Ubuntu 13.04 ist da

Unity 7, weniger Support, neue Derivate

Unity 7, weniger Support, neue Derivate

Kristian Kißling
25.04.2013
Die neue Ubuntu-Release mit dem Codenamen Raring Ringtail ist da. Sie erhält nur noch 9 Monate Support und bringt ansonsten nur wenig spektakuläre Änderungen mit.

Zwischendurch sah es so aus, als würde Ubuntu 13.04 gar nicht mehr erscheinen, wurde doch der Wechsel der Distribution hin zu einer Rolling Release intensiv diskutiert. Mittlerweile ist dieser Punkt vom Tisch und steht Ubuntu 13.04 zum Download bereit.

Support, Derivate und Wubi

Nach den turbulenten ersten Wochen des Jahres (Mir, Ubuntu Touch, Wegfalls des UDS) stellt sich nun die Frage, was Ubuntu 13.04 für Neuerungen mitbringt. Die Release Notes zählen einige auf, insgesamt fallen die Änderungen aber eher wenig spektakulär aus. Zunächst hat sich der Supportzeitraum halbiert: Die Zwischenversionen von Ubuntu erhalten künftig nur noch 9 Monate Support statt wie bisher 18 Monate. Das passiert vor dem Hintergrund, dass Firmen und Organisationen, die ein stabiles Ubuntu verwenden, ohnehin schon länger zu den LTS-Varianten mit Langzeitsupport (5 Jahre) greifen.

Auch bei der Installation gibt es eine kleine Änderung: Wubi, der Ubuntu-Installer für Windows, ist Geschichte. Selbst die Fans der Software fanden diesen wenig ausgereift, zudem lässt sich Ubuntu über die Live-Version problemlos testen oder unter Windows in eine virtuelle Maschine wie Virtualbox installieren.

Neben Ubuntu erscheinen auch zahlreiche Derivate mit alternativen Desktops und Schwerpunkten in der neuen Variante. Dazu gehören Kubuntu (KDE), Xubuntu (XFCE), Lubuntu (LXDE), neuerdings das chinesische Ubuntu-Kylin sowie Ubuntu-Gnome, Edubuntu (für Schulen) sowie Ubuntu Studio (Medienproduktion) und Ubuntu Cloud Server. Einer der Gründe für die moderaten Änderungen dürfte die Konzentration von Canonical auf die Touch-Version von Ubuntu sein. Version 13.04 von Ubuntu Touch erschien kürzlich in einer Beta-Variante, die Entwicklung an dem System läuft auf Hochdruck. Die neue Gnome-Variante von Ubuntu setzt übrigens auf Version 3.6 des Desktops, eine Vorschau auf 3.8 erhält man über ein PPA.

Kernel und Upstart

An Bord hat die Distribution einen eigens angepassten Kernel in Version 3.8.0-19.29, der auf dem offiziellen Kernel 3.8.8 basiert. Upstart kümmert sich nun in Version 1.8 um den Systemstart, wobei die neue upstart-file-bridge den Jobs erlaubt, auf Änderungen am Dateisystem zu reagieren. Ein Tool namens upstart-monitor lässt den Admin zudem die Ereignisse beim Systemstart in Echtzeit verfolgen. Als Technologievorschau sind auch die Upstart User Sessions an Bord, die es Upstart zukünftig erlauben sollen, die Desktop-Sitzungen der Anwender im Blick zu behalten -- Systemd bietet diese Möglichkeit bereits an.

Cloud und Virtualisierung

Mit Grizzly zieht auch die neueste Variante von Open Stack zusammen mit den Komponenten Nova, Glance, Swift, Keystone, Horizon, Cinder sowie Quantum in Ubuntu 13.04 ein - Ceilometer lässt sich aus dem Universe-Repository ziehen. Zugleich stellen die Ubuntu-Entwickler die neue Open-Stack-Version für Ubuntu 12.04 LTS bereit. Mit Juju in Version 0.7 lässt sich das Framework in wenigen Schritten und in einer HA-Konfiguration aufsetzen, mittlerweile gibt es auch einen Rewrite von Juju in Go. Weitere aufgefrischte Tools für Admins sind MongoDB (Version 2.2.4) sowie Open Vswitch, das in Version 1.9.0 an Bord ist.

Desktop, Office und Python

Als Desktop liefert Ubuntu nun Version 7 von Unity aus. Die Smart Scopes sollten eigentlich in der letzten Minute über eine Freeze-Ausnahme noch Einzug in Ubuntu 13.04 finden, wurden nun aber doch auf 13.10 verschoben, weil sie qualitativ nicht den offiziellen Ubuntu-Standards genügen würden - so jedenfalls formulierte es Community-Manager Jono Bacon. Sie landen nun vorerst in einem PPA. Unity 7 soll abgesehen davon besser reagieren und weniger Speicher benötigen. Zudem bringt es einige GUI-Modifikationen mit (so wurde an der Vorschaufunktion im Dash gearbeitet) und wird die Eingabe fehlertoleranter. Nicht zuletzt bringt Ubuntu nur noch eine einzige Arbeitsfläche mit, zusätzliche lassen sich über die Systemeinstellungen ergänzen.

Ubuntu setzt nach wie vor auf LibreOffice, das nun in Version 4.0 dabei ist. Zu den neuen Kern-Features gehören ein PDF-Import, eine Präsentationskonsole sowie der Support für einen Python Scripting Provider. Apropos Python: LibreOffice wechselt hier intern zur Version 3.3. Auch Ubuntu selbst liefert zusammen mit dem Desktop-Image nur noch Python 3.3 aus. Zwar wurden noch immer nicht sämtliche Programme auf Python 3.3 portiert, Version 2 lässt sich aber selbstverständlich nachinstallieren.

Bugs und Installation

Wie immer bringt auch die fertige Version noch einige Bugs mit, weniger experimentelle Zeitgenossen sollten mit der Installation also ein paar Tage warten. Ein Beispiel: Wer bereits ein Linux installiert hat, sollte den SWAP-Bereich vor der Installation deaktivieren, andernfalls kann der Installer einfrieren. Über die folgenden Links lassen sich die Images von Ubuntu 13.04 herunterladen:

http://releases.ubuntu.com/13.04/ (Ubuntu Desktop and Server)
http://cloud-images.ubuntu.com/releases/13.04/release/ (Ubuntu Cloud Server)
http://cdimage.ubuntu.com/netboot/13.04/ (Ubuntu Netboot)
http://cdimage.ubuntu.com/ubuntu-core/releases/13.04/release/ (Ubuntu Core)
http://cdimage.ubuntu.com/edubuntu/releases/13.04/release/ (Edubuntu DVD)
http://cdimage.ubuntu.com/kubuntu/releases/13.04/release/ (Kubuntu)
http://cdimage.ubuntu.com/lubuntu/releases/13.04/release/ (Lubuntu)
http://cdimage.ubuntu.com/ubuntustudio/releases/13.04/release/ (Ubuntu Studio)
http://cdimage.ubuntu.com/ubuntu-gnome/releases/13.04/release/ (Ubuntu-GNOME)
http://cdimage.ubuntu.com/ubuntukylin/releases/13.04/release/ (UbuntuKylin)
http://cdimage.ubuntu.com/xubuntu/releases/13.04/release/ (Xubuntu)

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