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So bootet Debian in 14 Sekunden

12.11.2008

Ein Artikel auf der englischsprachigen Admin-Community Debian-administration.org beschreibt, wie sich Debian auf einem Asus Eee-PC 901 schneller booten lässt. Der Autor Phil Endecott erzielt mit seinen Methoden eine Boot-Zeit von 14 Sekunden. Damit erreicht er nicht den Fünf-Sekunden-Rekord seiner Vorbilder Arjan van de Ven und Auke Kok.

Die beiden Intel-Entwickler hatten auf der Linux Plumbers Conference im September das gleiche Gerät unter Fedora und dem Mobilgeräte-Linux Moblin gestartet. Dennoch stellt Endecott zahlreiche Programme und Maßnahmen vor, die den Debian-Bootprozess deutlich beschleunigt. Einiges ist Eee-PC-spezifisch, vieles lässt sich aber auf andere Linux-Rechner übertragen.

Die Arbeit beginnt mit der Diagnose des Ist-Zustands mit Hilfe von Bootchart (als Debian-Paket verfügbar) und Bootgraph. Das Ergebnis: Von Grub bis zur Anzeige des XDM-Loginfensters vergehen 33 Sekunden.

Danach geht es an die ersten einfachen Maßnahmen: Den Grub-Timeout auf ein Minimum reduzieren, alle Dienste entfernen, die nicht genutzt werden, und - bei regelbaren Prozessoren - mit höchster CPU-Frequenz booten.

Weitere Beschleunigung verspricht das Kernel-Tuning. Hier kommt ein Kernel ohne Initrd oder Initramfs sowie mit einkompilierten Hardwaretreibern zum Einsatz. Das zeitaufwändige Laden von Kernel-Modulen fällt somit weg. Daneben verweist der Artikel auf einige brandaktuelle Kernel-Patches, die ebenfalls Zeit sparen sollen, vor allem einen Patch von Arjan van den Ven.

Auch das so genannte Coldplugging, das Erstellen der Device-Dateien durch Udev, sorgt in der Regel für Zeitverlust. Endecott stellt ein Skript zur Verfügung, das die einmal von Udev erstellten Einträge im "/dev"-Verzeichnis speichert und in Zukunft automatisch ohne Udev-Detektionsvorgang erzeugt.

Zu den weiteren Verfahren gehört Disk-Readahead, entweder durch das Debian-eigene Paket oder durch Super-Readahead umgesetzt, was allerdings nur geringe Zeitersparnis bringt. Auch beim Stellen der Systemuhr mit Hwclock (was Debian zweimal tut) lässt sich ein wenig Zeit gewinnen. X startet der Verfasser früher als es in Debian Standard ist, die Netzwerkgeräte dagegen nimmt er später in Betrieb.

So spart Endecott insgesamt 19 Sekunden ein. Der englischsprachige Artikel nennt noch weitere Details. Außerdem gibt es Konfigurationsdateien, Skripte und Boot-Diagramme zum Download.

Phil Endecott, Doktor der Informatik, hofft, dass auch die Debian-Entwickler einige dieser Tuning-Maßnahmen aufgreifen, sie unter Umständen verbessern und in die Distribution aufnehmen. So könnten auch Anwender in deren Genuss kommen, die keine Erfahrung mit dem Kernel-Kompilieren und anderen Eingriffen ins System haben.

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Kommentare
Re: So bootet Debian in 14 Sekunden
rudolf mittelmann, Mittwoch, 12. November 2008 13:24:44
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ist ja ganz nett. Aber für mich ist die Bootzeit bei einem Netbook nicht wichtig.
Wichtig ist, dass die Suspend-Modes gut funktionieren. Arbeitsunterbrechung? Deckel zu, fertig. Weiterarbeiten? Deckel auf und schon ist alles wieder da. So soll es sein. Ausschalten, Einschalten, Booten - das ist nach Kernel-Updates nötig, sonst nie.
Deshalb gefällt mir das Dell Mini 9, das laut Testbericht Suspend gut kann.
So bin ich es von meinen PowerBooks/MacBooks gewohnt, unterwegs booten finde ich ätzend, selbst wenn es "nur" 15 sec. braucht.


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Re: So bootet Debian in 14 Sekunden
gast (unangemeldet), Donnerstag, 25. Juni 2009 14:09:06
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Es ist ausserordentlich interessant, dass Ihnen die Bootyeit nicht wichtig ist, auf diese Information warte ich schon seit Ewigkeiten.


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Re: So bootet Debian in 14 Sekunden
Manuel (unangemeldet), Samstag, 28. November 2009 10:34:02
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So hab ich auch mal gedacht - bis mir dadurch ca 50 GB Daten verloren gegangen sind. Und zwar kam das daher, dass ich hauptsächlich mit Linux arbeite und nie heruntergefahren, sondern immer nur in den Ruhezustand gegangen bin. Dann war ich zeitweise mit Windows unterwegs und hab massenhaft Dateien in der gemeinsam genutzten Partition verschoben/kopiert. Als ich Linux aus dem Ruhezustand wieder hergestellt habe, hatte das noch den alten Festplattenzustand im Cache und mit dem nächsten Flush waren alle Daten dahin, die ich zwischenzeitlich angefasst habe.
Seither benutze ich den Ruhezustand überhaupt nicht mehr.


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