Also hat jeder nicht nur das Recht, sie zu verwenden, sondern sollte auch an der Weiterentwicklung mitwirken und den Code inspizieren dürfen." Überhaupt ließen sich Verbesserungen auf dem Open-Source-Weg, den vielen andere Länder bereits gehen, deutlich einfacher bewerkstelligen. Auch Manuel Velardo, Direktor des nationalen Open-Source-Centers Spaniens und Roberto Di Cosmo, IT-Professor an der Pariser Universität stimmen Gerloff zu: "Die Steuerzahler in ganz Europa haben ein Recht auf das, was sie finanzieren" (Velardo), "Öffentliche Einrichtungen müssen uneingeschränkten Zugriff auf öffentliche Daten und Prozeduren für alle Bürger ermöglichen" (Di Cosmo).

Was herauskommen kann, wenn Behörden derlei richtig lösen, sähe man am Beispiel von Portland, Oregon, so Di Cosmo. Dort gäbe es eine Open Data Policy, die zu mittlerweile über 50 spezialisierten Anwendungen geführt habe, die die Daten des öffentlichen Nahverkehrs nutzen und den Kunden kostenlos uneingeschränkten Zugriff böten.

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