[Update] Kurztest: One A440 mit Ubuntu

[Update] Kurztest: One A440 mit Ubuntu

Marcel Hilzinger
14.08.2008

Ab nächster Woche ist die Linux-Welt um ein weiteres Netbook reicher: Das A440 von One basiert auf einer VIA-Plattform und bringt für rund 320 Euro einen 1,6 GHz schnellen C7-Prozessor, ein 9-Zoll-Display, 1 GByte RAM und eine 80-GByte-Festplatte mit.

Das A440 kommt mit einem C7-Prozessor von VIA, auch die meisten anderen integrierten Komponenten stammen von der taiwanesischen Hardwareschmiede, so die Unichrome-Grafik und der WLAN-Chipsatz. Die 80-GByte-Festplatte stammt von Toshiba und ist angenehm leise. Die Fast-Ethernet-Karte kommt von Realtek. Mit 1 GByte Hauptspeicher arbeitet der Rechner auch bei mehreren geöffneten Anwendungen zufriedenstellend schnell. Für die visuelle Kommunikation mit der Außenwelt sorgt eine 1,3 Megapixel-Webcam.

Die Tastatur des One 440A ist sehr angenehm, allerdings befinden sich einige Tasten nicht an der gewohnten Stelle, so hat One das Größerkleiner-Zeichen (und somit die Pipe-Taste) nach oben rechts verschoben, die Leertaste ist deutlich schmaler als bei anderen Tastaturen, dafür hat die Tabulator-Taste genügend Platz bekommen, was bei der automatischen Kommandozeilenergänzung nicht irrelevant ist.

Die Funktionstasten zur Lautstärke- und Helligkeitsregelung arbeiten wie erwartet, ein Bluetooth-Modul konnten wir im Rechner allerdings trotz entsprechendem Hotkey nicht finden. Der Hotkey für das WLAN scheint unter dem vorinstallierten Ubuntu allerdings nicht zu funktionieren, das WLAN-Modul ist somit ständig im Betrieb.

Der Gnome-Desktop des One A440 mit dem AWN-Panel.

Ubuntu-One
Das One-Netbook kommt mit einem stark angepassten Ubuntu 8.04 und Kernel 2.6.24-16-generic. Das Standardpanel befindet sich wie gewohnt am oberen Displayrand, als Schnellstarter mit grafischen Effekten kommt der Avant Window Navigator zum Einsatz. One hat für das Notebook insbesondere die VIA-Treiber für das Display (VIA CX700M2 UniChrome PRO II) und für die WLAN-Karte (VIA VT6655) angepasst. Für beide Geräte stehen zwar auf viaarena.com auch Treiber zum Download bereit. Diese lassen sich aber nur mit sehr viel Linux-Know-How übersetzen, je nach Distribution sind auch größere Änderungen am Source Code nötig. Über ein spezielles Flag hat One den Kernel von den Updates ausgeschlossen. Wir warten noch auf eine Antwort, wie denn die A440-Nutzer mit Sicherheitsupdates versorgt werden.

Den WLAN-Treiber zeigt Ubuntu unter den proprietären Modulen an, hier kann man auch gleich zu Ndiswrapper greifen. Mit Hilfe des via-Treibers funktionieren auch die Compiz-Effekte auf dem A440. Unter den Schnellstartern befindet sich neben dem Videoplayer Totem und dem Audioplayer Rhythmbox auch der Internet-TV-Player Miro. Für das multimediale Vergnügen ist somit reichlich gesorgt.

Powermanagement
Bezüglich der Akku- und CPU-Leistung kann das VIA-Gerät nicht mit Intels Atom mithalten. Während zum Beispiel das MSI Wind oder der Aspire One mit einem Zweizellen-Akku mit 2200 mAh auf Laufzeiten zwischen zwei und drei Stunden kommt, muss der A440 bereits nach eindreiviertel Stunden wieder an die Steckdose. Trennen Sie den Rechner vom Stromnetz, taktet die CPU von 1,6 GHz automatisch auf 400 MHz herunter und taktet nur noch bei Bedarf hoch.

Einen Suspend-to-RAM startet man über die Hotkeys [Fn]+[Esc], für das Resume muss man den Powerknopf drücken. In unseren Tests mit einem Vorseriengerät funktionierte der Suspend und Resume zwar im Auslieferungszustand, nach dem ersten großen Ubuntu-Update, blieb der Bildschirm nach dem Resume allerdings schwarz.

Das One A440 mit Ubuntu gibt es ab 25. August im One-Onlineshop und bei diversen Internet-Händlern für 319 Euro.

