Jon "Maddog" Hall ist nicht nur regelmäßiger Verfasser eines Blogs für unsere Schwesterzeitschrift Linux Magazine, er versteht sich auch als Botschafter in Sachen Linux. In dieser Funktion hat er es nun offenbar geschafft, dem totgesagten Openmoko-Projekt neues Leben einzuhauchen.
Die Zukunft von Openmoko könnte in Brasilien liegen, wo Maddog gerade weilt. Hier machte er die Bekanntschaft von Dr. Marcelo Zuffo, eines Dozenten an der Universität Sao Paulo, der das Labor für integrierte Systeme leitet. Ihm erzählte Maddog vom Openmoko-Projekt (er ist auch CTO von Koolu) und traf dabei auf offene Ohren. Die Universität will nun Ressourcen (Fertigungslinie, Schaltkreis-Design etc.) und Personal zur Verfügung stellen, um das Projekt voranzutreiben. Anders als in Deutschland erhält das Openmoko-Projekt auch Unterstützung von ganz oben: Der brasilianische Minister für Telekommunikation zeigte sich angetan von der Idee.
Die Universität bringt weitere Vorteile mit: Um keine kommerzielle Produktion zu betreiben und so mit anderen Unternehmen zu kollidieren, darf sie höchstens 10.000 Einheiten eines Produkts herstellen. Daher besteht ihr Ziel darin, die Lizenzen für die Produktion frei an Fertigungsunternehmen zu vergeben. Zudem stellt sich Maddog eine Kooperation verschiedener Universitäten vor, die zusammen am Telefon arbeiten. Die Openmoko-Mailingliste diskutiert den Vorschlag zur Zeit. Es wird spannend zu sehen, ob sich aus der Vereinbarung eine handfeste Zusammenarbeit entwickelt.
Im Gegensatz zu Deutschland ist Brasilien auch auf Regierungsebene sehr offen, was den Einsatz von Open-Source-Software angeht. Sie spielt in der brasilianischen Gesellschaft eine wesentlich stärkere Rolle. Das zeigte unter anderem die Visite des brasilianischen Präsidenten bei der Open-Source-Veranstaltung FISL, die Maddog ebenfalls besuchte.



