Grüner wirds nicht

Version 12.3 von Open Suse erschienen

Version 12.3 von Open Suse erschienen

Tim Schürmann
13.03.2013
Die neue Version der beliebten Distribution bietet den Linux-Kernel in Version 3.7, unterstützt UEFI und taucht KDE 4.10 in ein elegantes Schwarz. Der Start mit aktiviertem Secure-Boot gilt noch als experimentell.

Um den Systemstart von Open Suse kümmert sich Systemd 195, der das alte SysV Init komplett abgelöst hat und nun auch für die Stromsparmechanismen zuständig zeichnet. Damit aktiviert das Schließen des Notebook-Deckels selbst dann den Schlafmodus, wenn gerade niemand angemeldet ist. Die Ausgaben der gestarteten Dienste protokollieren die Journaling-Funktionen von Systemd. Administratoren dürften sich über das GTK-Konfigurations-Tool für Systemd freuen, das im Paket systemd-ui verstaut ist. Mittels systemd-delta können sie zudem feststellen, wie sich die Konfigurationsdateien seit der Installation verändert haben.

Das Paketverwaltungsprogramm Zypper zeigt in der Version 1.8.9 den Installationsfortschritt. Das zugehörige Packagekit-Backend wurde komplett neu geschrieben. Apper soll jetzt flotter zu Werke gehen und in seiner aktuellen Version 0.8 Zypper und YaST endlich nicht mehr  blockieren. Darüber hinaus zeigt Apper auch Pakete, die nicht vertrauenswürdig sind, an und lädt auf Wunsch automatisch im Voraus Pakete herunter. Im Repository finden KDE-Anwender zudem ein neues Plasmoid, das ebenfalls Aktualisierungen anstößt.

Open Suse 12.3 lässt dem Anwender die Wahl zwischen den Desktop-Umgebungen KDE 4.10, Gnome 3.6, Xfce 4.10, LXDE und jetzt auch E17. Als Fenstermanager stehen Awesome und Sawfish bereit. Das Büropaket LibreOffice meldet sich noch mit der Versionsnummer 3.6, die aktuelle Version 4 soll sich jedoch problemlos per Hand nachinstallieren lassen. Den Konkurrenten Calligra bietet Open Suse 12.3 in der Version 2.5 an.

Die Datenbank MariaDB ersetzt das bislang genutzte MySQL, PostgreSQL liegt in Version 9.2 bei. Open Suse 12.3 stellt erstmals Pakete für Open Stack bereit, mit dem sich eine eigene Cloud aufsetzen lässt. Freunde virtueller Maschinen dürfen zu Virtual Box 4.2 und KVM 1.3.0 greifen. Letztgenanntes verbessert vor allem die USB-Unterstützung.

Desktop von Open Suse 12.3

Wie immer hat das Open-Suse-Projekt auch zahlreiche weitere Software-Komponenten aktualisiert. So liegt beispielsweise der Audioeditor Audacity in Version 2.0.2 vor, Blender in Version 2.63, die Fotoverwaltung Digikam in Version 3.0 und der X-Server in Version 1.13. Mesa 9.0 unterstützt den OpenGL-3.1-Standard. Pulse Audio macht einen Sprung auf die Version 3. Die Software unterstützt jetzt auch Bluetooth als Audioquelle und bietet virtuellen Surround-Sound. Das Snapshot-Werkzeug für Btrfs liegt in Version 0.1.1 bei, die auch normalen Anwendern eine Nutzung ermöglicht.

Die GNU Compiler Collection ist in Version 4.7 dabei. Der Standard-Interpreter für Python-Skripte trägt noch die Nummer 2.7.3, Python 3.3 können Programmierer per Hand nachholen. Das Ende letzten Jahres veröffentlichte Qt 5 glänzt durch Abwesenheit, Open Suse bringt nur die Version 4.8.4 mit. Japanische Nutzer dürften sich über die Aufnahme von Mozc freuen, das die Eingabe vereinfacht und unter allen Desktop-Umgebungen läuft. Alle weiteren Neuerungen listet die offizielle Ankündigung auf.

Neben der DVD und den bereits bekannten Live-Systemen mit KDE und Gnome stellt das Open-Suse-Projekt ein neues Live-Image mit Xfce-Desktop bereit. Dieses lässt sich nicht installieren, passt mit knapp 500 MB auf eine CD und soll so primär als Rettungssystem dienen. Die anderen Live-Systeme verlangen insbesondere durch die Schwergewichte Gimp und Libre Office mittlerweile eine DVD, die Open-Suse-Macher empfehlen einen USB-Stick. Open Suse 12.3 soll es auch in einer Fassung für 64-Bit-ARM-Systeme geben (AArch64), ein Erscheinungstermin steht allerdings noch nicht fest.

Über den Buchhandel vertreibt der Verlag Open Source Press für knapp 60 Euro ein Open-Suse-Komplettpaket. Es enthält die 32- und 64-Bit Versionen von Open Suse 12.43 auf DVD, eine weitere DVD mit den Live-Versionen, ein 348-seitiges gedrucktes Handbuch, ein LPI-Bonus-Paket sowie Gutscheine für Moneyplex und dem Taschen-Hersteller Caseable. Von jeder gekauften Schachtel fließt ein Teil der Einnahmen zurück an das Open-Suse-Projekt.

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