Hoppla, die älteren unter uns mögen sich noch gut daran erinnern, wie Steve Ballmer einst Linux als Krebsgeschwür bezeichnete. Jetzt schlägt der für Interoperabilität zuständige Manager, Jean Paoli, ganz andere Töne an. In einem Interview mit der Network World gibt er zu, dass es ein Fehler war, alle Open-Source-Technologie unter dem Namen Linux zu verallgemeinern. Er ließ sich sogar zu der Aussage hinreißen: "Wir lieben Open Source".
Ganz so viel Euphorie bricht bei den Anhängern freier Software nicht aus. Immerhin gab auch in jüngerer Zeit noch genügend verbales und juristisches Sperrfeuer gegen Microsoft. Und so lässt auch ein Absatz in der Mitte des Beitrag erahnen, dass die Erkenntnis nicht aus innerer Überzeugung kam, sondern auf Druck von außen: "Wir verstehen, dass unsere Kunden heute eine gemischte IT-Strategie fahren", so Paoli.
Trotz der gemischten Gefühle hat sich in einigen Projekten bereits eine rege Zusammenarbeit zwischen Microsoft und der Community entwickelt. Beispielsweise pflegen Entwickler des Unternehmens den Sourcecode für einige Treiber im Linux-Kernel. Anfangs lief die Zusammenarbeit hier etwas schleppend, mittlerweile sei er aber mit der Arbeit sehr zufrieden, so Greg Kroah-Hartman, der das Projekt betreut. Er möge auch das Zitat von Paoli, aber seine Meinung stehe nicht stellvertretend für die gesamte Open-Source-Community.
Für Microsoft stellt tatsächlich zunehmend die Frage, ob die alte Konzernstrategie noch funktioniert. Den Rang als wertvollstes Unternehmen hat es mittlerweile an Apple verloren, und der Druck der Kunden wird immer spürbarer.