Die Linux- und Open-Source-Welt bewegt sich so schnell, dass lange nicht mehr jeder über alles informiert sein kann. Unsere Pinnwand fasst jeden Sonntag die wichtigsten Ereignisse der Woche zusammen. Kurz und knapp erfahrt ihr alles Wichtige in Kürze.
Montag: Coveritys Chief Technology Officer Benjamin Chelf fliegt lieber in Flugzeugen mit proprietärer Software an Bord. Laut einer Studie, die die Sicherheitsfirma durchführte, ist freie Software noch zu fehlerbehaftet; die Community müsse mehr Paradigmen aus der Entwicklerwelt der proprietären Applikationen übernehmen, um gängige Fehler zu vermeiden und freie Software von Fehlern zu befreien.
Dienstag: Das neue Dateisystem ext4 erhält Einzug in den Linux-Kernel. Andrew Morton integrierte das neue Dateisystem erstmals in seiner mm-Serie; kurz danach übernahm auch Linus Torvalds die Patches in den offiziellen Linux-2.6-Zweig, obwohl bereits eine RC-Version des aktuellen 2.6.19-Kernels veröffentlicht wurde, die eigentlich zum Testen gedacht ist. Allerdings kennzeichnen die Kernel-Entwickler ext4 noch als Development-Version, sie sollte also noch mit Vorsicht eingesetzt werden. Infos zu ext4 gibt es bei Kerneltrap und in der Wikipedia.
Mittwoch: Die neueste Skype-Version für Linux befindet sich nicht mehr im Beta-Status. Damit deklariert der gleichnamige Hersteller Version 1.3.0.53 für stabil genug. Ein Wermutstropfen bleibt: Die Windows-Variante ist bereits in Version 2.6 Beta erhältlich. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwicklung in Zukunft stärker parallelisiert wird.
Donnerstag:Dieter Drewanz gibt RAM-Fehler-geplagten Linuxern einen tollen Tipp, mit dem sich Fehlverhalten von Programmen vermeiden lassen, die auf Hardwarefehler im Arbeitsspeicher zurückgehen. Markus Gauguschverfeinert den Tipp noch etwas, sodass man möglichst wenig Speicher aus dem System ausgrenzt. Und wieder ein Argument pro Linux.
Wir alle fragen uns (und viele hoffen es), ob die Debianer es schaffen, ihr gestecktes Ziel erreichen und Debian 4.0 “Etch” noch diesen Dezember zu veröffentlichen. Die neuesten Anzeichen sprechen nicht gerade dafür: Es befinden sich noch zuviele Fehler in den Paketen, als dass sie eingefroren werden könnten, um danach eine intensive Testphase zu durchlaufen. Außerdem gibt es weitere Show-Stopper.
Novell gibt bekannt, in Zukunft für seine Suse-Linux-Produkte auf das Dateisystem ext3 zu setzen – bislang war ReiserFS jahrelang der Dateiverwalter der Wahl. Es galt aber als zunehmend instabiler, und die Querelen um die Einführung von Reiser 4 in den offiziellen Linux-Kernel trugen nicht gerade zur Beliebtheit des Dateisystems bei. Die schnelle und unkomplizierte Aufnahme des ext3-Nachfolgers ext4 (siehe Dienstag) trug wohl in letzter Instanz auch zur Wahl Novells bei.
Freitag: Die KDE-Community feiert den 10. Geburtstag des Projekts. Neben einer großen Geburtstagstorte und vielen Geeks gab es auch einige prominente Gäste wie Matthias Ettrich und Jono Bacon.
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Bis nächste Woche,
Max