[Update:] Treiberfragen
Auf unsere Anfrage bei One.de, warum die VIA-Treiber nicht zugänglich seien, da es auf viaarena.com doch alle Treiber zum Donwload gäbe, haben wir folgende Antwort erhalten

Das wären dann aber nicht die selben Treiber. Wlan und VX700 Treiber
sind bei uns aktueller.

Beim Grafiktreiber handelt es sich um einen modifizierten Treiber von
linux.via.com.tw. Dieser musste dahingehend angepasst werden, das wir 
eine PanelID fuer ein 1024x600 Display nutzen konnten.

Der Treiber dort ist nicht gleichzusetzen mit dem Treiber von viaarena.com
und wird auch im kompiliertem Zustand das Panel nicht richtig ansteuern
können.

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Kommentare
Über ein spezielles Flag hat One den Kernel von den Updates ausgeschlossen.
Seraphyn Christian M. Grube, Freitag, 15. August 2008 11:40:35
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Das ist ja mal der Kracher.
apt-pinning?

Gruss



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Re: Über ein spezielles Flag hat One den Kernel von den Updates ausgeschlossen.
Marcel Hilzinger, Samstag, 16. August 2008 22:16:09
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Ja, genau. Der Kernel ist gepinnt.

Nicht sehr elegant und nicht ganz zukunftsträchtig, aber wirkungsvoll...




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Re: Über ein spezielles Flag hat One den Kernel von den Updates ausgeschlossen.
Seraphyn Christian M. Grube, Samstag, 16. August 2008 22:30:25
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Hoffe, dass die Antwort bald kommt, würde mich mal sehr interessieren was da herausrauskommt.
Irgendwie nicht die feine Art IMO, aber der gemeine Linuxer weiss wie er damit umzugehen hat... ;)
Grüsse


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Re: Über ein spezielles Flag hat One den Kernel von den Updates ausgeschlossen.
mryoung , Sonntag, 17. August 2008 18:36:35
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Der gemeine Linuxer weiss wie er damit umzugehen hat und der Anfänger zerstört sich mit einem Kernelupgrade nicht das System.

Wie könnte man sowas anders bewerkstelligen ?
Eigenes Respository oder ein schnellstarter, der alle Treiber, die benötigt werden für den kernel kompiliert ?

Ein Ottonormalnutzer möchte sich ja nicht mit dem Kompilieren von Treibern "herumärgern"




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Re: Über ein spezielles Flag hat One den Kernel von den Updates ausgeschlossen.
Marcel Hilzinger, Sonntag, 17. August 2008 19:56:13
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Wer den Kernel selbst patcht, muss auch sicherstellen, dass er bei einer Sicherheitslücke einen neuen Kernel/einen Patch anbietet. Insofern müsste One.de ein eigenes Repository anbieten oder die Änderungen in den Ubuntu-Kernel einbringen.




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Re: Über ein spezielles Flag hat One den Kernel von den Updates ausgeschlossen.
Benjamin Quest, Montag, 18. August 2008 21:10:05
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Müssen müssen sie nichts. Es wäre sicher vorbildlich wenn sie bei Sicherheitslücken einen eigenen Patch bereitstellen, aber ich glaube nicht, daß sie das vorhaben. Allerdings sollten sie wenigstens darauf hinweisen, daß sie Sicherheitsupdates des Kernels blockiert haben (was ich auch nicht glaube, daß sie das tun werden).

In den nächsten sechs Monaten kommt wahrscheinlich eh wieder ein (zumindest irgendwo unter der Haube) geändertes "Surfbrett" raus, das dann wieder einen gepinnten Kernel bekommt. Bei der sich entwickelnden Geräteklasse ist die Halbwertszeit der Hardware-Specs wahrscheinlich zu gering um das Wünschenswerte mit dem Wirtschaftlichen unter einen Hut zu bekommen.
Security-Patches am Kernel sind ja auch tendenziell eher selten. Insofern ist hier das technisch Machbare der Einfachheit untergeordnet worden, was ich bei der anvisierten Zielgruppe durchaus nachvollziehen kann.

Ist denn der Quellcode der angepassten Treiber zugänglich (so diese unter einer Lizenz stehen, die das erfordert?).


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Re: Über ein spezielles Flag hat One den Kernel von den Updates ausgeschlossen.
Marcel Hilzinger, Dienstag, 19. August 2008 17:16:16
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2 x Nein. Nicht zugänglich und sie müssen ihn nicht zugänglich machen.


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