Die Russen sind zurück

Sowjet-Unterzögersdorf Sektor 2 erschienen

Sowjet-Unterzögersdorf Sektor 2 erschienen

Tim Schürmann
12.03.2009 Ganze vier Jahre mussten die Fans des extrem durchgedrehten Abenteuerspiels Sowjet-Unterzögerdorf auf eine Fortsetzung warten. Nun beginnt endlich das „proletarische Downloaden“ des zweiten Teils.

Wie schon sein Vorgänger spielt das klassische Point and Click Adventure im 2,5 Quadratkilometer großen Sowjet-Unterzögersdorf, einer fiktiven Sowjet-Republik. Umringt vom kapitalistischen Österreich glauben ihre Bewohner noch an den Kommunismus und versuchen ihn mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten – was häufig zu extrem skurrilen und unglaublich komischen Situationen führt.

Half man im ersten Teil noch dem Parteisekretär Wladislav Gomulka eine Heavy-Metal-Verschwörung aufzudecken, wird dieser zu Beginn der offiziellen Fortsetzung nach US-Oberzögersdorf verschleppt. Dies kann selbstverständlich nicht geduldet werden. Und so macht sich der Spieler als Kommissar Nikita Perostek Chrustsov auf, seinen Genossen zu retten.

Hinter dem abgedrehten Freewarespiel steht die Künstlergruppe monochrom, die nach dem großen Erfolg des ersten Teils diesmal zahlreiche „Special Guests“ und nicht minder unbekannte Synchronstimmen für die Fortsetzung gewinnen konnte. Das Ergebnis ist eine durchgehend russische Sprachausgabe, die zu begeistern weiß. Unkundige dürfen wahlweise englische oder deutsche Untertitel zuschalten.

Die Steuerung ist so einfach wie simpel: Mit der Maus dirigiert der Spieler sein Alter Ego gemächlich durch die fotografierten Landschaften. Über die Leiste am oberen Bildschirmrand wählt man eine Aktion aus, die der Protagonist nach einem Klick auf einen Gegenstand in der Szenerie brav ausführt. Alternativ schaltet man die Handlungsmöglichkeiten schnell mit der rechten Maustaste durch.

Wie schon sein Vorgänger wurde auch Sowjet-Unterzögersdorf Sektor 2 mit dem Adventure Game Studio entwickelt, das jedoch leider nicht mehr für Linux erhältlich ist. Durch ein Abkommen mit Codeweavers konnten die Entwickler zumindest ein Paket aus dem kommerziellen WINE-Abkömmling CrossOver und einer angepassten Windows-Version ihres Adventures schnüren.

Das Ergebnis wiegt denn auch gleich mit insgesamt 431 MByte satte 30 MB mehr, lässt sich dafür aber auch über einen komfortablen Assistenten installieren. Auf der Festplatte macht sich der Ausflug in die Enklave mit etwas über 600 MB breit. Dabei sollte man darauf achten, die aktuelle Version 1.1 von Sowjet-Unterzögersdorf Sektor 2 zu erwischen, die demnächst erscheinen soll.

Die Ursprungsfassung erkannte auf manchen Linux-Distributionen die Audiohardware nicht und verweigerte mit der Meldung

unable to initialize your audio hardware 
[Problem DIGMID patch set not found]

rigoros den Start. Wer noch die Version 1.0 besitzt und sich einen erneuten Download sparen möchte, leistet wie folgt Abhilfe: Zunächst prüft man mit

cat /proc/asound/version

ob das ALSA Klangsystem installiert ist. Das Kommando muss eine Versionsnummer ausspucken. Mit seinen Alternativen arbeitet Sowjet-Unterzögersdorf übrigens nicht zusammen.

Anschließend navigiert man in das Unterverzeichnis des Spiels (in der Regel suz2) und rufen dort

./bin/wine --bottle suz --wl-app winecfg

auf. Es erscheint ein Fenster, in dem man auf das Register Audio wechselr. Die eventuell erscheinende Abfrage nach coreaudio beantwortet man mit Ja. In der Liste unter Treiberauswahl hakt man ausschließlich Alsa ab (alle anderen Kästchen müssen leer bleiben) und klickt dann auf OK. Jetzt sollte Sowjet-Unterzögersdorf Sektor 2 ohne Probleme durchstarten. Sowjet-Unterzögersdorf ist als Trilogie angelegt. Zur Fertigstellung des „Sektor 3“ bitten die Macher auf ihrer Homepage bereits um Spenden.

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