Telekom und Continental holen Android ins Auto

Telekom und Continental holen Android ins Auto

AutoLinQ

Thomas Leichtenstern
10.09.2010 Die Telekom entwickelt derzeit zusammen mit Continental das auf Android basierende Infotainmentsystem "AutoLinQ" für Fahrzeuge. Es soll Ende 2011 als Nachrüstsatz auf den Markt kommen und bis 2012 in die Serienfertigung kooperierender Automobilhersteller einfließen.

Den "letzten weißen Fleck" der Informationsgesellschaft nannte der Telekom-Pressesprecher das Auto. Diesen wolle man mit dem neu entwickelten System Autolinq schließen. Bei dem heute in einer Produktpräsentation vorgestellten Modell handelt es sich um eine ins Infotainmentsystem des Fahrzeugs integrierte Erweiterung, welche die Taste "My Apps" startet.

My Apps: Schneller Zugriff im Auto

Der vorgestellte Prototyp basiert auf Android 1.6. Als wichtigen Punkt hob der Sprecher mehrfach die Bedeutung des offenen Systems hervor, das sich bei genauer Betrachtung jedoch weit weniger offen präsentiert, als der Hersteller suggeriert. So fehlt ihm beispielsweise die Anbindung an den offiziellen Android Market. Apps zum Nachrüsten stehen ausschließlich über den eigenen Market bereit, der sinnigerweise "App-Shop" heißt. Als Gründe nannte der Sprecher, dass nur geprüfte und zertifizierte Apps für das System zugelassen seien. Auch ein Providerwechsel ist wegen der fest ins System integrierten SIM-Karte nicht möglich. Laut Telekom soll der Vertrag voraussichtlich nicht mehr als 10 Euro im Monat kosten, unbeschränktes Transfervolumen inklusive. Jedoch beschränkt sich die Fähigkeit ausschließlich auf die Verbindung ins Web, das Telefonieren sei damit nicht möglich, so der Sprecher.

Apps fürs Auto: Android macht den Führerschein.

Als Beispielapplikation diente eine eigens entwickelte E-Mail-App. Sie lässt sich optional per Spracheingabe bedienen und liest eingehende Mails auf Wunsch vor. Kurios wirkt: Die vom Fahrer gesprochene Antwort wandelt die App derzeit nicht in Text um, sondern hängt sie als WAV-Datei an die Mail an. Ebenfalls per Sprachausgabe gibt eine App namens "News" vom Nutzer definierte RSS-Feeds wieder. Die Erweiterung "Shazam" erlaubt es, beispielsweise im Radio gespielte Lieder zu identifizieren und Informationen dazu anzuzeigen.

Das Android fürs Auto von der Telekom und Continental soll "AutoLinQ" heißen.

Als eines der Ziele von Autolinq nannte der Sprecher die Vernetzung des Fahrzeugs mit bestehenden IT-Systemen. So soll es beispielsweise möglich sein, damit die heimische T-Online-Box zu steuern oder Musikdateien sowie Routenplanungen vom PC via WLAN an das Fahrzeug zu schicken. Auch den Anschluss und die Synchronisierung von Smartphones und Tablets soll das System zur Markteinführung ermöglichen. Darüber hinaus bietet die Telekom den Datenabgleich über ein Onlinekonto an. Als Schutz vor Missbrauch persönlicher Daten, beispielsweise bei Fahrzeugdiebstahl, bietet das Autolinq die Möglichkeit, sämtliche Daten remote löschen zu lassen und es stillzulegen.

Bislang handelt es sich bei AutoLinuQ um ein autonomes System. In späteren Ausbaustufen soll es jedoch auch in der Lage sein, bestimmte Fahrzeugdaten auszulesen und zu transferieren. Ein Zugriff auf die elektronische Steuerung des Autos wird es nach Herstellerangaben aber auch in Zukunft nicht geben - angesichts der Tatsache, dass dieses System praktisch ständig mit dem Internet verbunden ist, eine durchaus kluge Entscheidung.

Als Nachrüstsatz planen die Unternehmen den Marktstart Ende des Jahres 2011. 2012 soll es von kooperierenden Autoherstellern bereits ab Werk fest ins Fahrzeug integriert werden. Preise nannte der Hersteller bislang nicht, man werde sich dabei an auf dem Markt verfügbaren Geräten orientieren.

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