Nvidia hält weiterhin den Spitzenplatz der am meisten eingesetzten Grafikkarten (41 %) vor ATI/AMD mit 32 Prozent und Intel mit 22 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr musst der Spitzenreiter aber rund sechs Prozentpunkte an Intel abgeben, ATI/AMD blieb konstant. Die meisten Nvidia-Nutzer setzen mangels freier Alternative den proprietären Treiber von Nvidia ein. Nur etwa einer von zehn Nutzern gibt sich mit dem freien nv-Treiber ohne 3D-Beschleunigung zufrieden. Bei ATI-Nutzern spaltet sich das Feld in die drei Treiber fglrx (proprietär), radeonhd (neu, frei) und ati/radeon (alt, frei), wobei rund die Hälfte der ATI-Nutzern den proprietären Treiber einsetzt.
Phoronix interessierte sich in der Statistik aber nicht nur für die Grafik-Hardware und Treiber sondern wollte auch wissen, wofür sich die Nutzer am meisten interessierten. Mit 28 Prozent stand hier klar das Interesse am Kernel-Mode-Setting im Vordergrund, gefolgt von allgemeinen Verbesserungen im Video-Support (21 %) und DRI2 (20 %) auf den Plätzen zwei bis drei. Das im Kernel integrierte Mode-Setting soll starke Verbesserungen im beschleunigten Video-Support von Linux bringen. Erste Codeteile dazu hat Intel bereits in den aktuellen Kernel 2.6.28 eingebracht, das komplette Framework soll dann im Kernel 2.6.29 Einzug halten. Auch ATI/AMD möchte den verbesserten Videosupport in den nächsten Monaten im Kernel integrieren, lediglich bei Nvidia sieht es mit dem Support schlecht aus, da das freie Nouveau-Projekt zurzeit andere Probleme hat.
Obwohl über 14 000 Nutzer an der Studie teilnahmen und sich 56 Prozent davon selbst als Mainstream-Nutzer einschätzten, dürfte die Phoronix Graphics Survey nicht representativ für alle Linux-Benutzer sein: So gaben rund 40 Prozent der Befragten an, ein Setup mit zwei oder mehr Monitoren zu betreiben und ungefähr die gleiche Anzahl richtet den X-Server nach wie vor über eine manuelle Änderung an der xorg.conf ein.
Die komplette Studie steht auf der Phoronix-Homepage im HTML-Format bereit.



