Openmoko bekommt neuen Impuls

Openmoko bekommt neuen Impuls

Totgesagte leben länger

Kristian Kißling
14.07.2009 Dank Jon "Maddog" Hall erhält das Openmoko-Projekt neue Impulse: eine brasilianische Universität hat dem Projekt eine Kooperation angeboten. Mit dem Segen der Regierung könnten nun neue Openmoko-Modelle entstehen.

Jon "Maddog" Hall ist nicht nur regelmäßiger Verfasser eines Blogs für unsere Schwesterzeitschrift Linux Magazine, er versteht sich auch als Botschafter in Sachen Linux. In dieser Funktion hat er es nun offenbar geschafft, dem totgesagten Openmoko-Projekt neues Leben einzuhauchen.

Die Zukunft von Openmoko könnte in Brasilien liegen, wo Maddog gerade weilt. Hier machte er die Bekanntschaft von Dr. Marcelo Zuffo, eines Dozenten an der Universität Sao Paulo, der das Labor für integrierte Systeme leitet. Ihm erzählte Maddog vom Openmoko-Projekt (er ist auch CTO von Koolu) und traf dabei auf offene Ohren. Die Universität will nun Ressourcen (Fertigungslinie, Schaltkreis-Design etc.) und Personal zur Verfügung stellen, um das Projekt voranzutreiben. Anders als in Deutschland erhält das Openmoko-Projekt auch Unterstützung von ganz oben: Der brasilianische Minister für Telekommunikation zeigte sich angetan von der Idee.

Die Universität bringt weitere Vorteile mit: Um keine kommerzielle Produktion zu betreiben und so mit anderen Unternehmen zu kollidieren, darf sie höchstens 10.000 Einheiten eines Produkts herstellen. Daher besteht ihr Ziel darin, die Lizenzen für die Produktion frei an Fertigungsunternehmen zu vergeben. Zudem stellt sich Maddog eine Kooperation verschiedener Universitäten vor, die zusammen am Telefon arbeiten. Die Openmoko-Mailingliste diskutiert den Vorschlag zur Zeit. Es wird spannend zu sehen, ob sich aus der Vereinbarung eine handfeste Zusammenarbeit entwickelt.

Im Gegensatz zu Deutschland ist Brasilien auch auf Regierungsebene sehr offen, was den Einsatz von Open-Source-Software angeht. Sie spielt in der brasilianischen Gesellschaft eine wesentlich stärkere Rolle. Das zeigte unter anderem die Visite des brasilianischen Präsidenten bei der Open-Source-Veranstaltung FISL, die Maddog ebenfalls besuchte.

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Kommentare
Wer sagt da tot?
Zaptac (unangemeldet), Dienstag, 14. Juli 2009 14:45:39
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Totgesagt wurde Openmoko nur von ein paar Pessimisten. Seit das Unternehmen Openmoko das Projekt offiziell der Community übergeben hat, ist eine Menge passiert. Tot finde ich etwas anderes. Nichtsdestotrotz kann das Projekt noch jede Menge Beteiligung verdauen, eine Universität mit diesen Möglichkeiten ist da natürlich ein Traum. Wie's aussieht fährt der OSS-Zug immer mehr mit der Power von Nicht-G-8 Staaten.

Grüße, Zaptac


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Re: Wer sagt da tot?
Christian Berg, Dienstag, 14. Juli 2009 17:04:23
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Bestand das Openmoko Projekt nicht aus einer Firma die das Handy herstellt und dem OS auf dem es laufen soll?

Was macht es denn für einen Sinn ein OS für ein Theoretisches Handy zu erstellen? Also ist eine Fertigungstraße schon ein wichtiger Teil das Projekt am Leben zu erhalten.


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Re: Wer sagt da tot?
Zaptac (unangemeldet), Mittwoch, 15. Juli 2009 12:46:32
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Was meinst Du mit "Theoretisches Handy"? Ich denke das Openmoko etwas auf den Weg gebracht hat, was nicht so leicht zu stoppen ist. So gibt es ein Projekt, das eine neue Revision von gta2 designt und zumindest auch Prototypen bauen will. Zudem gibt es ja auch einige closed Hardware, auf die die Openemoko Systeme portiert werden (können), siehe z.B. das gnufiish.org Projekt.
Nichtsdestotrotz ist ein Engagement der brasilianischen Uni natürlich eine tolle Sache, da könnte wirklich was vorangehen.

Zaptac




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